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DER KONSTRUKTEUR 1-2/2015

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AKTUELL KOMMENTAR Das

AKTUELL KOMMENTAR Das große Ganze rückt in den Fokus Energieeffiziente Motoren, Antriebs- und Maschinenlösungen Ab dem 1. Januar 2015 wird erstmals auch der Betrieb am Umrichter in der gesetzlichen Motorenverordnung 640/2009/EU berücksichtigt – eine positive wie auch notwendige Entwicklung. Denn es ist an der Zeit, Energieeffizienz ganzheitlich zu betrachten und den Blickwinkel in Richtung Antriebssystem und Applikation zu erweitern. Dr. Jörg Hassmann, Leiter Produktportfoliomanagement LV Motoren und Umrichter, Siemens Process Industries and Drives Seit der ersten Umsetzungsstufe der Motorenverordnung im Juni 2011 wurde im Bereich energieeffiziente Antriebstechnik vieles erreicht. So ist es herstellerseitig gelungen, die für Motoren geforderten Wirkungsgrade zu erfüllen und die Produkte erfolgreich am Markt zu etablieren. Doch die Betrachtung einzelner Komponenten für sich allein reicht nicht mehr aus. Um das Potenzial energieeffizienter Antriebstechnik künftig voll ausschöpfen zu können, ist es notwendig, den Fokus auf das Gesamtsystem zu lenken, und zwar unter Berücksichtigung der jeweiligen Applikation. Wie die aktuellen Entwicklungen auf europäischer Ebene zeigen, gewinnt das Thema industrielle Energieeffizienz erneut an Dynamik. Die Rede ist von der neuen Ökodesignnorm EN 50598, welche die Anforderungen für Antriebssysteme in einer elektrisch angetriebenen Arbeitsmaschine definiert. Durch den der Norm zu Grunde liegenden erweiterten Produktansatz wird die Voraussetzung dafür geschaffen, noch besser auf die Bedürfnisse der Applikation einzugehen, da die Betriebsweise von Produkten hinsichtlich ihrer Effizienz mit einbezogen wird. Um allen Arbeitsmaschinen gerecht zu werden, sind in der Norm Arbeitspunkte in Voll- und Teillast definiert, in denen die Verluste von Motorund Antriebssystemen zu bestimmen sind. Für Hersteller von Antriebstechnik bedeutet dies wiederum, dass Motor und Umrichter im Zusammenspiel entwickelt und optimal aufeinander abgestimmt werden müssen. Genau das verfolgen wir mit Integrated Drive Systems (IDS). Ein Blick auf unser Motorsystem-Portfolio zeigt in diesem Zusammenhang, dass sich die Technologien differenzieren. Die Asynchrontechnik ist und bleibt zwar die führende Motorentechnologie für industrielle Anwendungen, für spezifischere Anforderungen kommen aber weitere Technologien zum Zug. Je nach Anwendungsfall stellen wir drei integrierte Antriebssysteme zur Verfügung, die bereits heute die höchste Systemeffizienzklasse IES 2 für Motorsysteme erfüllen. Die höchsten Effizienzwerte insbesondere im Teillastbereich lassen sich durch die Kombination eines Synchron-Reluktanz- Motors mit einem darauf abgestimmten Umrichter erzielen. Die innovative Technologie ermöglicht hohe Drehmomente auch ohne Magnete und führt zu einer geringen Eigenträgheit des Motors. Durch die präzise Abstimmung der Komponenten profitieren Anwender über die hohe Energieeffizienz hinaus von einer höheren Motorlebensdauer. Dies gilt natürlich auch für unsere IDS in Asynchrontechnik. Ein weiteres Beispiel für ein System mit hervorragender Energieeffizienz ist die Kombination eines für den Umrichterbetrieb optimierten Simotics FD Motors mit einem für Pumpen- und Lüfteranwendungen optimierten Sinamics G120P Umrichter. Vervollständigt wird das Systemportfolio durch die Simotics VSD10-Reihe, die mit Sinamics-Umrichtern bei geringeren Investitionskosten in vielen Leistungsklassen IES2 erreicht. Im Zuge der Diskussion um energieeffiziente Motoren, Antriebs- und Maschinenlösungen dürfen wir allerdings nicht vergessen, dass es auch Applikationen gibt, die prozessbedingt keine Drehzahlanpassung erfordern. Diese können energetisch effizient mit einem Motor aufgebaut werden, wenn dieser eine entsprechend hohe Wirkungsgradklasse aufweist. Hier stehen heute bereits hocheffiziente IE4-Motoren zur Verfügung. Insgesamt sehen wir die aktuellen Entwicklungen als sehr positiv an, sowohl was die zweite Stufe der Motorenverordnung wie auch die derzeitigen EU- Aktivitäten rund um die Norm EN50598 betreffen – beide rücken das System und die Applikation in den Fokus. Im konkreten Fall der Motorenverordnung erhält der Anwender nun ab dem 1.Januar 2015 die Möglichkeit zu prüfen, ob der Umrichterbetrieb oder der Einsatz eines hocheffizienten Motors sinnvoll ist. Er kann also bewusst entscheiden und seine Situation neu bewerten. Die neue Norm wird diesen Prozess unterstützen. www.siemens.com 6 Der Konstrukteur 1-2/2015

AKTUELL Industrie 4.0 – Quo vadis? Industrie 4.0 scheint in aller Munde. Politiker, Hochschulen und die Industrie bewegt dieses Thema. Auch auf den Fachmessen des letzten Jahres – wie zum Beispiel auf der Hannover Messe – war Industrie 4.0 eines der durchgängigen, über- Hydraulik-Seminare: Fragen erwünscht Der Spezialist für Hydraulik-Lösungen Hänchen bietet 2015 wieder Hydraulik-Seminare an. Die Teilneh mer erhalten einen Überblick über die Einsatzmög lichkeiten sowie über Auswahl, Auslegung, Konstruk tion, Inbetriebnahme und Wartung von Hydraulik-Zylindern. Die Seminare vermitteln, welche Zylinder-Technologie für spezielle Einsatzbereiche passt und wie sich Hydraulik effizi ent und nachhaltig einsetzen lässt. Zielgruppe sind Konstrukteure und Entwickler sowie Mitarbeiter, die für Betrieb, Wartung oder Sicherheit verantwortlich sind. Eine Grund-lagen- Schulung zum Thema Hydraulik und der dazugehörigen Dichtungstechnik mit Praxis-Übun gen kann ebenso The ma sein, wie spezifische Fragen von Teilnehmern zu der Konstruktion oder beim An lagenbetrieb. Für 2015 stehen folgende Termine fest: 5. März in Graz, 7. Mai in Dortmund, 1. Ok tober in Augsburg und 19. November in Mann heim. Weitere Infos gibt Sarah Bässler, E-Mail: sarah.baess ler@haenchen.de. www.haenchen.de greifenden Themen. Aber ist Industrie 4.0 heute wirklich schon ein Thema in den einzelnen Unternehmen, sind den Mitarbeitern dieser Unternehmen die Auswirkungen bewusst bzw. wie schätzen sie diese Auswirkungen ein? Im Zusammenhang mit Industrie 4.0 lassen sich viele Fragen stellen. Deshalb hat die Deutsche Messe eine Online-Befragung unter Besuchern der Hannover Messe 2014 durchführen lassen. Eine Auswahl der Ergebnisse, kommentiert von unseren Fachredakteurinnen und Fachredakteuren, finden Sie im Internet unter folgendem Link: http://vfmz.vfmz.com/industrie-service/kon/Industrie_4_0_HMI.pdf www.messe.de Umfirmierung – LTI Drives heißt jetzt LTI Motion Das auf Antriebs- und Automatisierungslösungen spezialisierte Unternehmen LTI Drives tritt nun unter dem Namen LTI Motion auf. Die Umfirmierung unterstützt die weitere Integration in den international aufgestellten Technologiekonzern Körber. Zudem erhält das Unternehmen eine neue Struktur und ein neues Erscheinungsbild, das die Zugehörigkeit zum Konzern unterstreicht. Seit April 2013 gehören die Unternehmen der LTI-Gruppe zum internationalen Technologiekonzern Körber. Im Rahmen der Konzernstruktur ist LTI Motion im neu entstandenen Geschäftsfeld Körber Automation organisiert. www.lt-i.com Federnvielfalt ab Lager oder individuell federnshop.com/vielfalt (+49) 07123 960-192 Der Konstrukteur 6/2014 7

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