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DER KONSTRUKTEUR 10/2017

DER KONSTRUKTEUR 10/2017

AUTOMATISIERUNGSTECHNIK

AUTOMATISIERUNGSTECHNIK PRODUKTE UND ANWENDUNGEN FREIER FALL 3 – 2 – 1 – Klappe auf: Per Raketenstart wird der Badegast im freien Fall in die Röhre geschickt und jagt dann mit bis zu 50 km/h die Rutsche hinunter. Die TurboRocket ist Nervenkitzel pur. Aber welche Rolle spielen dabei Industriestoßdämpfer? Die Aquarena GmbH aus Jettingen konzipiert und baut seit 1982 innovative Rutschanlagen und Kinder-Erlebniswelten. Das Unternehmen hat schon über 2 800 dieser Wasser- Attraktionen realisiert, die europaweit in Schwimmbädern und Freitzeitanlagen, aber auch auf Kreuzfahrtschiffen für jede Menge Spaß sorgen. Mit zu den beliebtesten Attraktionen gehört dabei die TurboRocket, eine Hochgeschwindigkeitsrutsche für den maximalen Nervenkitzel, in der die Gäste Geschwindigkeiten bis 50 km/h erreichen. Für den richtigen Kick von Anfang an sorgt hier der Raketenstart, bei dem die Badegäste ihre wilde Fahrt mit einem freien Fall in die Röhrenrutsche beginnen. DIE KLAPPE AUFFANGEN Für den Freifallstart stehen die Badegäste in der Startkabine auf einer Edelstahlklappe, die schlagartig nach unten weggezogen wird. Die schwere Stahlklappe wird dabei von starken Federn weggeklappt, um sicherzustellen, dass die Badegäste bei ihrem Fall unter keinen Umständen mit ihr in Berührung kommen können. Um anschließend den Schwung der Stahlklappe so aufzufangen, dass sie nicht wieder zurückschwingen kann, und um Beschädigungen an der Konstruktion zu verhindern, haben die Konstrukteure zwei Industriestoßdämpfer eingesetzt. Diese Stoßdämpfer sind hohen Belastungen ausgesetzt, denn die Klappe wiegt mit verschiedenen Anbauten mehr als 30 kg. Die Zugfedern beschleunigen sie wegen der hohen Sicherheitsanforderungen mit rund 1,6 g, also mit mehr als dem Eineinhalbfachen der Erdbeschleunigung. So ist sichergestellt, dass die Klappe schneller wegschwenkt, als der Benutzer fallen kann. HOHE DAUERBEANSPRUCHUNG Die Stoßdämpfer müssen bei jedem Startvorgang eine hohe Energie absorbieren, und bei bis zu vier Starts pro Minute, bei Öffnungszeiten von bis zu 10 h täglich und teils ganzjährigem Betrieb in den Schwimm bädern summiert sich das zu einer gewaltigen Belastung für die Dämpfer. Die ursprünglich eingesetzten Fabrikate waren diesen Zuverlässigkeitsanforderungen nicht lange gewachsen. Schon nach weniger 24 DER KONSTRUKTEUR 10/2017

AUTOMATISIERUNGSTECHNIK genommen werden musste, bis ein Servicetechniker das Problem beheben konnte. Auf der Suche nach einer besseren Lösung stieß der Betreiber auf die PowerStop-Dämpfer der Zimmer Group. „Bei diesen Dämpfern war die Qualität einfach schon auf den ersten Blick zu erkennen“, sagt Dipl.-Ing. Mario Gabelica, Technischer Leiter bei Aquarena. „Die Funktionsweise der Wendelnut hat mich sofort überzeugt, und das hochwertige Gehäuse, die saubere Verarbeitung und die solide Auslegung der Mutter haben mir gezeigt, dass wir es hier mit sehr zuverlässigen Dämpfern zu tun haben.“ Der gute Eindruck setzte sich nach den ersten Gesprächen mit den Dämpfungsspezialisten der Zimmer Group fort. „Auf der Basis der Konstruktionszeichnungen haben wir unserem Kunden in einem Beratungsgespräch zunächst einmal empfohlen, die Dämpfer näher am Drehpunkt der Klappe zu montieren, um die Aufprallgeschwindigkeit zu reduzieren“, erinnert sich Stefan Heiland (B.Eng.), Produktmanager bei der Zimmer Group. „Diese Veränderung hat die Aufprallgeschwindigkeit von 5,8 m/s auf 2,4 m/s reduziert und damit auch die Übertragung von Schwingungen in die gesamte Rutschenkonstruktion deutlich verringert.“ als drei Monaten fielen teilweise die geräuschdämpfenden Aufprallköpfe aus Kunststoff ab, oder die Dämpfer fuhren nicht mehr in ihre Ausgangsposition zurück. Ursache hierfür war vor allem der Chlorgehalt des Wassers, der die Führungen der Dämpfer angriff und zum vorzeitigen Ausfall führte. Der Betreiber benötigte also dringend Ersatz, denn der Ausfall eines Dämpfers führte dazu, dass die Raketenrutsche jedes Mal außer Betrieb SOFTWARE ERLEICHTERT DÄMPFERAUSLEGUNG Bei der gemeinsamen Auslegung der Dämpfer zeigte sich auch, wie leicht die Online-Konfigurationssoftware (www.zimmer-group.de/ de/pdti) der Zimmer Group zu nutzen ist und wie einfach gerade die Auswahl der Lastfälle ist. Schon nach der Eingabe einiger weniger Parameter war klar, dass hier zwei Dämpfer M25 x 1,5 S zum Einsatz kommen sollten. Zusätzlich sind die Dämpfer mit einem fertig eingestellten Endanschlag ausgerüstet und brauchen daher vor Ort nur noch auf Maß eingebaut zu werden. Die Dämpfer selbst bestehen standardmäßig aus Edelstahl und sind damit dauerhaft chlorresistent. Auch für die Anschlaghülse zur Einstellung des Hubs wurde Edelstahl gewählt, und der fest verschraubte Aufprallkopf verhindert zuverlässig, dass Teile in die Rutschbahn gelangen können. Die Dämpfer sind für eine hohe Energieaufnahme bei kurzem Hub ausgelegt, sodass die Wendelnut eine optimale DIE STOSSDÄMPFER SIND HOHEN BELASTUNGEN AUSGESETZT

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