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DER KONSTRUKTEUR 10/2017

DER KONSTRUKTEUR 10/2017

PRODUKTE UND ANWENDUNGEN

PRODUKTE UND ANWENDUNGEN ANTRIEBSTECHNIK DIE LIEBSTEN IN SICHEREN HÄNDEN Sie müssen Personen und Anlagen schützen, im Notfall auch Leben retten – die Bremsen von Mayr Antriebstechnik. Anwender müssen sich deshalb zu 100 % auf die Technik verlassen können. Bei einem Besuch in Mauerstetten hinterfragt der Anlagentechniker Martin K., was hinter dem Qualitätsversprechen steckt und erfährt, warum er in Zukunft entspannt die Konzerte seiner Tochter genießen kann. 48 DER KONSTRUKTEUR 10/2017

ANTRIEBSTECHNIK 01 Es ist für einen Moment mucksmäuschenstill im Saal. Gebannt verfolgt das Publikum, wie die junge Sängerin über den Köpfen der anderen Künstler zum Boden zurück schwebt und schließlich wieder sanft auf der Bühne landet. Erst dann bricht tosender Applaus los. Martin greift nach der Hand seiner Frau. Sie lächelt. Er sieht ihr an, wie stolz sie ist. Der Auftritt der Tochter war wieder ein voller Erfolg. WAS IST, WENN DIE TECH- NIK NICHT MITSPIELT? Natürlich, auch er ist stolz, aber in erster Linie auch erleichtert. Denn auch dieses Mal hat die Technik wieder reibungslos funktioniert. Seine Tochter und die anderen Darsteller waren zu keiner Zeit in Gefahr. Was auf dem Spiel steht, wenn bühnentechnische Anlagen nicht richtig funktionieren, kennt er aus seinem Berufsalltag als Servicetechniker. Erst im vergangenen September hatten er und seine Kollegen einen Einsatz in einem Fußballstadion in Mittelamerika. Für eine aufwändige Eröffnungsveranstaltung hätten schwere Bühnenelemente, Dekoration und Scheinwerfer, mit Seilzügen über den Köpfen der Künstler und Zuschauer bewegt, abgebremst und millimetergenau gehalten werden müssen. Die Sicherheitsbremsen in diesen Anlagen hatten aber nicht mitgespielt. Wie sich herausstellte, waren sie nicht für die hohe Luftfeuchtigkeit in den Tropen ausgelegt. Damit die Eröffnungsfeier wie geplant doch stattfinden konnte, wurden die Bremsen letztendlich vorher noch ausgetauscht. Gemeinsam mit dem Anlagenbetreiber vor Ort hatten sie einen schnellen Entschluss gefasst und sich für neue Sicherheitsbremsen von Mayr Antriebstechnik entschieden. Sie hatten sich an den Marktführer gewandt. Denn nach dem Ausfall der ursprünglichen Bremsen war allen klar: Dass Bremsen zuverlässig funktionieren, ist keine Selbstverständlichkeit – deshalb fiel die Entscheidung für die Produkte des weltweiten Marktführers für Sicherheitsbremsen. Die Bremsen funktionieren einwandfrei und kompromisslos und erfüllen alle Sicherheitsanforderungen. Warum auf die Qualität von Mayr Verlass ist, möchte Martin K. heute bei einem Besuch in Mauerstetten im Allgäu, dem Stammsitz des Familienunternehmens selbst herausfinden. HABEN SIE WIRKLICH AN ALLES GEDACHT? Seine Gesprächspartner, Produktmanager Bernd Kees und Philipp Kempf aus der Entwicklung erwarten ihn bereits. Während des Rundgangs durch den Firmenkomplex erklären sie ihm, warum sich Menschen im Alltag auf Bremsen aus Mauerstetten verlassen können. „Neben der Bühnentechnik ist auch der Aufzug ein einfach 01 Bremsen wie die Roba-Stop-Silenzio sorgen in Bühnenantrieben rund um den Globus zuverlässig für die Sicherheit der Künstler und Akteure – ohne Kompromisse nachvollziehbares Beispiel“, beginnt Bernd Kees. „Die meisten von uns benutzen fast täglich einen Aufzug. Was passiert, wenn die Sicherheitsbremsen dabei versagen, will sich niemand vorstellen. Das Gleiche gilt im Krankenhaus für operationsunterstützende Roboter. Die Robotergelenke werden mit Sicherheitsbremsen in Position gehalten. Bei einer Augen-OP darf der Roboterarm keinesfalls wackeln oder absacken.“ „Unsere Bremsen sitzen also in ganz unterschiedlichen Maschinen und Anlagen – überall dort, wo Bewegungen zuverlässig abgebremst und/oder Positionen präzise gehalten werden müssen, „erklärt Bernd Kees.” Die Anforderungen an die Bremsen – und dabei vor allem an ihr Herzstück, die Reibbeläge – sind entsprechend auch ganz unterschiedlich. Das beginnt bei Umgebungsbedingungen wie Luftfeuchtigkeit oder Temperatur. Bei Werkzeugmaschinen müssen zum Teil auch Kühlschmierstoffe in der Umgebung berücksichtigt werden. Und es geht weiter mit der konkreten Aufgabe der Bremse. Handelt es sich um statische Bremsungen, also um Haltebremsen? Oder müssen die Bremsen, bei Not-Stopp oder Stromausfall auch Bewegungen abbremsen, also dynamisch bremsen? Wie viel Last müssen die Bremsen dabei aufnehmen und das wie oft? Wie kurz müssen die Anhalte- wege bzw. -zeiten sein, damit niemand zu Schaden kommt?“ „All diese Fragen und noch viel mehr müssen wir beantworten“, übernimmt Philipp Kempf. „Nur so können wir gewährleisten, dass eine Sicherheitsbremse für den jeweiligen Anwendungsfall richtig ausgewählt und ausgelegt wird. Und das erreichen wir nicht durch bloße Berechnung der Daten. Zentrale Bestandteile unseres Sicherheits- und Qualitätsverständnisses sind daher umfassende und in dieser Form einzigartige Tests und Kontrollen. Gerade auch im WARUM SIE SICH MIT SOLIDER BREMSENTECHNOLOGIE KEINE SORGEN MACHEN MÜSSEN Bereich der Reibtechnik. Sie stellen sicher, dass im Katalog angegebene Werte auch zuverlässig erreicht werden – eben, dass wir zuverlässige Aussagen treffen können. Das bedeutet auch, dass wir die Grenzen der von uns eingesetzten Reibsysteme kennen. Und natürlich fließen die Erfahrung und die Erkenntnisse aus den Versuchen ein in die Entwicklung der Produkte.“ SICHERHEIT DULDET KEINE KOMPROMISSE Mittlerweile ist die kleine Gruppe in der Produktion angekommen und betritt die Versuchsabteilung. Der typische Geruch von Metallverarbeitung liegt in der Luft. Durch die geöffnete Türe des angrenzenden Raums ist sehr leise das regelmäßige, dumpfe Klacken der Bremsen in Lebensdauertests zu hören. „Wir wollen ein realistisches Bild“, fährt Philipp Kempf fort. „Wir wollen wissen, was beim Kunden in der Anwendung wirklich passiert. Auf den verschiedenen Schwungmassen- und Torsionsprüfständen hier testen wir deshalb das statische und dynamische Bremsmoment so realitätsnah wie möglich. Dabei unterziehen wir unsere Sicherheitsbremsen auch extremen klimatischen Tests, mit einem Temperaturbereich von -40 °C bis +180 °C und einem Luftfeuchtigkeitsbereich von nahe 0 % bis 95 %. Dafür hausen wir die DER KONSTRUKTEUR 10/2017 49

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