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DER KONSTRUKTEUR 10/2020

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DER KONSTRUKTEUR 10/2020

AUTOMATISIERUNGSTECHNIK

AUTOMATISIERUNGSTECHNIK PUNKTGENAUER TRANSFER PRODUKTE UND ANWENDUNGEN Um Lackiertrays aus Kunststoff nach der Fertigung mit einer Lasermarkierung zu versehen, setzt ein Hersteller auf ein spezielles Transfersystem. Dieses fördert die Bauteile auf Werkstückträgern punkt genau zu den einzelnen Stationen. Der Anbieter der Lösung lieferte zudem die Steuerungstechnik inklusive einer Leitstandlösung. Das System erfüllt alle Anforderungen hinsichtlich kurzer Taktzeiten und der exakten Ausrichtung des Bauteils zum Laser. MIT DEN STANDARDKOMPONENTEN LASSEN SICH SO GUT WIE ALLE AUFGABEN IM TRANSFER-, MONTAGE- UND LOGISTIKBEREICH LÖSEN Kratzer im Lack? Fingerabdrücke oder Verschmutzungen wie Staubpartikel auf der Oberfläche? Das kann vor allem bei hochwertigen Kunststoffteilen wie Zierblenden für die Automobilindustrie schnell für Reklamationen sorgen. Hersteller setzen deshalb oft auf Lackiertrays aus Kunststoff. Damit können sie Bauteile nach dem Spritzguss transportieren und direkt lackieren, ohne sie in die Hand nehmen zu müssen. Ein süddeutscher Kunststoffverarbeiter wurde mit der Herstellung dieser Trays beauftragt. Um die Serienteile anschließend mit Logo und einer fortlaufenden Nummer für die Rückverfolgbarkeit zu markieren, suchte der Verarbeiter ein Transportsystem, das die Trays automatisch, schnell und präzise dem Laser-Kennzeichnungssystem zuführt. Die Lösung sollte zudem die einzelnen Prozessschritte verbinden – inklusive der vorgeschalteten Bearbeitungsstationen. „Mit diesen Anforderungen wendete sich das Unternehmen an uns“, erinnert sich Oliver Koch, Mitarbeiter im Bereich Vertrieb Systeme bei IEF-Werner. Der Automatisierungsspezialist lieferte das Montage-, Transfer- und Prüfsystem PosyArt und passte es an die Spezifikation des Kunden an. Der modulare Aufbau der IEF-Lösung ermöglicht eine einfache und wirtschaftliche Markierung der Bauteile. Dabei lassen sich mit den zahlreichen Standardkomponenten so gut wie alle Aufgaben im Transfer-, Montage- und Logistikbereich lösen – von geraden Transferstrecken zwischen den verschiedenen Automatikstationen oder Handarbeitsplätzen bis hin zu verzweigten Transferanlagen. Die Schwalbenschwanz-Geometrie an den Längsseiten der Profile erlaubt ein feinfühliges, stufenloses Positionieren aller Baugruppen. ZUVERLÄSSIGES TRANSPORTSYSTEM „Das System haben wir mit 400 × 400 mm großen Werkstückträgern (WT) zu je 6 kg und den entsprechenden Aufnahmen ausgestattet“, erläutert Oliver Koch. An den sieben Handarbeitsplätzen legen Mitarbeiter die Trays nacheinander lagerichtig auf die WT. Um diese in Position zu bringen, kommen Seitenpositionierungen, Zentrierstationen sowie eine Dreheinheit zum Einsatz. In der Zentriereinheit werden die Trays platziert und anschließend dreidimensional mit einer Genauigkeit von ± 0,05 mm fixiert. Den Richtungswechsel an der Strecke übernimmt ein Drehteller, der die Werkstückträger um 180 ° umlenkt. Mit einer Geschwindigkeit von 21 m/min fährt der beladene WT zu den verschiedenen Bearbeitungsstationen. Dazu gehört unter anderem eine Einheit, die die zu markierendende Oberfläche reinigt, eine, die das Bauteil abbläst, zwei Laserstationen sowie ein optischer Sensor, der die Position der Markierung prüft. Vor jeder Station hält ein Stopper bei laufendem Band den bestückten WT an. LÜCKENLOS DOKUMENTIERT Neben der Hardware lieferte IEF-Werner die komplette Steuerungstechnik inklusive der Leistandlösung TransLogic. Darüber werden Informationen der Werkstückträger als auch der einzelnen Stationen verarbeitet. „Die Carrier sind standardmäßig für die Integration von RFID-Chips vorbereitet“, erklärt Oliver Koch. „Produktionsrelevante Informationen wie Bearbeitungsstände oder auch Prüfparameter lassen sich somit über Leseköpfe auslesen, die Anlagenzustände darstellen, Aufträge verwalten und Produktionsprozesse überwachen.“ Die Leitstandlösung unterstützt zudem die Anlagenwartung. Produktionsdaten lassen sich per CSV-File archivieren und auswerten. Bilder: IEF-Werner GmbH www.ief.de 16 DER KONSTRUKTEUR 2020/10 www.derkonstrukteur.de

AUTOMATISIERUNGSTECHNIK DIREKTANTRIEB FÜR SERVICEROBOTER & CO. www.nsk.com Für Anwendungen, die einen geräuscharmen Betrieb bei Lasten bis zu 100 kg erfordern, hat NSK einen neuartigen Direktantrieb konzipiert. Dieser kommt unter anderem bei mobilen Servicerobotern zum Einsatz. Sowohl autonome als auch kollaborative Roboter (Cobots) sowie fahrerlose Transportfahrzeuge (FTF) agieren häufig in unmittelbarer Nähe zum Menschen. Da diese konzentriert ihrer Arbeit nachgehen müssen, ist eine übermäßige Geräuschentwicklung zu vermeiden. Vor diesem Hintergrund hat NSK ein Antriebssystem entwickelt, das auf dem Megatorque-Motor des Herstellers basiert. Dieser wird erstmals als Radantrieb genutzt. Die Steuerung wirkt dabei auf zwei Radeinheiten. Beide sind mit Sensoren ausgestattet, die unter anderem die Drehzahl, Beschleunigung und Lage erfassen. Die Signale der Sensoren lassen sich über einen On-Board-PC auswerten. Bei Hindernissen stoppt die Antriebseinheit automatisch. Auch kann sie bei Unregelmäßigkeiten manuell rückwärts bewegt werden. BAUTEILE SCHNELL, SICHER UND SANFT VEREINZELN Der Differential-Hubsauger DHS3060-S von MM Engineering ist konzipiert, um flächige Werkstücke aus einem Stapel zu vereinzeln oder Bauteile in einem Fertigungsprozess sicher aufzugreifen und gezielt abzulegen. Er kann verschieden hohe Werkstücke bis 60 mm sicher heben oder entsprechend hohe Stapel abarbeiten, ohne dass die Werkstücke nachgeführt werden müssen. Die Kolbenstange ist verdrehgesichert. Eine Besonderheit des Hubsaugers ist ein einfaches Funktionsprinzip, das mit nur einer Vakuumleitung für den kompletten Hebe- und Ansaugzyklus auskommt. Mit dem Hubsauger lassen sich Bauteile bis 700 g feinfühlig heben. Da der Kolben beim Berühren des Werkstücks sofort wieder umkehrt, werden die gestapelten Teile mechanisch nicht belastet und durch Blasluft vorvereinzelte Teile nicht wieder zusammen gedrückt. Ein Kolbenring aus hochgleitfähigem Kunststoff gewährleistet die Funktion des Greifers auch in horizontaler Anwendung oder bei Teilen in Bewegung. www.mm-engineering.com

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