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DER KONSTRUKTEUR 10/2015

DER KONSTRUKTEUR 10/2015

AKTUELL KOMMENTAR Smarte

AKTUELL KOMMENTAR Smarte Produkte und Services Wer wird das Geschäft machen? Bis heute waren diejenigen Unternehmen am erfolgreichsten, die die Eigenschaften ihrer Produkte und Dienstleistungen auf innovative Weise verbesserten. Künftig werden es Unternehmen sein, die es verstehen, ihre Produkte und Dienstleistungen zu smarten Produkten und Services „digital zu veredeln“. Genau hierin liegt die größte Chance aber auch die größte Hürde. Dirk Spindler, Leiter Forschung und Entwicklung Industrie, Mitglied der Geschäftsleitung Industrie, Schaeffler Technologies AG & Co. KG, Schweinfurt Wie könnte man sich nun ein typisches Industrie 4.0-Szenario vorstellen und welche Konsequenzen sind daraus zu ziehen? Ein Modell: Smartphones erhalten im Automobil während der Fahrt die Daten der Regensensoren bzw. des Scheibenwischers und leiten sie zusammen mit dem aktuellen Ort des Fahrzeuges in eine Cloud. Ausreichend viele Teilnehmer vorausgesetzt, sollte es nun möglich sein, sehr präzise in Echtzeit digitale Regenkarten ganz ohne Hardware (!) für die Wettervorhersage zu berechnen. Sowohl Stärke als auch Fortbewegung der Regenfelder sind ermittelbar. Science fiction? Nein, das System ist in den USA von der The Weather Company bereits im Einsatz. Von Big Data zu Smart Data zu einem neuen Geschäftsmodell. Gewinner ist der Betreiber der Software-Plattform, Verlierer werden die traditioniellen Hersteller von Messstationen sein. Die erste Message von Industrie 4.0 im Sinne von Smart Products und Services ist schlicht: es geht im Kern nicht mehr um das Produkt. Gewinner in der vernetzten Welt werden die Erfinder und Betreiber von Hardware- und Software-Plattformen sein, die es schaffen, genügend Marktteilnehmer miteinander digital zu vernetzen. Falls Produkte oder Services über Plattformen gehandelt werden, die nicht dem Hersteller gehören, führt das dazu, dass der Plattformbetreiber vom Hersteller viel Kapital abziehen wird. Die Erfahrung in den Endverbrauchermärkten hat gezeigt, dass in der Regel eine einmal erfolgreich etablierte Plattform nicht mehr von einem zweiten Anbieter besetzt werden kann. „The winner takes all“ ist die zweite Message von Industrie 4.0. Daher ist es bedenklich, auf Innovationen zu warten und anzunehmen, „mitlaufen“ zu können. Software-Plattformen und deren Betreiber werden die zukünftigen „Kontrollpunkte“ in der Wirtschaft sein und beträchtliches Kapital von der Hardware-Industrie abziehen, wenn die Industrie dieses Spielfeld nicht zuerst besetzt. Alternativ dazu werden Kooperationen zwischen Hardware- und Software-Anbietern der Industrie die Möglichkeit eröffnen, der Gesellschaft ganz neue Lösungen z. B. im Umgang mit Energie, Mobilität und Arbeit anzubieten. Ein anderes Beispiel aus der Agrartechnik sind die relativ neuen Versicherungen gegen Ernteausfälle. Diese Geschäftsmodelle sind erst mit den digitalisierten Landmaschinen, den rechnerischen Wachstumsmodellen und mit der modernen Satellitentechnik möglich geworden. Mit den Daten errechnen die Versicherungen die Erntemenge und daraus den poten - ziellen Schaden bei Ernteausfall sowie den Versicherungsbeitrag. Kleiner aber sehr wichtiger Bestandteil dieses Modells sind Saatgut-, Dünger- und Pflanzenschutzsteuer, die die vorgegebenen Mengen auch tatsächlich ausstreuen. Hierfür leisten die FAG-Drehmomentmessmodule in den modernen Streuern einen wichtigen Beitrag, indem sie die Präzision der Streuer in allen Betriebszuständen deutlich verbessern und sowohl sparsameren Einsatz von Saatgut und Düngemitteln als auch genauere Erntevorhersagen ermöglichen. Die dritte Message: Aus dem Vorhandensein von Daten mehrerer Quellen können auch fachfremde oder branchenfremde Unternehmen Geschäftsmodelle entwickeln. Worauf kommt es nun in der Entwicklung an? Zukünftig geht es in der Produktentwicklung um die Frage, wie das Produkt mit der Digitalisierung und Vernetzung neu benutzt werden kann und wie die anfallenden Daten Produkte mit Digitalisierung und Vernetzung neuen Anwendungen erschließen während des Gebrauches zu Smart Data verarbeitet werden können. Innovative Entwicklungen sind nicht mehr allein auf die Verbesserung von Produkten bezogen, sondern auf die Bedürfnisse der „User“ fokussiert – oftmals individualisiert. Die Lastenhefte müssen nach dem Prinzip B2B2C neu geschrieben werden. Die Aufgabe für die Industrie lautet ganz klar: wir müssen die Ersten sein und die Aussichten dazu sind bislang sehr gut. www.schaeffler.de 6 Der Konstrukteur 10/2015

AKTUELL Fachmesseduo Blechexpo und Schweisstec setzt Erfolgskurs fort Mit der 12. Ausgabe der Blechexpo – Internationale Fachmesse für Blechbearbeitung und der 5. Ausgabe der Schweisstec – Internationale Fachmesse für Fügetechnologien, vom 3. bis 6. November 2015 in der Landesmesse Stuttgart setzt das praxisorientierte Fachveranstaltungs-Duo seinen Erfolgskurs fort: Wie der Messeveranstalter P.E. Schall mitteilt, sind die Blechexpo und die Schweisstec deutlich auf Rekordkurs und vermelden an Ausstellern sowie an Hallenflächen Zuwachs. Durch die stetige Aufwärtsentwicklung sowie vor allem die permanent steigende Internationalität sieht sich der Veranstalter darin bestätigt, dass die lückenlose Darstellung der Prozessketten für die Blech-, Profil und Rohr-Verarbeitung ihre Zielgruppe voll trifft und damit die Interessenlage des Fachpublikums aus aller Welt widerspiegelt. Dadurch dass sich in diesem Jahr auch diverse namhafte Hersteller und Anbieter aus dem Bereich Messtechnik sowie Bildverarbeitung und Visionssysteme für die Blechexpo und Schweisstec angemeldet haben, schließt sich die Prozesskette weiter, denn z. B. die Digitalisierung von Modellen und Prototypen sowie die messtechnische Qualitätskontrolle in der Fertigung sind heute unverzichtbare Bausteine in der Prozesskette Be- und Verarbeitung von Blechen, Rohren und Profilen. www.blechexpo-messe.de www.schall-messen.de Mit neuem Namen in die Zukunft Einer der führenden Polymer-Werkstoffhersteller der Welt hat eine neue Identität: Bayer Materialscience firmiert seit dem 1. September 2015 unter dem Namen Covestro. Das Unternehmen ist nun wirtschaftlich und rechtlich eigenständig, bleibt aber zunächst eine vollständige Tochtergesellschaft der Bayer AG. Diese will Covestro bis spätestens Mitte 2016 an die Börse führen, um sich ausschließlich auf die Life-Science-Geschäfte zu konzentrieren. Geleitet wird Covestro von einem vierköpfigen Vorstand. Er besteht neben dem Vorsitzenden Patrick Thomas aus Frank H. Lutz (Finanzen, Arbeitsdirektor), Dr. Klaus Schäfer (Produktion und Technologie) und Dr. Markus Steilemann (Innovation). www.covestro.com Wälzlager-Standardwerk neu aufgelegt Schaeffler hat die „Wälzlagerpraxis“, das Handbuch zur Berechnung und Gestaltung von Wälzlagerungen, überarbeitet. In Zusammenarbeit mit den Vereinigten Fachverlagen erscheint es in der 4. Auflage. Neue Kapitel zeigen die Weiterentwicklung der Wälzlagertechnik u. a. in den Bereichen Mechatronik und Beschichtungen. Die Ausgabe wurde um 400 Seiten erweitert und stellt die Kernthemen rotatorischer – und jetzt auch translatorischer – Wälzlager dar. Das Buch ist seit April für 65 Euro erhältlich unter: www.shop.engineering-news.net www.schaeffler.com www.engineering-news.net Was immer Sie brauchen. Präzise Motoren für präzise Tattoos. maxon DC-Motoren stecken auch in Tätowiergeräten. Dort werden die präzisen Antriebe aufgrund ihrer Energieeffizienz, Dynamik und Leichtigkeit eingesetzt. Was immer Sie in der Antriebstechnik brauchen, maxon motor hilft Ihnen dabei. Telefon +49 (89) 420 493 0 info@maxonmotor.de www.maxonmotor.de Motek 2015 Stuttgart 5. – 8. Oktober 2015 Halle 6, Stand 6435

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