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DER KONSTRUKTEUR 10/2016

DER KONSTRUKTEUR 10/2016

AKTUELL KOMMENTAR Der

AKTUELL KOMMENTAR Der Konstrukteur hat die Macht Einsatz von 3D-Druck macht vieles möglich Der Traum eines jeden Konstrukteurs: Am Morgen eine Idee, am Mittag die fertige Zeichnung und am Abend den funktionsfähigen Prototypen auf dem Schreibtisch. Diese Wunschvorstellung ist dank 3D-Druck und seiner Entwicklung jetzt auch für kleinere Unternehmen möglich – und keine Science-Fiction mehr. Manuel Tosché, Geschäftsführer der MULTEC GMBH in Riedhausen Viele große Unternehmen profitieren bereits von den Möglichkeiten des 3D-Drucks und nutzen hierfür aufwendige und teure Verfahren oder bedienen sich der Unterstützung von Druckdienstleistern. Wie die Unternehmensberatung Ernst & Young in einer Umfrage feststellte, sind deutsche Unternehmen derzeit führend im Einsatz dieser neuen Technik. Gleichzeitig zeigt sich aber auch, dass vor allem mittelständische und kleine Betriebe aufgrund der Kosten vor der Einführung zurückschrecken – und die vermeintlichen Schwierigkeiten der Drucktechniken scheuen. Hier kann die vielseitige Technik des FDM-Drucks (Fused Deposition Modeling) die Lösung sein. Kostengünstig können bei diesem Verfahren Prototypen, Vorserien und Kleinserien mit guten Festigkeiten und aus verschiedenen thermoplastischen Materialien gefertigt werden. Dabei ist das FDM-Verfahren einfach zu beherrschen und liefert bereits nach kurzer Einarbeitung hervorragende Ergebnisse. Besonders kleinere Unternehmen, die häufig vor dem Aufwand der Aufbereitung der CAD-Daten zurückschrecken, lassen sich durch den vielfältigen Nutzen der Technik und den verhältnismäßig geringen Schulungs aufwand überzeugen. Faszinierend sind dabei vor allem die vielen Freiheiten, die Konstrukteure bei der Produktion mittels 3D-Druck haben. Ohne auf die Zwänge der Prozesse von spanabhebenden Verfahren achten zu müssen, lassen sich bei dieser Fertigung nahezu freie Formen gestalten, Festigkeitsoptimierungen durchführen und beispielsweise bionische Merkmale einarbeiten. Konstrukteure haben somit ganz neue Möglichkeiten – müssen ihre Fähigkeiten aber auch daran anpassen, so manches Mal umdenken und freier werden. Wie nahezu alle Techniken, so besitzt auch der 3D-Druck und insbesondere das FDM- Verfahren noch gewaltige Potenziale, die Der 3D-Druck bietet neue Freiheitsgrade für die Konstruktion es auszuschöpfen gilt. Die Technologie muss noch verlässlicher und insbesondere Oberflächen und Festigkeiten optimiert werden. Der Grad an Prozess-Automation und -Sicherheit ist zu erhöhen und die Anwenderfreundlichkeit noch weiter auszubauen. Die Möglichkeiten, die sich mit dem Verfahren aber bieten, sind enorm. Mittels FDM gefertigte Teile lassen sich beispielsweise durch Faserverstärkung widerstandsfähiger machen und mit Überzügen optimieren. Auch die Kombination von additiver und spanender Fertigung in einer Maschine ist ein realistischer Ausblick. Der 3D-Druck wird in der Zukunft auf jeden Fall viele Konstruktionsschritte und Fertigungen verändern. Prototypen bis zu Kleinserien lassen sich sinnvoll produzieren und direkt vor Ort fertigen. Eine ideale Möglichkeit beispielsweise für Werkstätten, die Ersatzteile direkt im eigenen Unternehmen und mit vertretbarem Aufwand fertigen können. Auch die Produktion von kleinen Serien wird dadurch in Deutschland wieder rentabel. Sehr interessant ist 3D-Druck auch für den Formenbau und den Werkzeug- und Vorrichtungsbau: Kunststoffteile, die in ähnlichen Varianten oft benötigt werden, wie Greifer-Einsätze, Werkzeugkomponenten oder Beschläge, können so schnell und günstig selbst gefertigt werden. Derzeit testen viele Unternehmen die Möglichkeiten, die ihnen der 3D-Druck bietet. Einige produzieren bereits damit vor allem Kunststoffteile, die in variabler Form regelmäßig benötigt werden. Die Technologie entwickelt sich derart rasant, dass schon in Kürze mit belastbar berechenbaren Festigkeiten gearbeitet werden kann. So wird der 3D- Druck einiges an industriellen Produktionen übernehmen. 3D-Druck eröffnet viele Chancen auch für mittelständische und kleine Unternehmen – nutzen Sie diese bereits in der Produktentwicklung, um ein Stück Science-Fiction in Ihrem Unternehmen Wirklichkeit werden zu lassen. www.multec.de 8 Der Konstrukteur 10/2016

Dichtungstechnik-Seminar in Stuttgart Am 10. und 11. November 2016 findet im Institut für Maschinenelemente (IMA) der Universität Stuttgart das Dichtungstechnik- Seminar statt. Schon seit 1962 wird am IMA im Bereich der Dichtungstechnik intensiv geforscht. Durch das starke Engagment in diesem Bereich haben Professor Haas und seine Mitarbeiter einen international anerkannten Ruf im Bereich der Dichtungstechnik. Das Dichtungstechnik-Seminar bietet die Möglichkeit, wichtiges dichtungstechnisches Verständnis zu erlangen und dieses auszubauen. Aufgrund der Vielzahl von Anforderungen sind Dichtsysteme die am meisten differenzierte Klasse von Konstruktionselementen. Eine falsche Auslegung der Dichtstelle bzw. eine falsche Auswahl der meist vergleichsweisen günstigen Dichtelemente kann zu hohen Folgekosten führen. Die Teilnahmegebühr beträgt 1250 Euro (zzgl. MwSt). Förderer des IMA können kostenfrei teilnehmen. Anmeldung per E-Mail an: Lothar.Hoerl@ima.uni-stuttgart.de www.ima.uni-stuttgart.de Schweizer Maschinenelemente Kolloquium 2016 Das Schweizer Maschinenelemente Kolloquium findet am 22. und 23. November in Rapperswil am Zürichsee zum vierten Mal statt. Dabei betrachten Ingenieure aus Industrie und Forschung die neuesten Entwicklungen im Bereich Berechnung während des Entwurfsprozesses in Maschinenbau, Feinwerktechnik sowie Kunststofftechnik. Die Schwerpunkte liegen zum einen bei den klassischen Methoden zur Berechnung von Maschinenelementen, zum anderen bei der Simulation von statischen sowie dynamischen mechanischen Systemen – mit Hilfe von FEM, MKS und ähn lichen Ansätzen. www.kisssoft.ag VDMA meldet Umsatz-Rekord für deutsche Robotik und Automation Wie der VDMA mitteilt, hat die deutsche Robotik- und Automationsbranche 2015 ein neues Rekord-Umsatzvolumen von 12,2 Milliarden Euro erwirtschaftet. Das ist ein Plus von 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Innerhalb von sieben Jahren hat sich der Umsatz nach der Krise 2009 damit knapp verdoppelt (2009: 6,2 Milliarden Euro). Der Wachstumskurs dürfte sich im laufenden Jahr weiter fortsetzen. Der VDMA prognostiziert für 2016 einen neuen Umsatzrekord von 12,5 Milliarden Euro (plus 2 Prozent). Insgesamt ist ein globaler Robotik-Boom zu beobachten. Zwischen 2010 und 2015 wurden weltweit rund 1,1 Millionen neue Industrieroboter installiert, berichtet die International Federation of Robotics (IFR). Die Roboter-Nachfrage wird den IFR-Prognosen zufolge auch in den kommenden Jahren einen sehr dynamischen Verlauf nehmen. Bis 2018 werden in den Fabriken der Welt 2,3 Millionen Industrie-Roboter installiert sein – das entspricht einem durchschnittlichen Jahreswachstum des Roboterbestandes von 12 Prozent (2016-2018). www.rua.vdma.org Schneller im Ziel mit sicherer Antriebstechnik von Pilz Setzen Sie auf Servoantriebstechnik von Pilz: Dank Safe Motion erreicht Ihr Antrieb auch mit allen gängigen Motor-Feedbacks und Feldbussen Performance Level PL e und steigert die Produktivität Ihrer Maschinen bis zu 20 %. Komplette Lösungen inklusive Engineering von der Antriebsauslegung bis zur Inbetriebnahme sparen Zeit, reduzieren Fehler und erhöhen die Sicherheit. Effizient und sicher – mit Safe Motion als Erster ins Ziel! SPS IPC Drives, Halle 9, Stand 370 Weitere Informationen zu Servoantriebstechnik von Pilz: www.pilz.com/antriebstechnik Pilz GmbH & Co.KG www.pilz.de

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