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DER KONSTRUKTEUR 11/2018

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SERVOANTRIEBSTECHNIK

SERVOANTRIEBSTECHNIK DYNAMISCH UND PRÄZISE PRODUKTE UND ANWENDUNGEN Durch standardisierte und dadurch oft zu große Kartonagen wird häufig auch jede Menge Luft transportiert. Um passgenaue Verpackungen zu erzeugen, kommen die Volumen-Reduzierer der Opitz Maschinentechnik zum Einsatz. Dabei sorgt modernste Servoantriebstechnik für die nötige Präzision und Dynamik. Autor: Stefan Kattner, SEW-Eurodrive, Technisches Büro Kassel Mehr als 50 % sollen es sein, die in Versandpaketen nicht aus der eigentlichen Ware, sondern aus Luft und Füllmaterial bestehen. Die Situation ist bekannt und täglich spürbar: Spätestens wenn der Paketdienst mit der bestellten Lieferung vor der Tür steht, kommt nach der Freude über die Lieferung der nervige Akt, die Bestandteile der Verpackung und Füllmaterialen fachgerecht zu entsorgen. WENIGER IST MANCHMAL MEHR Die Opitz Maschinentechnik GmbH in Kalefeld, 30 km nördlich von Göttingen, ist mit ihrem Volumen-Reduzierer Vario 558 angetreten, die Welt standardisierter Faltkartonagen zu revolutionieren. Das Ziel besteht darin, die im Online-Handel häufig viel zu großen, standardisierten Versandkartons unterschiedlicher Kartonbreiten auf ein Minimum zu reduzieren. Dafür misst in der ersten Station eine Kamera oder ein Ultraschallsensor die Höhe des Produkts im 16 DER KONSTRUKTEUR 11/2018

ANTRIEBSTECHNIK 02 03 01 01 Die Faltkisten werden so optimiert, dass mit unterschiedlichen Höhen und geprägten Rillen eine rationelle Verpackung erzielt wird 02 Die Messerverstellung erfolgt mit den Kleinspannungsantrieben ELVCD und Elektrozylindern CMS sowie einer schlanken Schleppkette für den Energie- und Kommunikationsbus 03 Ein Elektrozylinder verfährt die Schneidsysteme in Länge und Breite der jeweiligen Faltkistenabmessung Karton und ermittelt daraus Falzhöhen bzw. die Tiefe der Einschnitte an den vier Ecken des Kartons. Die Höhe des Produkts und die variable Kartongröße entscheidet dabei immer wieder neu, wie tief geschnitten wird und an welcher Position die Messer der Vario 558 in den Ecken der Standardkartons stoppen müssen. Im weiteren Verlauf werden die Kartonlaschen dank der Schnitte sowie vorbereiteter Horizontalrillen nacheinander eingefaltet, von einem Niederhalter auf der richtigen Höhe fixiert und schließlich verschlossen. Opitz gilt als ausgewiesener Experte für Nassklebetechnik, die im Unterschied zu Kunststoffklebebändern wichtige Versiegelungsfunktionen wahrnimmt. Diese Eigenschaft ist gerade bei hochpreisigen Produkten wichtig, weil so der unerlaubte Griff ins Paket verhindert – oder zumindest sichtbar – wird. Bei den Bewegungsabläufen in der Vario 558 setzt Opitz aufgrund der hohen Ansprüche an Präzision und Dynamik auf Servotechnik in einem Mehrachsverbund. Diese Motion-Control-Lösung wurde gemeinsam mit SEW-Eurodrive auf Basis des Automatisierungsbaukastens Movi-C entwickelt. Die Besonderheit: Mit dieser neuen Komplettlösung für Automatisierungsaufgaben ließ sich die Maschine mit einem maßgeschneiderten Mix aus zentraler und dezentraler Antriebstechnik realisieren – ohne Kompromisse bei der Integration oder den Schnittstellen eingehen zu müssen. SCHLANKE INSTALLATION UND KOMPAKTE SCHALTSCHRÄNKE Für die stationären Aufgaben verwendete SEW-Eurodrive die neuen Movi-C-Doppelachsmodule. Sie treiben das Schneidportal sowie den Materialfluss innerhalb der Maschine an. Der Einsatz von Doppelachsmodulen, die als Mehrachssystem für optimale Energieeffizienz über den DC-Zwischenkreis miteinander verbunden sind, macht die Installation deutlich schlanker und reduziert zusätzlich die erforderliche Schaltschrankfläche. „Der Schaltschrank ist spürbar kleiner geworden. Platz ist ein Dauerthema bei unseren Kunden; er ist eigentlich immer knapp“, erläutert Inhaber Günther Opitz. Ein weiteres Thema ist die Energieeffizienz. Deshalb sind die einzelnen Abläufe zeitlich aufeinander abgestimmt. Beispielsweise DER KONSTRUKTEUR 11/2018 17

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