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DER KONSTRUKTEUR 1-2/2015

DER KONSTRUKTEUR 1-2/2015

MEDIZINTECHNIK I SPECIAL

MEDIZINTECHNIK I SPECIAL Hightech im Schwebezustand Tragsysteme sorgen für Ergonomie und helfen, die Vorteile moderner Medizintechnik zu erschließen Noch vor gut drei Jahrzehnten war es keine Seltenheit, dass Patienten zunächst im klassischem Röntgenraum untersucht, anschließend im OP-Saal operiert und danach nötigenfalls nochmals zum Röntgengerät gebracht wurden, um das Ergebnis eines chirurgischen Eingriffs zu überprüfen. Eine sofortige Ergebniskontrolle über die konventionellen Ultraschall-Untersuchungen hinaus war damals in den OP-Sälen in der Regel nicht verfügbar. Das ist heute kaum vorstellbar, denn längst haben Chirurgen und Kardiologen in Hybrid-OPs mittels der aktuellen Diagnoseund Darstellungstechnik jederzeit optisch aufbereitete Informationen über den Operationsbereich in Echtzeit verfügbar. Durch ihre Ausstattung ermöglichen es diese modernen Operationssääle, aufwendige Eingriffe durch minimalinvasive, zum Beispiel kathetergestützte Maßnahmen zu ergänzen oder auch partiell zu ersetzen. Das erschließt viele Vorteile: Die Länge von Eingriffen lässt sich ebenso reduzieren wie die Tiefe der Narkosen oder die Ausdehnung von Operationswunden. Und Eingriffe, die früher nicht machbar oder zu risikoreich waren, werden ermöglicht. Neben im OP untergebrachten Diagnoseapparaturen spielen bildgebende und bildverarbeitende Techniken eine große Rolle, die eine 3D-Sicht auf den zu behandelnden Tragarme lassen die zum Einsatz kommenden Großbildschirme in den perfekten Blickwinkel schweben Bereich gestatten und erlauben, zum Beispiel feine Gefäßabschnitte sinnvoll vergrößert darzustellen. Hierzu ist es nötig, dass jeder Operateur die bildgebenden Geräte schnell und millimetergenau navigieren, rotieren, justieren und mit extremer Wiederholgenauigkeit repositionieren kann. Fortschritt fordert Ergonomie Die Medizintechnik-Branche boomt. Besonders deutlich lässt sich die Hochtechnologisierung in Labors sowie in modernen Operationssälen erkennen. Damit die Vielfalt der Geräte die Mediziner dort, aber auch an anderen klinischen Handlungsplätzen, tatsächlich optimal unterstützen kann, sind die Positionierung und die Mobilität der spezifischen Komponenten von ausschlaggebender Bedeutung. Zur Ergonomie tragen hier leistungsfähige Trag- und Schwebarm-Systeme wesentlich bei. Um die computerassistierte Navigation nutzen zu können, müssen die Ärzte die Vielzahl von Kontrollinformationen und Bildern von jeder Warte aus aufnehmen und im Blick behalten können, ohne sich vom Patienten abzuwenden. Die vorhandenen Geräte dürfen die Mediziner dabei in ihrer Bewegungsfreiheit keinesfalls behindern, sondern sie müssen mit geringstmöglichem Aufwand in die jeweils optimale Lage manövriert werden können. Die Wirkungsgrade der mächtigen technologischen Errungenschaften hängen also wesentlich davon ab, wie sehr die Handhabung der verschiedenen Komponenten auf die Erfordernisse des 32 Der Konstrukteur 1-2/2015

SPECIAL I MEDIZINTECHNIK medizinischen Personals zugeschnitten ist. Ergonomie ist damit ein gar nicht hoch genug einzuschätzender Erfolgsfaktor gerade in den sensiblen Bereichen der heutigen Medizin. Ein essenzieller Aspekt ist das ermüdungsfreie Arbeiten der Spezialisten, die immer wieder über viele Stunden am Operationstisch stehen. Den Akteuren darf dabei durch die Geräte keine belastende Körperhaltung aufgezwungen werden, sondern die Gerätepositionen sollen sich dynamisch den Erfordernissen der Medizinerteams anpassen. Wesentliche Voraussetzung für den bestmöglichen Nutzen der installierten diagnostischen oder therapeutischen Komponenten ist deshalb das optimale, komfortable und benutzerorientierte Handling. Eine zentrale Rolle kommt hier Trag- und Schwebearmen zu. Sie erlauben es, die zum Einsatz kommenden Großbildschirme in den perfekten Blickwinkel für die Operateure schweben und sie jederzeit an eine andere Position fahren zu lassen. So können die Mediziner während eines Eingriffs alle Visualisierungen und Kontrollparameter auf den verschiedenen Monitoren im Blick behalten, interpretieren und präziser agieren. Mit dem Umfang der in OP-Bereichen hilfreichen bzw. benötigten Bildschirminformationen sind dabei auch die zur Verwendung kommenden Monitorgrößen gewachsen. Verschiedene Darstellungsmethoden bzw. -aspekte erfordern oft die gleichzeitige Begutachtung von mehreren Ansichten bis hin zu Bild-Überlagerungen und eine Einbindung von optionalen Kommunikations-Bildschirmen für eine ggf. gewünschte Hinzuziehung von Experten aus anderen medizinischen Einrichtungen und Fakultäten. Das Gesamtgewicht der Großbildschirme und der notwendigen Monitorhalterungen erreichen leicht dreistellige kg-Werte. Und nicht zuletzt sind neben den Monitoren auch noch spezielle Lichtsysteme, Beleuchtungselemente und andere applikationsbedingte Apparaturen räumlich zu arrangieren, sodass der bestmöglichen Anordnung aller Elemente immer größere Aufmerksamkeit zukommt. Aus all diesen Faktoren folgen entsprechende Herausforderungen an die Hersteller von Tragarmen und Liftsystemen. Von Mikroskop bis Giga-Monitor Durch seine stufenlos höhenverstellbaren und für alle im medizinischen Umfeld typischerweise in Betracht kommenden Lastenbereiche verfügbaren Trag- und Schwebearme bietet Haseke eine passende Produktfamilie für die optimale Anordnung medizinischer Geräte im OP. Das Portfolio von Trag- und Schwebearmsystemen bildet nicht nur alle Traglastbereiche – zwischen von 1 und 150 kg – ab, sondern umfasst durch deckengestützte Laufwagensysteme und System-ausleger auch Reichweiten, die das volle Volumen selbst von großen Hybrid- OPs überstreichen können. Konsequenterweise findet man deshalb heute das Medical- Produktsegment des Herstellers in zahlreichen medizinischen Einrichtungen. Zur Vielzahl der Orte, die mit Drahtarmsystemen des Anbieters ausgestattet sind, gehört auch der maßstabsetzende Hybrid-Operationssaal im renommierten Bad Oeynhausener Herzund Diabeteszentrum, wo Chirurgen und Kardiologen unter Nutzung von modernster Hightech-Ausstattung optimal zusammenwirken und zeitgleich operieren können. Stetige Weiterentwicklung Fakt ist: Den größten Nutzen entfaltet der Technikeinsatz in der Medizin nur, wenn er in seiner Handhabung auf die Bedürfnisse der handelnden Fachleute zugeschnitten ist. Für die dynamische Positionierung und die bedienerfreundliche Anordnung aller Einheiten und Geräte sind kompetente Hersteller und entsprechend geeignete Produkte gefragt. Als Tragarm- Spezialist und Präzisionstechnik-Hersteller hat Haseke dieses hochinteressante Arbeitsfeld als einer der ersten Anbieter anvisiert und die Produkte für die Medizintechnik, die hohe Zuverlässigkeit und Ausfallsicherheit gewährleisten und alle spezifischen Normen erfüllen, mit ständig wachsenden Know-how konsequent weiterentwickelt. Ein umfangreiches Zubehörsortiment von Auslegerarmen über Deckenschienen mit Fahrwagen und Kabelmanagement, Drehsteckern bis hin zum Monitorträger sorgt dafür, dass ein breites Spektrum von Applikationen bedient wird, wobei die Kompatibilität mit allen marktüblichen Systemen vorausgesetzt werden kann. Nicht nur in Operationssälen und Pflegebereichen bewähren sich die multifunktionalen Tragsysteme täglich aufs Neue. Ebenso kommen sie in Labors zum Einsatz, wo Mikroskope und andere Geräte mit Gewichten von bis zu 60 kg an den unterschiedlichen Arbeitsplätzen auf einfache Weise schwebend aufzuhängen sind und schnell und leichtgängig in den und aus dem Aktionsbereich bewegt werden sollen. Durch die individuelle Positionierung von deckengestützten Systemen – stationär oder an Laufschienen – ermöglicht Haseke verschiedenen Ausrüstern auf seine dedizierten Kompetenzen zuzugreifen. Das Unternehmen, das in erster Linie große Medizintechnikhersteller beliefert, hat mit den Systemen HMA Lift 1000, HMA Lift 501 und 551, HMA Lift 220, HMA Lift 230 und HMA Lift 20 viele leichtgängige Präzisions-Tragsysteme für die Branche im Portfolio. www.haseke.de 01 Mehrere Großbildschirme sollen an den Tragarmen spielend bewegt werden, das Gesamtgewicht erreicht dabei leicht dreistellige kg-Werte 02 Die Tragarmsysteme kommen auch in Labors zum Einsatz um Mikroskope und andere Geräte mit Gewichten von bis zu 60 kg schwebend aufzuhängen 03 Dieser stufenlos höhenverstellbare Tragarm mit anschlagloser Rotation eignet sich für Decken-, Wand- und Bodenmontage Der Konstrukteur 1-2/2015 33

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