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DER KONSTRUKTEUR 1-2/2015

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MEDIZINTECHNIK I SPECIAL

MEDIZINTECHNIK I SPECIAL Mehr Tempo, mehr Sicherheit Ölbremsen mit Trennkolben optimieren nicht nur Anwendungen in der Automation Handbikes sind die Formel-1-Wagen unter den Rollstühlen. Der Niederländer Ad Aarts hat ein solches Handbike speziell für Kunst- und Natureisbahnen entwickelt. Leicht nachzuvollziehen, dass er bei Kurvenfahrten Schwierigkeiten hatte, auf dem Eis den Kurs zu halten. Dieses Problem konnte er durch den Einsatz spezieller Ölbremsen lösen. Seitdem sich der querschnittsgelähmte Ad Aarts mit Ice-Handbikes beschäftigt, waren Kurvenfahrten das Problem. Deshalb hatte er schon bei seinem ersten Umbau eines Standard-Handbikemodells für Fahrten auf dem Eis technische Unterstützung. Seinerzeit setzte er auf Industriegasfedern wie sie beim Öffnen von kleinen Hauben, Deckeln oder Klappen eingesetzt werden. Ohne sie wäre selbst seine Kurvengeschwindigkeit von bis zu 14 km/h nicht möglich gewesen. Aber Ad Aarts wollte mehr. Denn die instabile Kurvenlage bei Verwendung der Gasfedern konnte ihm nicht gefallen. Aus diesem Grund wandte er sich an die ACE Stoßdämpfer GmbH. Der Experte vor Ort schlug zwei Ölbremsen mit Trennkolben vor. Im Normalfall dienen Ölbremsen dazu, für eine konstante Vorschubgeschindigkeit entlang ihres Hubes zu sorgen, wenn es nicht zu hohen Aufprallgeschwindigkeiten kommt. Entsprechend der unterschiedlichen Größen decken die geschlossenen, hydraulischen und einstellbaren Bremsen große Kraftbereiche ab. Sie reichen von 50 N bis 1 800 N. Normale Einsatzfälle dieser Maschinenelemente sind z. B. das Bohren von Feinblechen oder das Sägen von Aluminiumund Kunststoffprofilen, um in der Regel Werkzeugbrüche zu vermeiden. Beim in den Niederlanden verwendeten Typ handelt es sich hingegen um ein Sondermodell einer gasbefüllten Ölbremse, die bei ACE unter dem wenig poetischen Namen HB-22-150-EE-NT-200N gelistet wird. Nun mag sich der eine oder andere mit den Lösungen der ACE Stoßdämpfer GmbH vertraute Konstrukteur wundern. Normalerweise steht die Abkürzung „HB“ beim Langenfelder Unternehmen für „Hydraulische Bremszylinder“. Wegen ihrer Ähnlichkeit zu diesen Maschinenelementen werden gerade die Sonderlösungen bei den Ölbremsen häufig auch unter dieser Produktbezeichnung geführt. Warum ist gerade diese Lösung im vorliegenden Fall so geeignet? Es liegt an der Möglichkeit, eine schiefe Ebene im Horizontalbereich wieder auszugleichen. Denn in den Kurven neigt sich der Sitz von Ad Aarts um 10 bis 15 Grad. Das anschließende Zurückstellen in den Horizontalbereich erlaubt eben genau die Kombination aus Ölbremsen und Gasbefüllung, weil die Ölbremsen in diesem Fall beim Einfahren dämpfen. Das Gas drückt die Kolbenstange danach mit einer Kraft von 200 N wieder nach draußen. Bereits ein erster Test zeigte, wie hervorragend die neue Kombinationslösung als Stabilisator funktioniert. Ad Aarts gelang es ad hoc, die Kurven in einem Eisstadion ohne Probleme mit 21 km/h in der Stunde zu durchfahren, und der ambitionierte Sportler hofft auf noch mehr. www.ace-ace.de Ölbremsen und hydraulische Bremszylinder Ölbremsen und hydraulische Bremszylinder sind in Körperdurchmessern von 12 mm bis 70 mm und in Hublängen bis 800 mm lieferbar Diese Maschinenelemente sind ein gutes Beispiel dafür, wie flexibel Zubehörteile für die unterschiedlichsten Industriezweige heute sein können. In Körperdurchmessern von 12 mm bis 70 mm und in Hublängen bis 800 mm lieferbar, kommen sie vor allem zur Dämpfung von hin- und herschwenkenden Massen zum Einsatz. Dies können ein Schlitten in einer Textilmaschine, eine Tür, eine Skigondel oder auch Segelmasten auf hochwertigen Yachten sein. Aber die Bremszylinder können auch als Sicherheitsoder Antriebselemente zum Einsatz kommen. Geht es um die Sicherheit, verhindern sie schlagartiges Einfahren von Geräten, im zweiten Fall sorgen Bremszylinder wie Ölbremsen für ein gleichmäßiges Verfahrtempo. 38 Der Konstrukteur 1-2/2015

MEDIZINTECHNIK I SPECIAL Displays speziell für die Medizintechnik MSC Technologies bietet ein erweitertes Produktportfolio an modernen Displays mit und ohne Touchscreen für medizintechnische Systeme an. Um die unterschiedlichen Anforderungen der Kunden optimal zu erfüllen, setzt der Systemanbieter auf führende Display-Hersteller und im eigenen Hause entwickelte Touch-Technologien. Die hochwertigen Displays für Diagnose- und Überwachungssysteme in der Medizintechnik bieten eine hohe Auflösung, einen guten Kontrast und eine naturgetreue Farbwiedergabe. Darüber hinaus erfüllen die Anzeigesysteme besondere Anforderungen in puncto Qualität, um einen zuverlässigen Betrieb zu garantieren und eine hohe Langlebigkeit der Medizingeräte zu sichern. Weitere wichtige Kriterien sind die lange Verfügbarkeit aller Komponenten und eine an die Innovationszyklen der Medizin- Branche angepasste Liefersicherheit, da praktisch jede Veränderung an einem Gerät eine neue aufwändige, langwierige Freigabe bzw. Zertifizierung erfordert. www.msc-technologies.eu Neue Fertigungsverfahren für Medizinprodukte aus faserverstärkten Kunststoffen Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie (IPT) hat kürzlich die Ergebnisse seiner Forschungsarbeiten rund um die Herstellung medizinischer Produkte aus Faserverbundwerkstoffen präsentiert. So lassen sich heute bereits Instrumente für die minimalinvasive Chirurgie mit dem am Fraunhofer IPT entwickelten Mikro-Pullwinding-Verfahren serienmäßig aus Faserverbundkunststoffen herstellen. Das Fraunhofer IPT fertigt auf diese Weise dreilagige Mikro-Profile mit Durchmessern deutlich unter 1 mm, die in Führungsdrähten, Kanülen und Kathetern zum Einsatz kommen können. Das gewünschte Biege- und Torsionsverhalten der Instrumente lässt sich dabei je nach gewünschtem Einsatzgebiet anhand gezielt ausgerichteter Verstärkungsfasern kontinuierlich variabel einstellen, ohne die Serienproduktion zu unterbrechen. Ein weiterer Pluspunkt dieser Instrumente ist ihre Tauglichkeit für die Anwendung im Magnetresonanztomografen (MRT). Für die Herstellung individuell anpassungsfähiger Medizinprodukte wie Prothesen, Implantate oder auch Rollstühle entwickeln die Forscher außerdem Verfahren und Produktionssysteme zur Verarbeitung thermoplastischer Faserverbundkunststoffe. Komponenten, die auf diese Weise gefertigt werden, lassen sich im Gegensatz zu solchen aus duroplastischen Materialien nach dem ersten Aushärten erneut wieder verformen und so an individuelle Bedürfnisse anpassen. Auch Schweißprozesse untersuchen die Forscher, um komplex aufgebaute, mehrteilige Komponenten ganz ohne schädliche Klebstoffe sicher miteinander zu verbinden. Ziel ist es hier, bereits etablierte Prozesse für das Schweißen von Kunststoffen auch auf Medizinprodukte anzuwenden. Verstellantrieb für Betten Hohe Geschwindigkeit, viel Kraft und leise im Betrieb: damit soll der Verstellantrieb LA40 von Linak punkten. Der dänische Spezialist für elektrische lineare Aktuatoren hat den Antrieb speziell für den medizinischen Markt entwickelt. Er eignet sich besonders für Krankenhaus- und Pflegebetten, für Behandlungstische oder Behandlungsstühle. Neben seiner Kraft von bis zu 8000 N zeichnen den Antrieb seine Geschwindigkeit und sein niedriges Geräuschniveau von unter 50 dB aus. Durch auszutauschende steckbare Kabel lässt sich der LA40 anwenderfreundlich ein- und ausbauen. Die Produktneuheit erfüllt die Schutzklasse IPX6 beziehungsweise IPX6W. www.linak.de Nie mehr ROST ! Garantie bis 50 Jahre über 6.000 Std. OR 6000® Salzsprühtest Chemiebeständig viel besser und günstiger als Zink www.OR6000.de Weltneuheit Korrosionsschutz - Weltrekord OBERFLÄCHENTECHNIK KORROSIONSSCHUTZ BOT.indd 1 16.01.2015 10:20:38 www.ipt.fraunhofer.de Der Konstrukteur 1-2/2015 39

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