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DER KONSTRUKTEUR 1-2/2018

DER KONSTRUKTEUR 1-2/2018

ANTRIEBSTECHNIK

ANTRIEBSTECHNIK „KONSTRUKTIVE KNIFFE AUF LAGER?“ Martina Heimerl, Stv. Chefredakteurin Eine ausgeklügelte Dichtung, eine vorteilhafte Schmiersituation, ein besonderes Verriegelungssystem mit 360°-Kontaktfläche, das die Spannhülse ersetzt und damit ein geteiltes Gehäuse überflüssig macht – eine einbaufertige Komponente statt vieler einzelner Teile: das klingt wirklich nach einem Rundum-sorglos-Paket. Tatsache ist: Konstruktive Kniffe können viele Vorzüge erschließen – auch bei einem Lager. www.DerKonstrukteur.de dann verursachen sie langfristig Schäden. Sie werden im Schmierfett „mitgenommen“ und zwischen dem Wälzkörper und den beiden Innenringen Millionen Male überwälzt. Das wiederum sorgt örtlich für Spannungserhöhungen und der Werkstoff des Wälzlagers ermüdet, bis es schließlich zu einem vorzeitigen Ausfall des Stehlagers kommt. SINNVOLLE ÖFFNUNG Ebenfalls problematisch: Verunreinigungen in Stehlagern mit geteiltem Gehäuse lassen sich nicht ohne Weiteres beseitigen. „Schlimmstenfalls müssen die Anwender die einzelnen Teile demontieren und diese reinigen, anschließend erfolgt dann die erneute Montage und Neubefettung der Teile. All das ist natürlich mit erheblichem Aufwand verbunden“, erläutert Klaus Findling. „Dieses Problem kann bei den SRU-Units nicht auftreten, denn anders als die meisten Stehlager verfügen sie über eine Fettablassöffnung.“ Dieses Feature stellt sicher, dass das alte Schmierfett zum Beispiel bei einer Wartung vollständig ablaufen kann: Sobald der Anwender über die Schmiernippel neues Fett nachfüllt, verdrängt dieses den alten Schmierstoff, der in Folge über die integrierten Öffnungen abfließt. Sollten sich also tatsächlich einmal Verunreinigungen in einem SRU-Lager ansammeln, so lassen sich diese im Rahmen einer Wartung einfach und komfortabel auswaschen. EXAKTE SCHMIERSTOFF-DOSIERUNG Ein weiterer Vorteil der Pendelrollenlagereinheiten liegt darin, dass sich der Schmierstoff genau – und somit besonders sparsam – dosieren lässt. Klaus Findling erklärt: „Die Lager haben alle einen Schmiernippel, wie man es bei den ungeteilten Standard-Stehlagern der UCP-Baureihe gewohnt ist. Das Fett wird unmittelbar durch die Schmierrille in das Lager gepresst und drückt dann seitlich heraus. Da aber die SRU nur einen sehr kleinen freien Bauraum haben, bedarf es nicht so viel Fettes wie bei den Stehlagern mit geteiltem Gehäuse, bei denen der freie Raum sehr viel größer ist und dazu noch zu 1/3 gefüllt sein muss. Da der Raum sehr viel größer ist, gibt es auch viele Fettmengen, die am Rand liegen bleiben und nie das Lager erreichen – also nutzlos sind. Bei den SRU wird alles Fett durch die Rotation ständig durchmischt. Insofern sind diese Einheiten NACHGEFRAGT PRODUKTE UND ANWENDUNGEN KLAUS FINDLING, Geschäftsführer der Findling Wälzlager GmbH HERR FINDLING, DIE SRU-PENDEL- ROLLENLAGEREINHEITEN BIETEN ZAHLREICHE VORTEILE IM EINSATZ. ABER WIESO KOMMEN SIE OHNE EIN GETEILTES GEHÄUSE AUS? „Geteilte Stehlagergehäuse sind deshalb notwendig, weil das Pendelrollenlager mittels Spannhülse vormontiert auf der Welle platziert werden muss, denn wenn das Lager mal im Gehäuse sitzt, dann ist die Spannhülse nicht mehr korrekt und einfach anzuziehen. Dazu müssen die Welle und das Lager aus dem Gehäuse gehoben werden. Das alles ist bei den SRU nicht nötig, da die Montage auf der Welle durch das Verriegelungssystem Z-Lock außerhalb des Gehäuses erfolgt. Daher auch der immense Zeitvorteil. Sie können das komplette Lager einfach über die Welle schieben und das Gehäuse fertig montieren. Erst dann wird die Z-Lock festgezogen und mit der Welle kraftschlüssig verbunden. Sie haben also auch keine Probleme mit der korrekten Positionierung des Gehäuses auf der Flanschfläche.“ 14 DER KONSTRUKTEUR 1-2/2018

04 + lebenslange Präzision + gesteigertes Drehmoment + höhere Lebensdauer + flexibler Einbau + ... 04 Bei bisherigen Lösungen konnte der Lagereinsatz nur über Madenschrauben auf der Welle fixiert werden, das Festziehen der vier schwarzen Innensechskantschrauben bei Z-LOCK wirkt wie eine Spannhülse mit 360°-Kontakt bei extrem hohen Haltekräften ohne nachteilige Auswirkung auf das Pendelrollenlager 05 05 Bei den einbaufertigen SRU-Pendelrollenlagereinheiten handelt es sich um ein Rundumsorglos-Paket für den Ersatz von herkömmlichen geteilten Stehlagern auch eine wirtschaftliche Lösung, was den Fettverbrauch anbelangt.“ Das bedeutet im Übrigen auch, dass weniger Fettabfall anfällt – somit wird die Umwelt weniger belastet. SPEZIELLES FETT Der Hersteller FYH hat bei dem Dichtungssystem der SRU-Pendelrollenlagereinheiten tatsächlich an alles gedacht – kein Wunder also, dass er auch bezüglich des Schmierfetts nichts dem Zufall überlässt: Die Experten haben als perfekte Ergänzung zu den SRU- Lagern das Wälzlagerfett Lithium Bearing Grease entwickelt, das für eine große Bandbreite an Anwendungsbedingungen konzipiert ist. Das Lithium Bearing Grease kann mit anderen FYH-Schmierstoffen gemischt werden, wie zum Beispiel dem Gold-3A-Fett auf Lithiumseifenbasis. Dies verbessert Leistung, Korrosionsbeständigkeit, Belastbarkeit und sorgt für eine längere Lebensdauer der Lager. Erhältlich ist das neue Lithium Bearing Grease auch in automatisierten Schmiervorrichtungen. Fortschrittliche Dichtungen, hochqualitatives Fett: Mit diesen Vorteilen der SRU-Lager sind Konstrukteure für alle Eventualitäten gerüstet. www.findling.com CSG-2A Präzision trifft Lebensdauer HANNOVER MESSE 23. - 27.04.2018 Halle 14/15 | Stand 308 www.harmonicdrive.de

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