Aufrufe
vor 1 Jahr

DER KONSTRUKTEUR 11/2016

DER KONSTRUKTEUR 11/2016

PRODUKTE UND ANWENDUNGEN

PRODUKTE UND ANWENDUNGEN ANTRIEBSTECHNIK "NORMEN SIND WICHTIG, WICHTIGER IST ABER, DASS KOMPONENTEN PRAXISTAUGLICH SIND" Martina Heimerl, Redakteurin Wenn Normen erfüllt werden, ist das schön und gut. Wenn aber die Anforderungen der Praxis nicht von den Normen erfasst werden? Dann ist es vorteilhaft, wenn ein Anbieter mitdenkt – und, wie in diesem Fall, seine Trommelmotoren für die Einsatzbedingungen in der Lebensmittelindustrie rüstet! www.DerKonstrukteur.de AUCH IM LAUFENDEN BETRIEB Dieser doppelte Schutz ist augenscheinlich hinreichend. Er trifft bei Trommelmotoren jedoch nicht ganz zu, denn man muss wissen, dass die IP-Tests bei Stillstand gefahren werden. Wie sieht es aber bei Förderan lagen aus, die mit Cleaning-in-Place-Verfahren bei laufendem Motor gereinigt werden, um z. B. die Zwischenräume von Kunststoffmodulbändern zu reinigen? Für solche Anwendungen müssten Trommelmotoren auch im laufenden Betrieb einen IP66/69-Schutz aufweisen! Wie unterscheidet sich diese Anforderung aber? Bei montiertem und drehendem Motor belasten die Bandkräfte das Lager der Achse einseitig. Dadurch können mikroskopisch kleine Spalten auftreten, die bei Stillstand nicht vorhanden sind. Diese Spalten können zu einem Eindringen von Reinigungsmitteln und Wasser führen. Um seine Kunden vor solchen unnötigen Risiken und Aufwenden zu schützen, hat Rulmeca seine Trommelmotoren deshalb als erstes Unternehmen der Branche auch im laufenden Betrieb getestet. Und auch bei Betrieb konnte nachgewiesen werden, dass die Motoren einen zuverlässigen Schutz sowohl unter IP66- als auch unter IP69-Bedingungen bieten. Hierzu legt Rulmeca seine Trommelmotoren auch anders aus, als der Wettbewerb. Der kritische Punkt ist die Dichtung zwischen dem statischen Achszapfen und der drehenden Trommel. Hier hat Rulmeca eine höchst dichte Lösung entwickelt. Diese nutzt eine Reibschlussdichtung aus hochwertigem PTFE. Im Dichtungsbereich ist der Achszapfen durch Rollieren ober flächenvergütet worden. Die Dichtfläche wird dadurch sowohl härter als auch glatter. Die PTFE-Mikropartikel sorgen sodann auf dieser Oberfläche für einen reibungsfreien und langzeitdichten Lauf ohne Abrieb. Damit auch im Betrieb und bei den hier zusätzlich auftretenden Bandzugkräften eine hundertprozentige Dichtigkeit gegeben ist, verfügt die PTFE-Dichtung über eine im Hause Rulmeca eigenentwickelte Doppellippendichtung ohne Mikroschraubeffekt. Bei normalen gedrehten Dichtungen entstehen nämlich feinste Gewinderiefen, durch die Flüssigkeiten bei Rotation wandern können, wie ein Tonabnehmer über eine Schallplatte. Dieser Effekt tritt bei den Rulmeca Trommelmotoren nicht auf. www.rulmeca.de Die Trommelmotoren für hygienische Fördertechnik gibt es in unterschiedlichen Durchmessern und Leistungsklassen 40 DER KONSTRUKTEUR 11/2016

ANTRIEBSTECHNIK INTELLIGENTE ANTRIEBSSYSTEME BESEITIGEN AUTARK BLOCKADEN IM BETRIEB Nord Drivesystems hat intelligente Antriebssysteme mit integrierter SPS im Portfolio. Diese übernehmen in Kundenanwendungen komplette Ablaufsteuerungen. Dank umfangreicher Diagnostikfunktionen, Sensorschnittstellen und Prozessregler können sie insbesondere Blockaden erkennen und in vielen Fällen normale Beweglichkeit selbstständig wieder herstellen. Dies steigert die Anlagenverfügbarkeit und senkt den Servicebedarf. Lässt sich ein Hindernis, wie zum Beispiel eine Verstopfung in einer Leitung, durch Geschwindigkeits- und Laufrichtungswechsel beseitigen, so nimmt der Antrieb anschließend den Normalbetrieb wieder auf. Andernfalls kann er eine Störmeldung an die Leitebene veranlassen und dazu ein Ausweichmanöver einleiten, indem er beispielsweise vernetzte Antriebseinheiten anweist, einen Bypass freizuschalten. Die Aktionen lassen sich individuell anwendungsspezifisch programmieren. Zugleich ist die optimale Einbindung in Automatisierungsnetzwerke gewährleistet. Die Umrichter-SPS bereitet Antriebs- und Anwendungsdaten bei Bedarf für eine übergeordnete Steuerung oder zu Diagnosezwecken auf. www.nord.com KOMFORTZONE FÜR HEISSE UMRICHTER Rittal hat sein System LCP Industrie zur flüssigkeitsbasierten Kühlung von Leistungselektronik in Schaltanlagen weiterentwickelt. In ihm sind nun Aussparungen vorgesehen, durch die sich Sammelschienensysteme und Kabel führen lassen. So kann es auch in angereihten Schaltschränken eingesetzt werden. Platz für die Durchführung des Sammelschienensystems ist oben im Klimaschrank, unten ist Platz für die N/PE-Schienen. An beiden Positionen lassen sich Kabel zusätzlich durchführen. Zu jeder Seite des Wärmetauscher- Schranks können zwei Schaltschränke gekühlt werden. Mit einer Kühlleistung bis 10 kW lässt sich z. B. die Kühlung von Frequenzumrichtern realisieren. In dem optimierten System kommen auch EC-Lüfter zum Einsatz, die ca. 50 % weniger Energie verbrauchen. Durch die optionale Drehzahlregelung der Lüfter kann in sensiblen Bereichen zudem der Geräuschpegel reduziert werden. Mit einem UL-Listing kann das System auch für Anwendungen in den USA eingesetzt werden. www.rittal.de

AUSGABE