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DER KONSTRUKTEUR 11/2019

DER KONSTRUKTEUR 11/2019

PRODUKTE UND ANWENDUNGEN

PRODUKTE UND ANWENDUNGEN SOFTWARE & PROTOTYPING DIE RICHTIGMACHER Die Digitalisierung durchdringt alle industriellen Bereiche. Das hat das Geschäftsführerduo Hartmuth Bauer und René Alldinger schon vor 15 Jahren erkannt. Bauer Systeme, ein Maschinen- und Schaltschrankbauer aus Bretten, ist deshalb konsequent auf Automatisierung getrimmt. Projekte werden von Anfang an ausnahmslos digitalisiert. Autor: Dr. Jörg Lantzsch, Freier Fachjournalist, Wiesbaden Gleich richtig machen“ so lautet das Motto, dem Hartmuth Bauer folgt. Als er sein Unternehmen 2004 komplett auf den Steuerungs- und Schaltanlagenbau ausrichtete, bestellte er noch im gleichen Jahr ein CNC-Bearbeitungszentrum für die Bearbeitung von Schaltschrankteilen, obwohl er zu diesem Zeitpunkt gerade einmal drei Mitarbeiter in der Werkstatt beschäftigt. „Wenn wir als ernstzunehmender Anbieter am Markt auftreten wollen, benötigen wir ein solches Bearbeitungszentrum“, begründet Hartmuth Bauer seine Entscheidung. Das 1999 gegründete Unternehmen entwickelte ursprünglich als Maschinenbauer Handlingsysteme und Steuerungen für die Holzindustrie. „Mit der Zeit kamen immer mehr Kunden hinzu, für die wir Schaltschränke mit Steuerungstechnik geliefert haben“, erinnert er sich. Umfirmierung und Neuausrichtung resultieren daraus. Seitdem ist das Unternehmen stetig gewachsen. Zunächst stand 2005 ein Umzug nach Bretten an, wo der Schaltschrankbauer 2012 schließlich einen Neubau bezog. Heute sind rund 30 Mitarbeiter für den Mittelständler tätig, der inzwischen als Bauer Systeme firmiert. KONSEQUENT AUTOMATISIERT „Alles aus einer Hand“ ist das Konzept von Bauer Systeme. Dementsprechend bieten die Brettener ein umfassendes Leistungsspektrum, das schon mit der Konzepterstellung beginnt. „Nach Möglichkeit wickeln wir Projekte von der Elektro- und 3D-Aufbauplanung über die Fertigung in unserer Werkstatt bis hin zur Inbetriebnahme ab“, sagt René Alldinger, ebenfalls Mitglied der Geschäftsleitung. Und ergänzt: „Unsere Positionierung als Komplettanbieter ist ein großer Wettbewerbsvorteil.“ Auch SPS-Programmierung und die Erstellung von Visualisierungen gehören zum Portfolio. Eine wichtige Voraussetzung, um solche komplexen Projekte umsetzen zu können, ist die konsequente Digitalisierung entlang der Wertschöpfungskette. Nur weil alle Prozesse automatisiert sind, können auch größere Aufträge mit den häufig geforderten kurzen Lieferzeiten abgewickelt werden. Denn ein kurzfristiger Personalaufbau ist wegen des Fachkräftemangels kaum möglich. 66 DER KONSTRUKTEUR 11/2019

„Die Basis der Automatisierung legen wir bereits im Engineering“, erklärt Oliver Martin, der bei Bauer Systeme die Elektrokonstruktion leitet. Auf den dabei erzeugten Daten basieren alle weiteren Prozesse. Und das nicht nur in der Werkstatt – auch Einkauf, Kalkulation, Warenwirtschaft, Logistik und Arbeitsvorbereitung greifen darauf zu. „Die Eplan-Datenbank ist der Schlüssel in unserem Engineering-Prozess und wird entsprechend sorgfältig gepflegt“, betont Martin. ist sehr detailliert. „Wir haben einen eigenen Styleguide, in dem festgelegt ist, wie die Daten abgelegt werden“, erklärt Martin. Die Daten sind stets komplett. Neben den elektrotechnischen Daten sind auch die Anschlüsse und die Routinginformationen sowie die mechanischen Daten inklusive der Bohrinformationen für die Befestigung hinterlegt. Dazu kommen noch ein Bild der Komponente sowie das Datenblatt. „Je nach Qualität der Daten, die der Hersteller zur Verfügung stellt“, sagt HOCHWERTIGE DATEN VEREINFACHEN DIE DREIDIMENSIONALE KONSTRUKTION Um eine hohe Qualität in der Fertigung zu erreichen, ist eine entsprechende Qualität in der Planung notwendig. Weil alle weiteren Schritte darauf aufbauen, ist die Eplan-Datenbank so wichtig. Beispiele hierfür sind die korrekt ermittelten Drahtlängen oder die Bohrinformationen für das Perforex-Bearbeitungszentrum. „Die Qualität der Daten, wie sie die Komponentenanbieter liefern, ist nicht überall gleich gut“, betont Martin. So hat ein moderner Umrichter in der Regel auch SPS-Funktionalitäten und ist häufig mit Busschnittstellen ausgestattet. Die zur Verfügung gestellten Daten enthalten aber oft nur die Klemmen für die Leistungsanschlüsse. Das Leitungs-Routing in Eplan Pro Panel funktioniert in diesem Fall dann nicht für die Busleitung. DETAILLIERTE DATENBANK VERHINDERT FOLGEFEHLER Die Datenbank, deren Pflege im Verantwortungsbereich von Oliver Martin liegt, Martin, „müssen wir die Daten noch einmal nachbearbeiten.“ Bei Bedarf erstellt Martin die 2D-Zeichnungen und 3D-Modelle neu, damit die Qualität stimmt. Denn falsch angelegte Daten können bei der Planung leicht zu Folgefehlern führen. „Qualitativ sehr hochwertig sind die Daten, die Rittal im Eplan Data Portal zur Verfügung stellt. Das macht die Konstruktion gerade in der dreidimensionalen Anwendung deutlich leichter“, zeigt sich der Leiter der Elektrokonstruktion begeistert: „Beim neuen Schaltschrank VX25 sind sogar die Montagepunkte für Anreihverbinder so angelegt, dass die Komponenten beim Platzieren automatisch an der richtigen Stelle einrasten.“ EFFIZIENTE ELEKTRO- UND AUFBAUPLANUNG Zur Elektroplanung kommt bei Bauer Systeme generell Eplan Electric P8 zum Einsatz. Im Anschluss erfolgt die 3D-Aufbauplanung in Eplan Pro Panel, bei der 01 Hoher Detaillierungsgrad: Der virtuelle Prototyp aus Eplan Pro Panel bildet die Basis der Fertigung in der Elektrowerkstatt

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