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DER KONSTRUKTEUR 10/2015

DER KONSTRUKTEUR 10/2015

KONSTRUKTIONSELEMENTE

KONSTRUKTIONSELEMENTE Aufzug für die Einkaufswagen Hochleistungszahnriemen bewegen Stahlkörbe elf Meter in die Höhe Sie werden geschubst, gezogen, geschoben und manchmal in der Ecke stehen gelassen. Aber wer möchte schon im Supermarkt auf sie verzichten? In Leipheim, einem kleinen Ort zwischen Ulm und Augsburg direkt an der A8, verlassen jährlich über 1 Million Einkaufswagen die Produktionsstätte des Weltmarktführers Wanzl. Bei einem derart hohen Durchsatz an Stahlstäben und Körben stellt der innerbetriebliche Transport der Körbe zwischen den einzelnen Herstellungsschritten eine logistische Herausforderung dar. Hochleistungszahnriemen übernehmen dabei eine tragende Rolle. Einkaufswagen dienen zum Transport von Gütern. Zuvor aber, bei ihrer Produktion, müssen sie, oder ihre Einzelteile, selbst transportiert werden. Die Technikmanufaktur Augenstein, ein Sondermaschinenhersteller, hat sich auf Lösungen rund um das Fördern, Heben, Verpacken, Abfüllen, Zuführen und Transportieren spezialisiert. Geschäftsführer Jörg Deiters erzählt: „Anfang 2014 erhielten wir von dem Einkaufswagen-Hersteller Wanzl eine Anfrage über zwei Etagenheber inklusive der erforderlichen Rollenförderer für den Aufgabe-, Abgabe- und den Weitertransport sowie für die Steuerungs- und Sicherheitstechnik“. Die Rahmenbedingungen sind anspruchsvoll: Bis zu 2 t Last inklusive Fahrkorb sind über 11 m nach oben zu transportieren. Für die Rollenförderer war eine Gesamthöhe von nur 115 mm gefordert und es mussten Euro-Paletten, Industriepaletten und sogar Gitterboxen transportierbar sein. Auch waren Überhänge über die Außenkonturen der Paletten zu berücksichtigen. „Wir erhielten schließlich den Auftrag und realisierten eine Palettenerkennung und eine Konturenerkennung mittels Lichtgitter, eine Aufgabestelle, eine Entnahmestelle, die Zutrittskontrolle, die gesamte Transporttechnik für alle Palettengrößen und den Etagenheber“, ergänzt der Projektleiter Norbert Zachmann. In den einzelnen Stockwerken wurden zusätzlich Schnelllauftore als Absturzsicherung installiert. Sie unterdrücken außerdem die Zugwirkung in dem fest ummauerten Etagenheber. An der vor kurzem fertig gestellten Anlage fährt der Mitarbeiter mit dem Hubwagen hinter die Zutrittskontrolle bis zum Anschlag ein, lässt die Palette oder Gitterbox auf den Rollenförderer ab, fährt heraus, quittiert die Zugangskontrolle und gibt am Terminal an, in welche Etage das Fördergut soll. Sobald die Steuerung den Fahrbefehl gegeben hat, fährt das Fördergut durch die Konturenkontrolle und das Schnelllauftor in den Fahrkorb des Etagenhebers. Dieser fördert das Gebinde in die vorgewählte Etage. Die Steuerung entscheidet die Reihenfolge der an den Terminals eingegebenen Fahraufträge. Bis zu 50 Palettenbewegungen sind pro Stunde möglich. 01 Blick vom Rollenförderer auf den Fahrkorb und die beiden seitlichen Zahnriementriebe 74 Der Konstrukteur 10/2015

KONSTRUKTIONSELEMENTE Zwei Riemen Während der Konzeptphase nahm Augenstein mit seinem Antriebstechnik-Lieferanten Roth Ingenieurtechnik aus Nürnberg Kontakt auf, um den Einsatz von wartungsarmen Polyurethan-Zahnriemen prüfen zu lassen. Reinhold Michl, der zuständige Roth-Außendiensttechniker aus Nürnberg, legte die parallel angeordneten Zahn riementriebe für eine Last von 2,2 t und eine Anfahr- bzw. Bremsbeschleunigung von 0,25 m/s 2 aus. Der gewählte Polyurethan-Zahnriemen Breco ATS 15 in einer Breite von 150 mm erträgt die Lasten problemlos. Die Betriebsfaktoren für die Zahntragfähigkeit und die Seilzugkraft sind dabei aus reichend bemessen. Antriebsposition Eine hohe Teilungsgenauigkeit und Riemen-Längengleichheit gewährleisten präzise Positionsfahrten Viele Anbieter gehen bei Hubantrieben den Weg, den Motor unten zu platzieren, da sich die Befestigung und die Verkabelung einfacher gestaltet. Wird aufgrund der Bauhöhe eine Grube erforderlich, treibt dies jedoch die Baukosten in die Höhe. Augenstein hat den Antriebsmotor bei seinen Vertikalförderern oben platziert. Die unteren Riemenscheiben dienen zur Umlenkung und sind unverzahnt ausgeführt. „Das ist für den Zahnriemen in einem Hebeantrieb

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