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DER KONSTRUKTEUR 10/2017

DER KONSTRUKTEUR 10/2017

WERKSTOFF- /

WERKSTOFF- / VERBINDUNGSTECHNIK WÄRME AUF DEN PUNKT Dort, wo in der Kunststoffverarbeitung Wärmeprozesse gefordert sind, können moderne Infrarotsysteme nicht nur Vorteile in den Prozess sondern auch in die Maschinen- bzw. Anlagenkonstruktion einbringen. INFRAROT-SYSTEME IN ANLAGEN DER AUTOMOBILFERTIGUNG Innovative Infrarot-Systeme sind das Rückgrat vieler Wärmeprozesse in einer modernen Automobilfertigung. Bei der Fertigung von mindestens 200 Teilen eines Autos kommt heute ein Infrarot-Strahler von Heraeus Noblelight zum Einsatz. Verchromte Innenverkleidungen, geformte Autoteppiche, Airbag-Gehäuse und Lenkradkappen, Dachhimmel, Handschuhfächer, Zierleisten oder Stoßfänger – viele Teile eines Autos sind aus Kunststoff gefertigt. So vielfältig die Kunststoffteile sind, so individuell sind auch die Infrarot-Lösungen für die erforderlichen Wärmeprozesse. Eines haben sie alle gemeinsam, die Infrarot-Systeme sind genau auf Produkt und Prozess abgestimmt und sparen so Energie, Zeit und Kosten. Wer die Prozesse genau kennt, kann damit die Qualität verbessern und Energie sparen. PRODUKTE UND ANWENDUNGEN SCHNELLER, ENERGIE- UND PLATZ- SPAREND – INFRAROT-STRAHLER OPTIMIEREN DAS VAKUUMKASCHIEREN Optimal angepasste Infrarot-Systeme von Heraeus tragen erheblich zur Produktionsverbesserung von Autoinnenausstattungen bei. Der Einsatz von Infrarot-Strahlern bei der Vakuumkaschiertechnik des Anlagen- und Technologielieferanten 3CON reduziert Taktzeiten um 5 s, senkt den Platzbedarf um mehrere Quadratmeter und spart bis zu 30 % Energie. 3CON setzt als erster Hersteller von Vakuumkaschieranlagen für Automobilanwendungen Heraeus-Infrarot-Strahler zur Aufheizung von PVC-Folien und Folien aus thermoplastischen Polyolefin (TPO) ein. „Im Gegensatz zu den früher genutzten Quarzgutstrahlern durchwärmen die Heraeus-Infrarot-Strahler die Folien schneller und sparen gleichzeitig enorm an Energie und Folienmaterial“, so Georg Schemmerer, Vertriebsleiter bei 3CON. „Das ist ein großer technologischer Fortschritt für diese bereits lange am Markt verfügbare Anwendung.“ Türen, Mittelkonsole oder Instrumententafel eines Autos bestehen aus Kunststoff- oder Naturfaserträgerteilen die häufig mit einer Schaumfolie überzogen werden. Das Klebstoffsystem wird dabei vorab auf die Folie oder das Trägerteil appliziert. Die Folie wird dann mit Hilfe der Vakuumkaschiertechnologie auf das Trägerteil kaschiert. Durch Versuchsreihen wurden bei 3CON die perfekt passenden Infrarot-Strahler zu den eingesetzten Folien ermittelt und mit der von 3CON entwickelten Strahleransteuerung kombiniert. Das Ergebnis war eine Verkürzung der Taktzeit um etwa 5 s und eine gezieltere Durchwärmung oder Oberflächenerwärmung je nach Klebstofftyp. Bisher eingesetzte Quarzgutstrahler benötigen meist eine Standby-Ansteuerung für eine permanente Vorheizung von etwa 30 %, was bei den Infrarot-Strahlern nicht erforderlich ist. Sie werden nur dann eingeschaltet, wenn Wärme tatsächlich benötigt wird. Dadurch wird die Peripherie der Anlage nicht unnötig erhitzt und zudem eine erhebliche Energieeinsparung realisiert. Nicht zuletzt ermöglichte der Umstieg auf die moderneren Strahler eine deutliche Einsparung von Platz. Früher mussten die Unterheizkörper herausfahrbar sein, um notfalls eine Überhitzung oder einen Folienbrand zu vermeiden. Da schnelle mittelwellige Infrarot-Strahler aufgrund ihrer geringeren Masse nach dem Ausschalten sehr schnell abkühlen, ist das heute nicht mehr nötig. Damit konnte der Platz für die zusätzliche Parkposition von etwa 6 m 2 eingespart werden. Bild: 3CON www.heraeus-noblelight.de 72 DER KONSTRUKTEUR 10/2017

THERMOPLASTISCHES ELASTOMER: VERUNREINIGUNGEN ERKENNEN Eine bessere Erkennbarkeit von Lebens mittel- Verunreinigungen ermöglichen Förderbänder aus Hytrel TPC-ET von Dupont. Das röntgenund metalldetektierbare thermoplastische Elastomer ist flexibel wie Gummi, ist dabei besonders stark und verarbeitungsfähig. Als Copolyester weist es zudem thermische und chemische Beständigkeit auf. Bei der Herstellung kooperierte Dupont mit dem Förderband-Spezialisten Esbelt. Der Werkstoff eignet sich auch für Konstruktionen mit komplexem Anforderungsprofil. Die Förderbänder sind leicht, reduziert im Stromverbrauch, laufruhig und kommen ohne Schmiermittel aus. Ein ähnlicher Werkstoff ist das röntgen- und metalldetektierbare Polyacetal Delrin, das besonders verschleißfest und reibungsarm ist. Es sorgt für eine gute Detektierbarkeit für die Kontaminationskontrolle an modularen Förderbändern. Alle Thermoplasten des Herstellers erfüllen die EU-Vorgaben zu Materialien mit Lebensmittelkontakt und der US-Arzeimittelbehörde FDA. www.dupont.com WERKTSTOFF FÜR HOHE DREHZAHLEN IM DAUERBETRIEB Igus hat einen schmier- und wartungsfreien Gleitlagerwerkstoff für besonders hohe Geschwindigkeiten im Dauerbetrieb vorgestellt. Im Vergleich zu anderen Lösungen wie metallischen Sinterlagern ist die Belastbarkeit gegenüber Stößen und Kantenpressung wesentlich höher und der Verschleiß geringer. Während Sinterlager bei noch höheren Drehzahlen spürbar an ihre Grenzen kommen, blieben die Reibund Verschleißwerte bei Gleitlagern aus dem neuen Werkstoff konstant niedrig. Die Wärmedehnung ist gering und der Einsatz bei Temperaturen bis zu 210 °C möglich. Aufgrund der geringen Feuchtigkeitsaufnahme ist auch der Kontakt mit unterschiedlichen Medien unbedenklich. Iglidur L350 eignet sich für eine Vielzahl von Anwendungen, von Ventilatoren, Lüftern und Elektromotoren bis hin zu Haushaltsgeräten. Es ist eine Alternative zu ölimprägnierten Sinterlagern, sowohl für die Erstinstallation wie für den Retrofit. Die Lager sind online berechen- und bestellbar. In 12.603 Baugrössen aus dem Shop www.igus.de HITZEBESTÄNDIGES UND BIEGSAMES KERAMIKBAND Mit einer Hitzebeständigkeit bis zu 1 100 °C und einer extremen Biegsamkeit ermöglicht das Keramikband von Hause Isotec vielfältige Anwendungen in unterschiedlichen Branchen. Der neue Hybridwerkstoff beweist, dass Robustheit, Temperaturbeständigkeit und Härte nicht im Widerspruch zur Flexibilität stehen. Das Keramikband besteht aus einer 100 µm dicken Metallfolie, die in einem speziell vom Hersteller entwickelten Prozess gleichmäßig mit einer µm-genauen Keramikschicht rundum überzogen wird. Das Gesamtpaket ist ca. 250 µm dick. Aufgrund ihres höheren Materialanteils bestimmt die Keramik die Haupteigenschaften des Verbundstoffs. Der metallische Kern dient nur als Trägermaterial und macht das Band mit einem Biegeradius von 3 mm extrem biegsam. Andere Biegeradien sind optional möglich. www.iso-tec.de www.federnshop.com (+49) 07123 960-192 federnshop.com Info Katalog Berechnung Anfrage Blog

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