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DER KONSTRUKTEUR 11/2016

DER KONSTRUKTEUR 11/2016

SPECIAL

SPECIAL AUTOMATISIERUNGSTECHNIK SPECIAL Autor: Uwe Tiedemann, Hans Turck GmbH & Co. KG, Hamburg 72 DER KONSTRUKTEUR 11/2016

AUTOMATISIERUNGSTECHNIK Wo kommt eigentlich die Medikamentenpackung mit dem Kopfschmerzmittel her? Wer war an der Produktion beteiligt? Wer hat die benötigten Chemikalien und Vorprodukte geliefert? Wer hat die Palette mit der Packung ins Lager gestellt? Welcher Spediteur hat die Schachtel wann abgeholt und zu welchem Zeitpunkt ist sie in der Apotheke gelandet? All das verrät der Datamatrix-Code auf der Packung – bei Zugriff auf die entsprechenden Datenbanken des Herstellers. AUF DER SPUR DER CODES Uwe Tiedemann Kennen Sie die Geschichte Ihrer Medikamentenpackung? Ein kompaktes Gateway, das in Bildverarbeitungssystemen die Kontrolle von Data-Matrix-Codes und Klarschrift steuert, hilft mit, dass Sie sie erfahren könnten … TRANSPARENZ IM GESAMTEN PROZESS Nur in wenigen Branchen sind die Prozesse derart transparent und rückverfolgbar gestaltet wie in der Pharma- und in der Lebensmittelindustrie. Das liegt an der Gesundheitsrelevanz der Produkte. Menschen nehmen Lebensmittel und Pharmazeutika zu sich. Die durchgehende Transparenz der Prozesse sichert in den beiden Branchen eine absolut fehlerfreie Produktion und minimiert somit das Risiko für die Verbraucher. In der Pharmabranche verlangt zudem der Plagiatschutz eine rückverfolgbare Produktion. Wenn jede einzelne Schachtel von der Apotheke bis ins Produktionswerk zurückverfolgt werden kann, wird Plagiateuren ihre Arbeit erschwert. Händler, die die Ware verkauft haben, können leichter belangt werden. Die meisten großen Hersteller haben Sicherheitssysteme zur Rückverfolgbarkeit ihrer Produkte ohnehin schon implementiert. Die EU­ Fälschungsrichtlinie 2011/62/EU Falsified Medicines Directive (kurz FMD) fordert, dass ab dem zweiten Quartal 2018 alle Arzneimittelhersteller in der EU eine lückenlose Verfolgbarkeit ihrer Produkte umgesetzt haben. Möchte ein Pharmahersteller heute eine transparente, rückverfolgbare Produktion einrichten, so könnte seine Recherche ihn zur Firma Industrielle Sensorsysteme Wichmann GmbH (ISW) nach Kölln-Reisiek bei Elmshorn führen. Das rund 20 Mitarbeiter zählende Unternehmen hat sich zu einem Spezialisten für optische Identifikationslösungen entwickelt. ISW fing als Integrationspartner mit dem Schwerpunkt Bildverarbeitungssysteme an und entwickelte sich bis heute zu einem namhaften Hersteller von Spezialmaschinen und Anlagen, deren Kernaufgabe meist eine Bildverarbeitungslösung ist. „Die Kunden schätzen an uns, dass wir flexibler sind als manch größeres Unternehmen und trotzdem ein Rundum-Sorglos-Paket aus Bildverarbeitungsmaschinen samt Integration in die Produktion sowie die ERP- und MES-Systeme des Kunden anbieten können“, nennt Tobias Wichmann, Prokurist Vertrieb und Applikation, eine der Stärken von ISW. INDIVIDUELLE PRÜFANLAGEN Das Angebot nehmen Kunden aus dem Pharma-Bereich, aber auch aus anderen Branchen wie der Verpackungs- oder Automobilindustrie gern an. ISW hat eine Reihe von Standard-Maschinen für Identifikationslösungen im Programm, die dann an die jeweiligen Anforderungen des Kunden individuell angepasst werden. Darunter finden sich auch Lösungen, die über Track and Trace hinausgehen. So zum Beispiel Anlagen, die die Güte und Qualität von Motorteilen optisch prüfen. Der Maschinentyp Palc Unit wird meistens in der Pharmaindustrie eingesetzt. Palc steht für Package Aggregation Line Controller: DER KONSTRUKTEUR 11/2016 73

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