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DER KONSTRUKTEUR 11/2015

DER KONSTRUKTEUR 11/2015

AKTUELL KOMMENTAR

AKTUELL KOMMENTAR Steuerungswelten wachsen zusammen Wenn die Werkzeugmaschine sich mit dem Roboter versteht Der Trend zum Einsatz von Robotern in der industriellen Produktion steigt weiter an. Die Gründe sind vielfältig: Entwicklung von kleineren, vielseitigeren und auch kostengünstigeren Modellen aber auch die zunehmende Digitalisierung in der Fertigungsindustrie, die einen höheren Grad an Automatisierung und Vernetzung der Komponenten erlaubt. Joachim Zoll, Leiter Business-Segment Machine Tool Systems, Siemens AG Wohin sich die Zusammenarbeit von Mensch, Maschine und Roboter entwickeln wird, zeigen erste Pilotprojekte, wie beispielsweise in der Motorproduktion am Siemens-Standort in Bad Neustadt. Vollständig autonom übernimmt dort ein ortsflexibler Leichtbau-Roboter von Kuka das Einlegen von Rohlingen in ein CNC- Zentrum, die Entnahme nach der Bearbeitung sowie das Reinigen und Prüfen der Maßhaltigkeit der Werkstücke. Sind alle Produktionsschritte erfolgt, legt der Roboter die Teile in einen Transportbehälter zur Weiterverarbeitung durch Mitarbeiter ab. Doch nicht nur der autonome Einsatz von Robotern macht beständig Fortschritte. Auch die Anbindung der mechanischen Helfer an Werkzeugmaschinen wird umfassender und ist technisch betrachtet noch lange nicht ausgereizt. Die grundlegende Aufgabe – einheitliche und vor allem einfach umzusetzende Konzepte für das Zusammenspiel von Roboter und Werkzeugmaschine zu erarbeiten – wurde gelöst. Einen wichtigen Beitrag hat etwa die Kooperation von KUKA und Siemens mit einer gemeinsam entwickelten Softwareschnittstelle geleistet. Das Interface ermöglicht dem Personal eine einfache und schnelle Bedienung, Programmierung und Diagnose sowohl der Werkzeugmaschinen als auch des Roboters über die gewohnte Oberfläche der CNC-Steuerung. So können die Abläufe des Werkzeugmaschinen- und des Roboterprogrammes in parallelen Kanälen auf dem Bildschirm verfolgt und gesteuert werden. Die Einbindung von Robotern im Umfeld der Werkzeugmaschine wird dadurch für viele Unternehmen deutlich attraktiver und einfacher. In der Praxis steht dabei der Einsatz des Roboters für Handling-Aufgaben im Vordergrund. Perspektivisch ist bereits heute erkennbar, dass es nicht bei diesen vergleichsweise einfachen Aufgaben für Roboter bleiben wird. Zu den reinen Handlingsaufgaben werden schon bald weitere Einsatzfelder hinzukommen. Unternehmen werden Roboter zukünftig umfassender in ihre Fertigungsprozesse einbinden und Bearbeitungsaufgaben übernehmen lassen. Dabei wird die Werkzeugmaschine mit ihrer vielseitigen und leistungsstarken CNC-Steuerung zusammen mit dem Roboter das Kernstück von automatisierten Fertigungszellen bilden. Die Zusammenarbeit von Mensch, Maschine und Roboter wird neu definiert Je besser die Interaktion und Integration von Steuerung und Roboter gelingt, umso größer wird der Produktivitätsvorteil für die Unternehmen ausfallen. Großes Potenzial hat das Gespann aus Steuerungstechnik und Roboter zudem im Bereich der Spezialmaschinen und der Bearbeitung neuer Werkstoffe. Die Integration von CNC-Steuerung und Roboter zeigt sich als der entscheidende Hebel für höhere Produktivität, größere Flexibilität aber auch für die Er reichung der geforderten Präzision und Qualität der Werkstücke. Das zeigen erste Praxiseinsätze wie etwa in der Fertigung von Großmotoren. Als Fazit lässt sich festhalten: Zweifellos wird der Einsatz von Robotern weiter voranschreiten. Wettbewerbsfähig bleibt, wer seine Produktion flexibel gestaltet und die Hauptakteure moderner Fertigung – Mensch, Werkzeugmaschine und Roboter – miteinander vernetzt. Zentral ist dabei die Frage der technischen Integration und der Bedienung durch den Menschen. Anbieter stehen vor der Herausforderung, den vermeintlichen Gegensatz von einfacher technischer Anbindung und guter Ergonomie aufzulösen. Unternehmen, denen es gelingt, hierzu überzeugende Lösungen zu erarbeiten, werden von der weiteren dynamischen Marktentwicklung im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung profitieren. www.siemens.com 6 Der Konstrukteur 11/2015

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