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DER KONSTRUKTEUR 11/2016

DER KONSTRUKTEUR 11/2016

KLARTEXT THOMAS BRAUN

KLARTEXT THOMAS BRAUN Marketing Manager, Parker Engineered Materials Group, Prädifa Technology Division, Bietigheim-Bissingen Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung sind bei Dichtungen zumindest indirekt Teil der Kundenanforderungen nach möglichst langen Standzeiten, bestmöglicher Funktionssicherheit und Energieeffizienz, z. B. durch Reibungsoptimierung. Auch die steigende Energiedichte (gleiche oder höhere Belastungsprofile bei gleichzeitiger Reduktion der Baugröße) stellt die Dichtungshersteller vor Herausforderungen, die durch kontinuierliche Weiterentwicklung der Dichtungswerkstoffe und Optimierung der Geometrien gemeistert werden. So haben wir beispielsweise mit der Stangendichtung HL für translatorisch bewegte Kolbenstangen eine sowohl geometrisch als auch werkstofftechnisch optimierte Dichtungslösung entwickelt. Ansätze, Elastomere aus nachwachsenden Rohstoffen herzustellen, haben sich bislang meist aus Kostengründen nicht durchgesetzt. Sobald es für die Anwender wirtschaftlich erscheint, kann die Dichtungsbranche hier Alternativen anbieten, die sich jedoch in der Praxis erst bewähren müssen. NACHHALTIG­ KEIT IST EINE KUNDENAN­ FORDERUNG LANGLEBIGE PRODUKTE SPAREN RESSOURCEN MENSCHEN UND MÄRKTE UWE BURK Senior Director Sales, Professional Channel, Dassault Systèmes SUSTAINABILITY IST EINE KONSTRUKTIONS- AUFGABE Wir haben mit Solidworks Sustainability sogar ein Tool entwickelt, mit dem Konstrukteure Nachhaltigkeit umsetzen können. Sie können damit die Ökobilanz eines Produktes über die gesamte Lebensdauer anhand von vier Faktoren ermitteln: CO 2 -Bilanz, den Auswirkungen auf Luft und Wasser sowie dem Gesamtenergieverbrauch. Damit lassen sich umweltverträgliche Materialien und Fertigungsverfahren auswählen und anschließend sofort die Umweltauswirkungen von Material, Beschaffung, Transport und Herstellung analysieren. Das Revolutionäre an unserer Technologie ist, dass diese Bewertung integriert im Entwicklungsprozess stattfindet, d.h. der Konstrukteur kann in seiner gewohnten Solidworks-CAD-Umgebung weiterarbeiten. Dadurch wird die Umweltverträglichkeitsprüfung zu einem selbstverständlichen Teil des Workflows. Unternehmen profitieren neben den etablierten Entwicklungszielen wie Kosten, Qualität und Time-to-Market von der Möglichkeit, sich und ihre nachhaltig konstruierten Produkte am Markt zu differenzieren. ROBERT HELLER Assistent der Betriebsleitung, Weiss Kunststoffverarbeitung GmbH & Co. KG, Illertissen Gemeinsam mit unseren Kunden der Automobilindustrie erarbeiten wir Lösungen für anspruchsvolle Kunststoffkomponenten, die sich durch extreme Langlebigkeit und kompromisslose Funktionalität auszeichnen. Nachhaltigkeit heißt für uns: Eine Baugruppe erfüllt ohne Einschränkungen alle Anforderung des Anwenders über einen sehr langen Zeitraum. Sie muss also nicht kurz- oder mittelfristig durch die nächste Generation ersetzt werden. So sparen wir Ressourcen. Den Grundstein dafür legt ein detailliertes Anforderungsprofil, das zu einem cleveren Produktionskonzept führt. Mit Hilfe von Computersimulationen bringen wir bedarfsgerechte Materialeinsparungen und Versteifungen ein. Auch die Materialauswahl spielt eine wichtige Rolle. Diese ehrgeizigen Ziele sind nicht immer mit dem ersten Wurf zu er reichen. Konsequente Verbesserung aller Produktionsprozesse ist deshalb die Devise. Tabus haben hier keinen Platz! 16 DER KONSTRUKTEUR 11/2016

AKTUELL KÜHLLÖSUNGEN FÜR DEN KONSTRUKTEURSWELTMEISTER Das Formel-1-Team Mercedes AMG Petronas hat mit dem Rennen in Japan vorzeitig die Konstrukteursweltmeisterschaft gewonnen – zum dritten Mal in Folge. Seit 2014 kommen in den Boliden des Teams Kühllösungen von EBM-Papst zum Einsatz. Sobald der Rennwagen in der Box zum Stehen kommt, regelt ein Kühlkonzept die Stauwärme über die Seitenkästen- und die Überrollschutz-Öffnungen. Seit 2015 werden auch Mitarbeiterbereiche an Rennstrecken in Asien und in der Zentrale in Brackley mit Klimalösungen des Herstellers ausgestattet. Seit 2016 sorgt ein Gebläse des Klimaspezialisten am Kommandostand dafür, dass die Strategen dort einen kühlen Kopf bewahren. Durch den Einsatz von Teilen aus glasfaserverstärktem Kunststoff, z. B. in den Hyblade-Axialventilatoren und beim Radipac-Radialventilator, wird am Auto Gewicht eingespart und die Belastung der Mechanik reduziert. Ein Winglet am Hyblade-Flügel verringert den Energieeinsatz und erhöht den Wirkungsgrad. www.ebmpapst.com VOM SENSOR ZUR SENSORINTELLIGENZ IN 70 JAHREN Es begann 1946 mit einem klassischen Garagenunternehmen, das sich bis heute zu einem Weltmarktführer entwickelt hat: Der Sensortechnik-Spezialist Sick aus Waldkirch im Breisgau feierte am 26. September sein 70. Firmen- jubiläum. „Die zeitnahe Entwicklung neuester Technologien und deren Einsatz für die Sensorik sind Gründe für den Erfolg des Unternehmens. Heute gestalten wir die Zukunft von Sick im Umfeld von Industrie 4.0“, sagte der Vorstandsvorsitzende Robert Bauer (Bild r.). Gisela Sick (l.), Witwe des Firmengründers Erwin Sick, erinnerte an die Anfänge des Unternehmens und an die Idee, zwei Technologien zu vereinen: „Man hatte elektrotechnische Dinge gebaut und optische. Aber die Kombination von beidem in einem Gerät, aus der dann die Sensoren entstanden sind, das war eine Neuerung.“ Minister präsident Winfried Kretschmann (M.) betonte beim Festakt das „soziale und gesellschaftliche Verantwortungsbewusstsein“ des Unternehmens. www.sick.de Die SYNTEX ® -NC ist in Hybridbauweise konstruiert und baut aufgrund ihrer hohen Leistungsdichte sehr kompakt. Damit trägt die Überlastkupplung zur Energieeinsparung in dynamischen Antrieben bei und erhöht die Verfügbarkeit der Anlage. Halle 3 Stand 269 Weniger ist mehr – Überlastsystem in Leichtbauweise www.ktr.com SYNTEX ® -NC

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