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DER KONSTRUKTEUR 11/2018

DER KONSTRUKTEUR 11/2018

ANTRIEBSTECHNIK ANTRIEB

ANTRIEBSTECHNIK ANTRIEB FÜR BEWEGENDE KUNST PRODUKTE UND ANWENDUNGEN Die Miniaturisierung von Antriebssystemen ist eine wesentliche Voraussetzung bei der Entwicklung immer höher integrierter Systeme. Kleine, leistungsstarke Antriebe treiben in den unterschiedlichsten Bereichen die Technik stetig voran. Praktisch überall sind deshalb DC-Motoren unersetzlich. Schließlich wandeln sie elektrische Energie effizient in Bewegungsenergie um, sind in der Drehzahl regelbar, leicht, leise sowie zuverlässig. Wegen ihrer geringen Leistungsaufnahme eignen sie sich für mobile Anwendungen, aber auch für eher ungewöhnliche Einsatzbereiche wie z. B. in den bewegten Skulpturen des niederländischen Künstlers Bert Schoeren. Autor: Dipl.-Ing. (BA) Andreas Seegen, Faulhaber, Schönaich und Ellen-Christine Reiff, Redaktionsbüro Stutensee 26 DER KONSTRUKTEUR 11/2018

Blätter rascheln im Wind, Wolken ziehen über den Himmel, Wellen wogen auf und ab. Für den Blick auf diese ständige Veränderung in der Natur hat die Evolution das menschliche Auge konzipiert. Offenbar sind diese ständigen, in ihren Details unvorhersehbaren und damit im schönsten Sinne des Wortes chaotischen Bewegungen sehr gut für die menschliche Seele. Warum sonst würde ein Kaminfeuer oder ein Aquarium eine so beruhigende Wirkung entfalten? Diesem Prinzip der chaotischen Bewegung folgen auch die kinetischen Skulpturen von Bert Schoeren. Wenn der niederländische Künstler seine Werke in Museen präsentiert, stehen deshalb immer früher oder später Stühle um sie herum: „Ich weise nie darauf hin, denn die Aussteller kommen schnell von selbst darauf, dass die Möbel gebraucht werden“, erzählt der gelernte Ingenieur für Industriedesign. „Die Besucher wollen verweilen und dem Tanz der Objekte zuschauen.“ DIE NATUR LIEFERT DIE ANTRIEBSENERGIE Die Natur dient Schoeren aber nicht nur als Quelle der Inspiration, sondern sie liefert auch die Antriebsenergie für seine Skulpturen. Stehen diese draußen, sind es meist Wasser- oder Windenergie, in Innenräumen nutzt er mit Vorliebe die Sonnenstrahlung, wie etwa im Solar-Mobile „Netzwerk“. Es hängt im Trainingszentrum des niederländischen Energiekonzerns Alliander in Duiven. Hier im gläsernen Foyer finden sich die idealen Voraussetzungen für Schoerens Sonnen-Skulpturen: viel Platz und Tageslicht. Das Gebäude ist passenderweise auch noch ein Aktiv-Haus, das mehr Energie erzeugt, als es verbraucht. „Ich habe festgestellt, dass technisch orientierte Menschen solche Kunstwerke sehr mögen“, erzählt der Künstler. „Außerdem betonen die Solar-Mobiles per Definition den Aspekt der Nachhaltigkeit, der bei vielen Unternehmen eine immer größere Rolle spielt.“ Das Mobile besteht aus 135 farbigen Platten mit Solarelementen und kleinen Propellern, also Produzenten und Verbrauchern von Energie, wie der Künstler erklärt. Immer wenn die Sonne in das Foyer scheint, beginnen die kleinen Paneele Strom zu erzeugen, jeweils unterschiedlich viel, da sie in verschiedenen Winkeln zum einfallenden Sonnenlicht stehen. Die aufgefangene Sonnenenergie wird in kleinen Akkus gespeichert. Sobald ein Akku geladen ist, beginnt sich der Propeller für eine kurze Zeit zu drehen und damit einen Arm des Mobiles in ein gemächliches chaotisches Kreisen zu versetzen. Mit jeder Bewegung formiert sich das Kunstwerk zu einer neuen, unvorhersehbaren Struktur, belebt den Raum und seine Atmosphäre. DIE SUCHE NACH DEM EFFIZIENTESTEN KLEINSTMOTOR Die Kraft der Sonne ist in einem Gebäude allerdings selbst bei großzügigster Glasfassade drastisch reduziert. Von 100 000 Lux im Freien kommen drinnen höchstens 2 000 Lux TORQUEMOTOREN Wir bewegen. Nürnberg 27.– 29. November 2018 SPS IPC DRIVES Halle 1 Stand 310 01 Das Solar-Mobile „Netzwerk“ besteht aus farbigen Platten mit Solarelementen und kleinen Propellern, also Produzenten und Verbrauchern von Energie www.hiwin.de DER KONSTRUKTEUR 11/2018 27 HIWIN.indd 1 17.10.2018 10:44:57

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