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DER KONSTRUKTEUR 1-2/2019

DER KONSTRUKTEUR 1-2/2019

TITELSTORY

TITELSTORY SCHLAMMSCHLACHT GEWONNEN! PRODUKTE UND ANWENDUNGEN Die einbaufertigen Pendelrollenlagereinheiten eines Premium-Herstellers sind besonders robust und eignen sich deshalb unter anderem für den Einsatz in Bau- und Landmaschinen. Ob sie auch wirklich halten, was der Anbieter verspricht, wollte ein Anwender ganz genau wissen. Er hat die Komponenten im Rahmen eines Pilotprojekts einer anspruchsvollen Testreihe unterzogen. Dabei wurden die Pendelrollenlagereinheiten über 190 h einem Betrieb im Schlammwasser ausgesetzt. Der Einsatz im Schlammwasser ist für Wälzlager so etwas wie ein Worst-Case-Szenario: Selbst vergleichsweise robuste geteilte Stehlager fallen dabei regelmäßig nach kürzester Zeit aus, da sich bei Schiefstellung der Welle die Dichtung abhebt. Dabei entsteht ein Spalt, durch den der Schlamm eindringt und das Lager so stark kontaminiert, dass es zu einem vorschnellen Ausfall kommt. Das macht einen regelmäßigen Austausch der Produkte erforderlich, der bei herkömmlichen Stehlagern mit einer sehr zeitaufwändigen Demontage und Montage einhergeht. „Der Knackpunkt bei dieser Anwendung ist, dass bislang verfügbare Dichtungen keine Fluchtungsfehler ausgleichen können“, erläutert Klaus Findling, Geschäftsführer von Findling Wälzlager. „Wenn die Dichtwirkung nicht in wirklich allen Situationen gewährleistet ist, gelangt jedwede Verunreinigung in das Lager. Dabei ergeben sich zwei Probleme: Einerseits unmittelbar die Kontamination. Andererseits wird im Lager durch die Feuchtigkeit in der Folge auch eine starke Korrosion auftreten.“ PROBLEM GEBANNT? Problem erkannt – aber auch gebannt? Diese Frage stellte sich ein Kunde von Findling, der im umfangreichen Portfolio des Karlsruher Wälzlagerexperten die SRU-Pendelrollenlagereinheiten für sich entdeckt hatte. Diese einbaufertigen Lösungen sind für Konstrukteure 12 DER KONSTRUKTEUR 1-2/2019

ANTRIEBSTECHNIK 01 Die einbaufertigen SRU-Pendelrollenlagereinheiten sind für Konstrukteure ein Rundum-sorglos-Paket generell ein Rundum-sorglos-Paket. Wichtig für die vorliegende Anwendung ist, dass sie mit dreilippigen Dichtungen ausgestattet sind, die speziell für den Einsatz unter starken Belastungen konzipiert sind. Anders als bei herkömmlichen Lösungen kann sich das IM VERGLEICH ZU STANDARD- GEHÄUSELAGERN SIND DIE TRAG- ZAHLEN UM EIN VIELFACHES HÖHER Dichtungssystem nämlich um ±2° selbst ausrichten und somit Fluchtungsfehler und Wellendurchbiegungen ausgleichen. Im Gegensatz zu anderen Lösungen lässt sich so laut Findling in jeder Stellung eine perfekte Abdichtung gewährleisten. Auch bei maximaler Ausgleichsstellung des Lagers wird der positive Kontakt mit einem speziellen Dichtungsblech dauerhaft gehalten. „Wir sehen hervorragende Einsatzmöglichkeiten der Einheiten vor allem bei der Fördertechnik von Schüttgut oder in landwirtschaftlichen Maschinen, Systemen wie Förderschnecken von Biogasanlagen oder als Hauptwellenlager von Anbaugeräten“, sagt Klaus Findling. „Auch in Großsägeanlagen für Holz und Aluminium bewähren sich die SRU-Lager.“ Über einen Betrieb im Schlammwasser gab es bisher keine Erfahrungswerte – obwohl die Einheiten SRU-PENDELROLLENLAGEREINHEITEN Statt mehrerer einzelner Komponenten wie bei traditionellen geteilten Stehlagern besteht das Lagersystem aus einem fertig installierten Satz aus Lager und Gehäuse aus hoch - festem Gusseisen (GGG). Die abgedichteten Lagereinheiten sind mit einem extrem robusten und hoch belastbaren Pendelrollenlager ausgestattet. Im Vergleich zu Standard- Gehäuselagern sind die Tragzahlen um ein Vielfaches höher. Die Lösung wirkt zudem winkelfehlerausgleichend, bietet einen hohen Drehzahlbereich und gewährleistet extrem hohe Haltekräfte auf der Welle. Eine einzige, bereits vorgefettete Komponente deckt sowohl Fest- als auch Loslagerung ab. Die Montage ist einfach und wenig fehleranfällig. Für eine besonders unkomplizierte und sichere Befestigung sorgt Z-Lock, ein spezielles Verriegelungssystem: Es garantiert dank der gleichmäßigen 360°-Kontaktfläche hohe Haltekräfte, ohne die Welle zu beschädigen und ohne die Lagerluft und den Rundlauf des Lagereinsatzes negativ zu beeinflussen. DER KONSTRUKTEUR 1-2/2019 13

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