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DER KONSTRUKTEUR 11/2020

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DER KONSTRUKTEUR 11/2020

ANTRIEBSTECHNIK

ANTRIEBSTECHNIK KOLLISIONSFREI BEWEGEN AUF ENGSTEM RAUM PRODUKTE UND ANWENDUNGEN Ein Seecontainer beinhaltet – je nach Größe – zwischen 20 und 30 t Ladung. Sie zu entladen ist, vor allem bei losem Inhalt, ein logistischer, zeitlicher und physischer Kraftakt. Hier können intelligente Robotersysteme unterstützen und die Prozesse der Logistikunternehmen optimieren. Die komplexen Systeme stellen eine große Herausforderung für die eingesetzte Antriebsund Automatisierungstechnik dar – auch weil die Platzverhältnisse beengt sind. Das globale Gütertransportvolumen ist enorm: man spricht von etwa 100 Mio. Containern, die in der Welt transportiert werden. Weil Kunden ihre Waren immer schneller bzw. just-in-time geliefert bekommen möchten, steht die Transport- und Logistikbranche vor großen Herausforderungen. Hinzu kommt der fortschreitende Fachkräftemangel. Nach einem Zeitungsbericht vom Mai 2019 fehlten allein bei den Speditionen rund 10 000 Fahrzeugführer. Viele scheuten die körperlichen Belastungen wie schweres Heben sowie lange und unregelmäßige Arbeitszeiten. Die vorhandene Belegschaft sei überaltert und gehe in den kommenden Jahren in Ruhestand. Auch aus Gründen des Unfallschutzes wäre eine Alternative zum manuellen Entladen von Containern sinnvoll. ERGONOMISCHES HEBEWERKZEUG In der niederländischen Stadt ’s-Heerenberg, direkt an der Grenze zu Emmerich am Niederrhein, ist die Firma Copal Handling Systems beheimatet. Sie stellt solche Alternativen her: Robotersysteme, die selbst auf engstem Raum logistische Höchstleistungen vollbringen. Die Niederländer sehen hier eine große Marktlücke. Das erste Entladesystem von Copal war ursprünglich ein ergonomisches Hebewerkzeug – ein bedienergesteuerter hydraulischer Balancer, der seitdem zu einer Punkt-zu-Punkt-Steuerung ohne Hydraulik optimiert wurde. Der Impuls kam von außen. Jan Grasmeijer, Autorin: Andrea Balser, SEW-EURODRIVE GmbH & Co KG, Bruchsal 16 DER KONSTRUKTEUR 2020/11 www.derkonstrukteur.de

technischer Direktor bei Copal berichtet: „Wim Bosman war Gesellschafter und CEO der Wim Bosman Group, eines globalen Logistikunternehmens. Er wollte davon weg, dass die Menschen beim Entladen von Containern so schwere Lasten heben und transportieren mussten. 2011 erkannte er im Prototyp des Containerentladers und -palettierers Copal C1 sofort das Potenzial dieses Systems und sah Möglichkeiten zur Weiterentwicklung. Daher wurde er Hauptanteilseigner der Firma Copal.“ Das Unternehmen DER MOTION-CONTROLLER IST DAS HERZ DER STEUERUNG DES KINEMATISCHEN MODELLS, DAS DIE BENÖTIGTEN WEGE BERECHNET begann mit der Entwicklung und dem Bau von Systemen zum Entladen von Sackware: Kakao, Nüsse und Kaffee in Jutesäcken wurden durch mit Nadeln ausgerüsteten Greifern hochgehoben. In Zukunft will sich das Unternehmen stärker auf Kartons konzentrieren – auf die technischen Möglichkeiten, sie reibungslos zu entladen, zu sortieren und zu stapeln. Das Thema Containerentladung ist jedenfalls aktuell wie nie. Es gibt immer strengere Vorschriften für das Heben von Lasten. Mit seinen Systemen möchte Copal nach wie vor zur Nachhaltigkeit und sozialen Verantwortung seiner Kunden weltweit beitragen – zu gesünderen Arbeitsbedingungen, weniger Verletzungen und mehr Prozessqualität. MOBILER ENTLADER Ein weiteres Produkt von Copal ist der C2-Entlader, eine mobile Handlinglösung Die Geräte dieser Baureihe sind innerhalb von 15 Minuten einsatzbereit und können zum Entladen von Säcken sowohl im Innen- als auch im Außenbereich an mehreren Standorten aufgestellt werden. Lediglich ein Bediener überwacht den Betrieb mit Kameras und nimmt von seiner Kabine aus über einen Touchscreen per Joystick kleine Korrekturen vor. 01 Der SEW-Antrieb ermöglicht eine präzise Positionierung; für größere Lasten werden asynchrone Servomotoren der Baureihe DRL (IE3-Ausführungen) eingesetzt

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