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DER KONSTRUKTEUR 10/2015

DER KONSTRUKTEUR 10/2015

MASCHINENSICHERHEIT I

MASCHINENSICHERHEIT I SPECIAL strenge Anforderungen hinsichtlich ihrer dauerhaften Funktionalität. Es muss sichergestellt sein, dass die internen Relais-Kontakte hinreichend gegen ein Festschweißen durch zu hohe Ströme abgesichert sind. Hersteller derartiger Sicherheits-Schaltgeräte schreiben daher oft eine Absicherung mit 6 A vor. Anwender müssen also hier eine gesonderte Sicherung setzen. Die neuen Geräteschutzschalter-Boards erlauben es auch, nach Entfernung einer Steckbrücke die Freigabekontakte eines Sicherheits- Relais einfach einzuschleifen. So wird kein zusätzlicher Platz für eine separate Sicherung benötigt. Auch hier wird die Verkabelung einfacher und übersichtlicher. 03 „2 in 1“-Absicherung - konventionelle Absicherung der Sicherheits-Relais-Kontakte gegen Festschweißen mit separaten Schmelzsicherungen (links) gegenüber einer „2 in 1“-Absicherung der Relais-Kontakte inklusive der Verbraucher mit nur einem Geräteschutzschalter (rechts) Geräteschutzschalter versus Leitungsschutzschalter Bei Leitungsschutzschaltern mit C-Charakteristik liegt die obere Auslösegrenze deutlich über ihrem Nennstrom. Ein Überstrom, der den Leitungsschutzschalter noch nicht zum Auslösen bringt, aber die Leistungsabgabe der Stromversorgung übersteigt, führt zu einem Spannungseinbruch an allen anderen Verbrauchern – wie etwa Steuerungen. Dies führt zum Totalausfall der Anlage. Elektronische Geräteschutzschalter reagieren weitaus schneller und empfindlicher. Sie begrenzen mit ihrer aktiven Strombegrenzung den Überlast- und Kurzschlussstrom soweit, dass es nicht zu einem Spannungseinbruch kommt. Geräteschutzschalter haben – trotz ihrer Baubreite von nur 12,3 mm – den potenzialfreien Fernmeldekontakt bereits integriert. Leitungsschutzschalter bauen mit ihrem Hilfskontakt-Modul doppelt so breit. Absicherung von Safety-Relais Verfügbar sind Boards mit vier, acht oder zwölf Absicherungs-Kanälen – mit einer internen Gruppensignalisierung, die in zwei Sektionen aufgeteilt werden kann. So kann eine Vielzahl von Kanälen mit nur wenigen SPS-Eingängen überwacht werden. Die Freigabe-Strompfade – also die Laststromkreise – von Sicherheits-Relais, die in Applikationen der Funktionalen Sicherheit eingesetzt werden, haben besonders Fazit Die Geräteschutzschalter-Boards sorgen für eine schmale und platzsparende Potenzialverteilung ohne zusätzliche Reihenklemmen. Die Boards können ohne Festlegung auf bestimmte Nennstromwerte vorverdrahtet und später bei der Inbetriebnahme im Feld an die Anlagensituation angepasst werden. Dabei können die Schutzstecker individuell kodiert werden, um eine falsche Bestückung – etwa bei späteren Service-Einsätzen – zu vermeiden. Die Stecker verriegeln sicher auch in Umgebungen mit erhöhten Anforderungen an Schock und Vibration. Für die Ferndiagnose, die in ausgedehnten dezentralen Anlagen wichtig ist, werden die potenzialfreien Kontakte der Gruppensignalisierung genutzt. Mit den Boards können die Freigabe- Strompfade von Sicherheits-Relais einfach mit abgesichert werden. Der angepasste Einsatz von Geräteschutzschalter-Boards vermeidet komplette Anlagenstillstände und Produktionsausfälle, die durch lokale Überströme oder Kurzschlüsse entstehen. www.phoenixcontact.de Sicher schalten unter Extrembedingungen Die Seilzug-Notschalter der Serie ZS 91 hat das Unternehmen Steute an die rauen Umgebungsbedingungen der Schüttgut- Fördertechnik und des Untertagebetriebs angepasst. Wichtige Merkmale des Seilzug-Notschalters sind das Gehäuse aus extrem belastbarem Kunststoff und die Eignung für einen sehr großen Temperaturbereich. Die Seillänge kann bis zu 2 x 100 m betragen. Optional sind die Schaltgeräte, die in unterschiedlichen Kontaktversionen verfügbar sind, mit integrierten Steckverbindern ausgerüstet, die einen direkten Anschluss an das sicherheitsgerichtete „Dupline Safe“-Bussystem ermöglichen. www.steute.com 88 Der Konstrukteur 10/2015

SPECIAL I MASCHINENSICHERHEIT Monitoring-Lösung für Sicherheitsbremsen Mit dem Bremsenansteuermodul Roba-brake-checker bietet Mayr Antriebstechnik eine intelligente Lösung für das Monitoring elektromagnetischer Sicherheitsbremsen. Das Modul kann Bremsen nicht nur bestromen, sondern auch sensorlos überwachen. Es erkennt den Schaltzustand des Aktors sowie Verschleiß der Bremsbeläge. Durch den Vergleich von Anzugsstrom und Haltestrom kann das Modul auf eine mögliche Verschleißreserve und Leitungsbruch schließen oder gegebenenfalls unzulässige Erwärmung erkennen. Dadurch detektiert es sicherheitskritische Zustände und Fehler vor ihrem Eintritt und gewährleistet so höchste Betriebssicherheit für Maschinen und Anlagen. Die sonst zur Zustandsüberwachung üblichen Mikroschalter und Näherungsinitiatoren mitsamt der dazugehörigen Verkabelung können entfallen. Das neue Modul ist für eine Eingangsspannung von 24 oder 48 V Gleichspannung vorgesehen und kann Bremsen mit einem Spulennennstrom von 10 bzw. 5 A ansteuern. Im Vergleich zu den bisherigen Schnellschaltgleichrichtern, zeichnet sich das Modul neben der höheren Leistung zudem durch einen größeren Eingangsspannungsbereich von 18-30 V DC bzw. 42-54 V DC und eine geregelte Ausgangsspannung bei Absenkung aus. Außerdem ist eine höhere Takthäufigkeit möglich. Das Überwachungsmodul ist flexibel für ein breites Bremsenspektrum einsetzbar. Vollständig überarbeitet! Die Berechnung und Gestaltung von Wälzlagern erreicht eine neue Ära Wälzlagerpraxis www.mayr.com Mensch und Maschine schützen – Pneumatikspezialist zeigt Wege auf Der Pneumatikhersteller Ross Europa präsentiert einige Highlights seiner umfangreichen Safety-Palette. Einige Beispiele: Das modulare Zwillingsmagnetventil MDM2 bietet fehlersichere Energietrennung und verbindet bewährte Ross DM2-Technik mit integriertem Sanft- Anlauf. Es ist auch als Baugruppe in Verbindung mit dem Absperr- und Entlüftungsventil L-O-X verfügbar. Das in luft- und magnetbetätigter Version erhältliche 5/2-Wege-Crossmirror-Ventil wurde für Applikationen konzipiert, die eine sichere Antriebssteuerung und im Fehlerfall die Rückkehr des Antriebs in die sichere Ausgangsstellung erfordern. Das Zylindersystem Power Pak vereint die Kraft der Hydraulik mit den flexiblen Eigenschaften der Pneumatik, wobei ein Presskraftbereich von 0,6 bis 100 t abgedeckt wird. Als Hauptsteuerventil empfiehlt Ross den Einsatz des bewährten 5/2-Wege-Zwillingsmagnetventils (ZMV) mit Crossmirror- Überwachung. Wie bei allen eigensicheren ZMV von Ross mit Performance level e sind auch bei diesen Produkten Haupt- und Vorsteuerventilsystem jeweils doppelt vorhanden (redundanter Ventilaufbau), so dass ein hoher Sicherheitsstandard erfüllt wird. Selbstverständlich liegt die Einsatzgenehmigung der Deutschen Berufsgenossenschaft vor. Das Ross-Programm umfasst Sicherheitslösungen bis Kategorie 4, nach DIN EN ISO 13849-1, Pl e. www.rosseuropa.com Das Standardwerk für Konstrukteure und Studenten in der 4. Auflage. Wälzlagerpraxis jetzt bestellen unter shop.engineering-news.net

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