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DER KONSTRUKTEUR 10/2017

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3D-DRUCK ADDITIV – VON

3D-DRUCK ADDITIV – VON DER ROLLE SPECIAL Pulver, Flüssigkeiten, Pasten, Filamente, … – die Formen der Ausgangsstoffe für den 3D-Druck sind vielfältig. Aber kennen Sie auch Patches? Die kommen bei einem neuen additiven Fertigungsverfahren zum Einsatz. Das Material – Textilfasern, Folien oder Faserverbund-Werkstoffe – kommt dabei von der Rolle. Lesen Sie selbst! Autor: Stefan Richter, Diplom-Journalist, RADiOSPHERE GmbH, Dettingen unter Teck Einige Wochen wird Marc Schmidt die Orthese nach seinem Sportunfall wohl tragen müssen. Die medizinische Gehhilfe soll schon morgen per Kurierdienst geliefert werden. Dabei hat der Orthopäde Schmidts Bein erst heute abgescannt und die Daten per E-Mail an den Hersteller gesendet: Maße, Gewicht, gewünschte Farbe und die für den Heilungsprozess maximal zulässige Beweglichkeit. Kurz darauf wird die Orthese „Edition Marc Schmidt“ bei einem südwestdeutschen Medizintechnikhersteller aufgelegt. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes: Lage für Lage. Als Unikat, vollautomatisiert. Patch Placement heißt das dafür verwendete neuentwickelte Verfahren von Manz: Flexible Materialien von der Rolle werden von einem Laser in die benötigten Konturen geschnitten – die sogenannten Patches. Diese Patches werden anschließend im Schichtbauprinzip additiv miteinander verbunden, zum Beispiel mit einer Laserschweißung. Eingesetzt wird Patch Placement nicht nur in der Medizintechnik, sondern auch in der kundenindividuellen Massenproduktion in der Schuh - industrie oder zur Fertigung maßgeschneiderter Sportgeräte. Anwendungen für die Automobilindustrie und den Flugzeugbau sind gerade in der Entwicklung. Zum Beispiel, um die Materialstruktur rund um Bohrlöcher für Anbauteile oder Nieten lokal zu verstärken. DEUTLICH SCHNELLER ALS 3D-DRUCK Zur Verarbeitung eignen sich alle abwickelbaren biegeschlaffen Werkstoffe wie Textilfasern, Kunststoff- und metallisierte Folien 94 DER KONSTRUKTEUR 10/2017

3D-DRUCK "GESCHWINDIGKEIT IST TRUMPF " www.DerKonstrukteur.de Martina Heimerl, Stv. Chefredakteurin 01 Dr. Martin Steyer leitet den Bereich Integrated Solutions, Keimzelle für neuartige und zukunftsweisende Produktionstechnologien bei Manz 01 Komplexe Geometrien und Multi- Material-Mix, das kann 3D-Druck – je nach Verfahren – ebenfalls. Aber Patch Placement bietet einen entscheidenden Vorteil: Statt das Produkt aus einem pulverförmigen, flüssigen oder Filament-Rohstoff Punkt für Punkt aufzubauen, werden die Werkstoffe hier in Form von Patches, also Halbzeugen, aufeinandergelegt und verschweißt. Das spart Zeit und erhöht dadurch die Anzahl der Teile, die sich wirtschaftlich drucken lassen. So kann additive Fertigung für die Massenproduktion interessant werden. 02 02 Patch Placement wird nicht nur in der Medizintechnik eingesetzt, sondern auch in der kundenindividuellen Massenproduktion in der Schuhindustrie oder zur Fertigung maßgeschneiderter Sportgeräte Tribo-Sensation: Gedruckt so gutwie gespritzt 3D-Druck Filamente für verschleißfeste Teile aus Kunststoff iglidur ® Tribo-Filamente sind die einzigen 3D-Druckmaterialien, die speziell für bewegte Anwendungen entwickelt wurden. Der Verschleiß gegenüber anderen 3D-Materialien ist bis zu 50 Mal geringer. Neue Testergebnisse zeigen, dass gedruckte Teile aus iglidur ® so verschleißfest wie Spritzguss-Teile aus dem gleichen Material sind! Als Filament oder fertig gedrucktes Teil erhältlich: igus.de/tribo-printing igus ® GmbH Spicher Str. 1a 51147 Köln Tel. 02203-9649-145 info@igus.de plastics for longer life ® Besuchen Sie uns: Fakuma, Friedrichshafen – Halle A5 Stand 5214 | Formnext, Frankfurt – Halle 3.1 Stand C80 Igus.indd 1 13.09.2017 14:35:59 DER KONSTRUKTEUR 10/2017 95

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