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DER KONSTRUKTEUR 11/2019

DER KONSTRUKTEUR 11/2019

ANTRIEBSTECHNIK 100 100

ANTRIEBSTECHNIK 100 100 JAHRE WÄLZLAGER PRODUKTE UND ANWENDUNGEN Die Welt der Wälz- und Gleitlager ist enorm vielfältig. Das Unternehmen Findling hat allein 35 000 unterschiedliche Lagertypen in seinem Portfolio und blickt dabei auf 100 Jahre Anwendungs erfahrung zurück. Chefredakteurin Nicole Steinicke spricht mit Geschäftsführer Klaus Findling über Vergangenheit, Zukunft, Unterstützung für den Konstrukteur und das richtige Gespür für die Bedürfnisses des Marktes. Franz Anton Findling begann 1919 mit dem Handel von elektrischen Bedarfsartikeln, Eisenkurzwaren und optischen Erzeugnissen inklusive Wälzlagern. Bis heute, 100 Jahre später, hat sich aus diesem Einzelhandel ein weltweit agierender Dienstleister rund um Wälzlagertechnik entwickelt. Das Portfolio umfasst über 35 000 unterschiedliche Lagertypen in unzähligen Ausführungen und Werkstoffkombinationen. Um jedem Kunden sowohl in wirtschaftlicher als auch in technischer Hinsicht das für seine Anwendung optimale Produkt bieten zu können, deckt Findling die ganze Bandbreite von High-End- bis zu Standard-Produkten ab. Die Rillenkugellager, Pendelrollenlager, Spindel- und Gewindetriebslager sowie Kegelrollenlager des japanischen Herstellers Nachi sind Teil des Sortiments von Findling. Auch außergewöhnliche Betriebsbedingungen stellen kein Hürde dar. Mit seinem Spezialsortiment Abeg eXtreme lassen sich Washdown-Anwendungen abdecken, Reinraumapplikationen, Einsatzbereiche, in denen große Kälte und Hitze herrscht oder auch Schwerlastanwendungen. Konstrukteure können also für nahezu jede Anforderung und jeden Einsatzbereich das passende Lager wählen. 100 Jahre Erfolgsgeschichte spiegeln auch die aktuellen Umsatzentwicklungen wieder: eine Umsatzsteigerung von 16 % (2018) im Endkundenbereich und eine Stückzahlsteigerung von über 22 % (2018). Doch was macht das Unternehmen so erfolgreich, welches Expertenwissen steht Anwendern zur Verfügung und wie meistert der Spezialist die Herausforderungen der Digitalisierung und Globalisierung? Wir sprachen mit Klaus Findling, dem Geschäftsführer der Findling Wälzlager GmbH in Karlsruhe. Fotos: Holger Seybold, Vereinigte Fachverlage, Findling www.findling.com Herr Findling, mit jährlich über 16 Millionen verkauften Produkten zählt Ihr Unternehmen heute zu einem der Spezialisten im Bereich der Wälz- und Gleitlager. Was macht Ihr Unternehmen so erfolgreich? Unser Erfolgsrezept ist die Innovationskraft, die wir über drei Generationen hinweg immer wieder unter Beweis gestellt haben. Das begann schon mit dem Firmengründer Franz Anton Findling, der nach dem zweiten Weltkrieg eine eigene Fertigung für Axialrillenkugellager aufbaute. Damals galten diese Produkte als gute „Tauschwährung“ für andere Kugellagersorten aus Italien und Frankreich. Der Grundstein für die weitere, internationale Ausrichtung des Unternehmens war gelegt. Mein Vater Klaus-Peter Findling hat bereits Anfang der 60er-Jahre als wohl erster deutscher Unternehmer Wälzlager aus Japan importiert und damit echte Pionierarbeit geleistet. Er war Treiber der Globalisierung im Wälzlagermarkt und mit seinem Gespür für neue Märkte immer einen Schritt voraus. 54 DER KONSTRUKTEUR 11/2019

ANTRIEBSTECHNIK Seit 2001 leiten Sie das Unternehmen in dritter Generation und haben kurz nach der Übernahme der Geschäfte die Abeg-Methode entwickelt? Was verbirgt sich dahinter? Ich wollte es unseren Kunden einfacher machen, das technisch wie wirtschaftlich optimale Produkt aus dem umfangreichen Sortiment bestimmen zu können. Abeg unterteilt die Wälz- und Gleitlager in unterschiedliche Leistungsklassen und bietet somit eine transparente Entscheidungsgrundlage. Um bestmögliche Qualität garantieren zu können, überwachen wir unsere Lieferwerke und entwickeln diese ständig weiter. Ergebnis ist die Liefermöglichkeit des gesamten Sortimentes in vier verschiedenen Leistungsklassen: von einfacher Basistechnologie bis zu High-End-Lösungen. Die Beratung unserer Kunden nach der Abeg-Methode ist unser Alleinstellungsmerkmal und eröffnet den Kunden Zugang zu einem einzigartigen Angebot rund um die Wälzlagertechnik. Wo sehen Sie als Lieferant die Herausforderungen der Zukunft? Wie sehen Ihre Pläne für die Zukunft aus? Derzeit entwickeln wir Findling Wälzlager weiter, und zwar zu einem vielseitigen Dienstleistungsunternehmen mit intelligenten Lösungen rund um die Wälzlagertechnik. Basierend auf der Erfahrung und dem Produktwissen aus tausenden Kundenanforderungen bieten wir unseren Kunden ein einzigartiges Service-Portfolio, das von der anwendungstechnischen Beratung, der Schadensanalyse und Lebensdauertests bis hin zu herstellerunabhängigen Schulungen reicht. Mit einer eigenen Fertigung für sonderbefettete und modifizierte Wälzlager können wir komplexe Kundenanforderungen flexibel und zeitnah umsetzen. Das Interview führte Nicole Steinicke, Chefredakteurin Der Konstrukteur. Moderne Wälzlagerbeschaffung ist mehr als technischer Großhandel und aus über 35 000 unterschiedlichen Lagertypen das passende zu finden, klingt nicht einfach. Wie unterstützen Sie Konstrukteure bei der Auswahl des richtigen Produktes? Wir haben unser Angebot gemäß der Abeg-Methode kategorisiert. Dabei werden alle Produkte in eine der vier Leistungsklassen Premium, Supra, Eco und EasyRoll eingeteilt. Es werden sowohl designtechnische Tragzahlunterschiede berücksichtigt als auch die Fertigungsmethoden, Rohmaterialien und Komponenten wie Fette. Auf der Grundlage der Abeg-Methode haben wir die passende Auswahl- und Berechnungssoftware Abeg-Quickfinder entwickelt, die es in einer Basis- und einer Premium-Version gibt. Damit gelingt eine schnelle und zielsichere Auswahl von Wälzoder Gleitlagern, die sich auch finanziell lohnt: Durch die Vermeidung von technischen Überdimensionierungen sind Einsparungen von bis zu 80 % möglich. Wie nutzen Sie die Chancen der Globalisierung und vor welche Herausforderungen werden Sie dadurch gestellt? Gerade die letzten Jahre haben gezeigt, dass unsere Kompetenz in der Wälzlagertechnik auch und gerade international sehr gefragt ist. Wir bei Findling Wälzlager wissen, wie man global denkt und lokal handelt, Marktbedürfnisse ernst nimmt und sich erfolgreich dieser Verantwortung stellt. Dieses Know-how wollen wir vermehrt auch unseren internationalen Kunden zugänglich machen. Deshalb werden wir mit unseren Kunden die globale Präsenz von Produkten und Dienstleistungen weiter ausbauen. Nicole Steinicke überreicht Klaus Findling die Gratulationsurkunde 100 Jahre Findling Wälzlager Die neue QTL-Torquemotor Serie - wahre Kraftpakete bei flachem Design, ... mit oder ohne Wasserkühlung. Dauerdrehmomente bis zu 329Nm direkt vom Technologieführer im Bereich Linear- und Torquemotoren mit über 25 Jahren Erfahrung. Besuchen Sie uns auf der SPS 2019, Nürnberg 26. - 28.11. Halle 4, Stand 241 Tecnotion GmbH Elsenheimerstraße 59 | 80687 München Tel. 089 381537 400 | info@tecnotion.de Tecnotion.indd 1 24.10.2019 10:23:34 DER KONSTRUKTEUR 11/2019 55

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