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DER KONSTRUKTEUR 1-2/2020

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DER KONSTRUKTEUR 1-2/2020

HYGIENIC DESIGN

HYGIENIC DESIGN PRÄZISER PIEKS FÜR GESUNDEN FISCH Was haben Inox-Linearmotoren mit Antiobiotikaeinsatz in der Fischzucht zu tun? Die hier vorgestellten besonders dynamischen und kompakten Edelstahl-Linearmotoren in Schutzklasse IP69K kommen in einer Anlage zum Einsatz, die bis zu 20 000 Fische in der Stunde impft und so den Einsatz von Medikamenten in Aquakulturen deutlich verringern kann. besonders anfällig. Der Schaden durch einen Befall kann für die Züchter schnell existenzbedrohend werden. So hatte die Lachsseuche Infektiöse Salm-Anämie (ISA) seit ihrem Ausbruch 2007 die chilenische Lachsproduktion innerhalb von zwei Jahren von 400 000 auf 250 000 t einbrechen lassen. Neben der ISA gibt es allerdings noch zahlreiche weitere Krankheiten, die die Bestände bedrohen. Viele Züchter setzen daher schon prophylaktisch und in großen Mengen Medikamente, insbesondere Antibiotika ein. Die wachsende Kritik an diesen Begleiterscheinungen hat dazu geführt, dass in Europa der Einsatz von Medikamenten beschränkt wurde. SPECIAL Fisch ist schon heute weltweit betrachtet der wichtigste Proteinlieferant für die menschliche Ernährung. Die Nachfrage danach soll sich nach Expertenmeinung innerhalb von ein oder zwei Dekaden sogar noch verdoppeln. Ohne Aquakulturen lässt sich dieser Hunger nach Fisch nicht mehr stillen. Die negativen Begleiterscheinungen der industriellen Aquakultur wie starke Belastungen durch hohe Medikamentengaben haben allerdings insbesondere die Konsumenten in Europa abgeschreckt und den Absatz vor einigen Jahren einbrechen lassen. Fische für Aquakulturen sind auf maximalen Ertrag gezüchtet und müssen in konventionellen Anlagen aus ökonomischen Gründen mit wesentlich weniger Raum auskommen als ihre Artgenossen in der Wildbahn. Sie sind damit für Krankheiten und Parasiten Autor: Franz Joachim Roßmann, Fachjournalist, Gauting GANZ OHNE ANTIBIOTIKA? Besonders Norwegen bemüht sich seit langem, die Probleme der Aquakultur zu lösen. Dem Land, bei dem Fisch Platz drei unter den wichtigsten Exportgütern einnimmt, ist es zwischenzeitlich gelungen, in der Fischzucht fast gänzlich auf Antibiotika zu verzichten. Dabei setzten die norwegischen Fischzüchter auf dem Höhepunkt des Medikamentenverbrauchs 1987 rund 50 t Antibiotika pro Jahr in ihren Farmen ein – mehr als allen Einwohnern Norwegens zusammen im selben Zeitraum verschrieben wurde. Inzwischen liegt der Verbrauch dort in den Farmen unter 100 kg pro Jahr. 98 % aller gezüchteten Lachse aus dem skandinavischen Land kommen so überhaupt nicht mehr mit Antibiotika in Berührung. Möglich wurde dies durch das Impfen der Fische. Dabei werden meist mehrere Impfstoffe zugleich injiziert. Da bei wechselwarmen Tieren, zu denen die Fische gehören, der Metabolismus abhängig von der jeweiligen Temperatur unterschiedlich schnell arbeitet, enthält die Spritze zusätzlich einen Stoff, der das Immunsystem anheizt. 38 DER KONSTRUKTEUR 1-2/2020

HYGIENIC DESIGN Doch das Verfahren ist aufwendig, da der Impfstoff jedem Fisch bisher einzeln manuell mit der Spritze injiziert werden musste. In Anbetracht der jährlich gezüchteten Menge – 2010 wurden alleine 1,4 Mio. t Lachs weltweit in Aquakulturen aufgezogen – stößt dieses Vorgehen an seine Grenzen. Das Maschinenbauunternehmen Maskon setzt daher auf die Automatisierung des Impfens. Eine von dem Unternehmen entwickelte Anlage, für die nur ein Bediener benötigt wird, ist je nach Ausführung in der Lage, 20 000 Fische pro Stunde automatisch zu betäuben, zu sortieren, zu vereinzeln und zu impfen – eine Menge, für die sonst vier bis sechs erfahrene DIE LINEARMOTOREN SIND BESONDERS KOMPAKT UND KOMMEN OHNE ABSTEHENDE TEILE ODER GETRIEBE AUS „Fischimpfer“ eingesetzt werden müssten. Die Maschine kann aber nicht nur wesentlich mehr Fische impfen, sondern gewährleistet auch eine spürbar höhere Impfqualität als der Mensch. Das Herzstück der Anlage bilden ein (VX-4) oder zwei Impfmodule (VX-8), die jeweils mit vier Impfstationen ausgestattet sind. Ein Bildverarbeitungssystem des Osloer Unternehmens Tordivel vermisst zunächst jeden Fisch und liefert die Informationen für die Berechnung des individuellen Injektionspunkts. Die entsprechende Positionierung der kompletten Impfstation übernimmt dann jeweils ein Linearmotor von LinMot. Dadurch gelingt es, für jeden Fisch die optimale Einstichstelle mit einer Genauigkeit von über 98 % zu treffen. Die mit dem Bildverarbeitungssystem ermittelte Länge des Fisches wird zudem dazu verwendet, die Injektionstiefe für jeden Fisch individuell zu berechnen. Ein Sensor an der Nadel überwacht schließlich den Injektionsprozess und die Impfdosis für jeden einzelnen Fisch. Die Mortalitätsrate beträgt in der Folge weniger als 0,02 %. 01 Der von Skala Maskon entwickelte Fischimpfautomat hilft, den Antibiotikaverbrauch in Aquakulturen drastisch zu reduzieren DIE EDELSTAHLMOTOREN Die Anwendung stellt entsprechend hohe Anforderungen an die Antriebe für die Injektionsstationen. Insbesondere müssen sie die für die Lebensmittelindustrie geltenden Hygienevorschriften einhalten. Die Edelstahlmotoren aus der Motorfamilie P01-37x120F-HP- SSC von LinMot erfüllen diese Voraussetzung. Sie sind komplett in Edelstahl (1.4404/316) ausgeführt und zeichnen sich durch die JETZT AUCH IN KURZBAUFORM Ab jetzt haben Ingenieure zwei weitere Optionen innerhalb der LinMot SSC-Produktfamilie. Mit dem PS01-37Sx60F-HP- SSC und dem PS01-37Sx120F-HP-SSC erweitert LinMot die Edelstahl-Serie durch Linearmotoren in Kurzbauform für den Einsatz in Maschinen und Anlagen für die Verarbeitung von Lebensmitteln oder für den Betrieb in der Pharmaindustrie. Ist der Anschluss einer Wasserkühlung nicht erwünscht bzw. nicht notwendig, so bietet sich der Einsatz dieser neuen SSC-Kurzmotoren besonders an. Durch gezielte Anpassungen in der Konstruktion konnte das thermische Verhalten des Motors deutlich verbessert werden. Der integrierte Montageflansch ermöglicht einerseits eine flexible Befestigung in mehreren Positionen und bietet zudem eine ausreichend große Fläche für eine effiziente Wärmeabführung. Des Weiteren ergibt sich durch die im Durchmesser vergrößerten Läufer eine Steigerung der Leistungsdaten in puncto Spitzenund Dauerkraft. Gleichzeitig gehören die Statoren mit einer Gesamtlänge von 120 bzw. 180 mm zu den kompaktesten Vertretern in der Edelstahl-Baureihe. Für den Aufbau einer kompletten Führungseinheit bietet LinMot die passenden Edelstahl-Führungen an. Sie bieten hohe Führungsgenauigkeit und ermöglichen die dynamische und präzise Positionierung der Last. DER KONSTRUKTEUR 1-2/2020 39

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