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DER KONSTRUKTEUR 11/2016

DER KONSTRUKTEUR 11/2016

GEREGELTES Hans

GEREGELTES Hans Wiedemann, Karl-Heinz Lochner Arthur und die Minimoys laden im Europa-Park Rust zum Achterbahn- Abenteuer. Das Besondere an dem Stahlgetüm: Alle acht Züge verfügen über einen eigenen Antrieb. Der sorgt nicht nur für Gänsehaut durch Beschleunigung und Geschwindigkeit, sondern auch für einen hohen Fahrkomfort. Der Schlüssel liegt in einer ausgeklügelten Regelung durch intelligente Umrichter. SPECIAL Autoren: Hans Wiedemann und Karl-Heinz Lochner, Sensor-Technik Wiedemann GmbH (STW), Kaufbeuren Das Familienunternehmen Mack ist mit Mack Rides nicht nur Hersteller von Achterbahn- Anlagen, sondern auch Betreiber des Europa- Park Rust. Diese Konstellation ermöglicht es der Firma, aus der Praxis für die Praxis optimale Lösungen für ihre Kunden zu entwickeln. Beim Entwurf und der Entwicklung der Stahlachterbahn für den Themenbereich „Arthur und die Minimoys“ wurde ein Schwerpunkt auf den Fahrkomfort des durch E-Motoren angetriebenen Inverted Powered Coaster gelegt. Inverted bedeutet, dass die Züge unter den Schienen hängen, powered beschreibt, dass die Züge einen eigenen Antrieb haben. Bei Mack Rides kommt hinzu, dass die Powered Coasters auf Abwärtsstrecken frei rollen können. DYNAMISCHE ANPASSUNG Die Steuerungstechnik der Wagen ist komplex. Für deren Integration zeichnete die Firma Emis Electrics GmbH verantwortlich. Jeder einzelne der acht DANK DER UMRICHTER IST DIES DIE ERSTE DYNAMISCHE ACHTERBAHN, DIE BEIM BREMSEN ENERGIE INS NETZ ZURÜCKLIEFERT „Arthur“-Züge besitzt vier eigenständige, mit Umrichtern ausgestattete E-Motoren. Ohne starre Verbindung über Getriebe sind die Antriebe indirekt miteinander

AUTOMATISIERUNGSTECHNIK INDIREKTE LASTAUSGLEICHSREGELUNG DIREKTE LASTAUSGLEICHSREGELUNG 01 01 Vorteile der direkten Lastausgleichsregelung gekoppelt, um über eine Regelung dynamische Anpassungen vornehmen zu können. Bei reiner Drehzahlregelung würden die Antriebe aufgrund von unterschiedlichen Durchmessern im Antriebsstrang (z. B. abgenutzte Antriebsräder, Fertigungstoleranzen) oder aufgrund von Toleranzen in der Drehzahlmessung, die über Resolver erfolgt, gegeneinander arbeiten. Denn kleinere Räder wollen die Drehzahl erhöhen, größere Räder möchten die Drehzahl verkleinern. Bei Kurvenfahrten müssen die Außenräder mit größerer Drehzahl arbeiten. Damit ist eine reine Drehzahlregelung nicht praktikabel. Auch eine reine Drehmomentregelung kommt praktisch nicht in Frage, da die Antriebe bei fehlender Belastung durchdrehen können. Dazu kann es u.a. durch ungenügenden Anpressdruck (Kurvenlage) oder die Vereisung von Schienen im Außenbereich kommen.

AUSGABE