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DER KONSTRUKTEUR 10/2015

DER KONSTRUKTEUR 10/2015

AUTOMATISIERUNGSTECHNIK

AUTOMATISIERUNGSTECHNIK Sehenden Auges handeln Roboterlösung mit Visionsystem zum Handhaben von Kleinteilen Kamerageführte Robotersysteme sind in der Lage, komplexe und unterschiedliche industrielle Abläufe sicher und wirtschaftlich zu unterstützen. Ein in den Roboter integriertes Visionsystem ermöglicht es zum Beispiel, ungeordnet auftretende Objekte zielsicher zu erkennen und zu greifen. So kann ein von drei Unternehmen in Kooperation entwickelter „sehender Roboter“, große Mengen von kleinteiligen Objekten hocheffizient sortieren. Die Aufgaben rund um das Handling von Kleinteilen bilden ein umfassendes Kompetenzfeld ab, das als ein zu erschließendes Terrain für Anlagenkonstrukteure und -entwickler gelten kann. Oft lassen sich ganze Ketten von Prozessschritten per Automation rationalisieren, wenn es gelingt, die in großen Mengen anfallende Objekte hoch effizient nach Sorten zu trennen und in nächste Stationen des Be- oder Verarbeitens, Verpackens oder Entsorgens zu fördern. Solche Teile fallen oft als Schüttgut an. Die üblichen Lösungen zum Handling reichen von am Band beschäftigten Menschen über klassische Sortieranlagen auf Basis von mechanischen Trennverfahren per Rechen, Sieb oder Filter bis hin zu halbautomatisierten, kombinierten Lösungen mit integrierten Scannern. Optimierungspotenzial will hier ein „sehender Roboter“ erschließen, ein Gesamtsystem, bestehend aus Roboter, Greifer, Visionsystem, Steuerung und Software. Entwickelt wurde er von der RBC Robotics Fördertechnik GmbH, ABB, als Roboterhersteller und dem schwedischen Unternehmen Svia als Partner für das Visionssystem. Hohe Flexibilität Im Vergleich mit konventionellen, individuell automatisierten oder teilautomatisierten Handlinglösungen bringt die Kombination aus Roboter und Kamera eine hohe Flexibilität. Denn auf Änderungen der Produkte oder Abläufe reagiert der Anwender der Roboter-Lösung einfach mit Programmänderungen und bei Bedarf mit dem Umstellen oder Ändern der Greifwerkzeuge. Das Kamera-„Auge“ trägt mit dem äußerst schnellen Erkennen der Produkte, ihrer Lage und Position wesentlich zum Nutzwert bei. Wichtige Folgenutzen ergeben sich aus den relativ geringen Investitionen, kurzen Rüstzeiten, dem Generieren von zusätzlichen, vielfach verwendbaren Daten, langer Lebensdauer der Systeme und geringen Life Cycle Costs (LCC). „Die Kunden können neue Teile in fünf bis zehn Minuten einteachen, ohne dass spezielle Kenntnisse oder ein Programmierer notwendig sind“, erklärt Frank Götz, Geschäftsführer von RBC Robotics Fördertechnik GmbH. Anschließend ist das System in der Lage, Positionen und Konstellationen von Bauteilen an den Roboter zu übermitteln. Der Roboter übernimmt diese Informationen an einer Referenzposition, fährt dann zur Kamerafläche und greift das Bauteil. Anschließend fährt er zurück auf die Referenzposition und meldet „Bauteil gegriffen.“ Dann führt der Roboter seine bauteilspezifische Aufgabe aus. Zeitgleich nimmt das Visionsystem ein neues Bild auf oder startet die Zuführung, um neue Bauteile in den Erfassungsbereich der Kamera zu bringen. Die Software und die bereits mit ihr vorbereiteten Routinen tragen maßgeblich zur hohen Bedienerfreundlichkeit bei. Werden bereits bekannte Teile bearbeitet, kann der Anwender das komplette Programm per Auswahlliste aus der Datenbank holen. Das System lädt dann selbsttätig alle Parameter inklusive Geschwindigkeiten für das Greifen und Zuführen. Mechanische Einstellungen erübrigen sich. Das mobile Handprogrammiergerät FlexPendant steigert den Bedienungskomfort.

y ACE S E R V I C E

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