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DER KONSTRUKTEUR 3/2015

DER KONSTRUKTEUR 3/2015

FLUIDTECHNIK I TITEL Der

FLUIDTECHNIK I TITEL Der Konstrukteur hat die Wahl Hydraulische und elektromechanische Bremsen aus einem Portfolio Norbert Partmann Ob Marine-, Verkehrs- oder Fördertechnik, Berg- oder Kranbau, On- oder Offshore, die im Folgenden vorgestellten Bremssysteme sind darauf ausgerichtet, eine Vielzahl von unterschiedlichen Anwendungen mit einer großen Leistungsbandbreite abzudecken. Dabei geht es aber nicht immer nur darum, große Kräfte zuverlässig zu bändigen. Auch widrigen Umwelteinflüssen wie Schlamm, Regen, Salz, klirrende Kälte oder glühende Hitze gilt es dauerhaft standzuhalten. Dr. Norbert Partmann, KTR Brake Systems GmbH, Schloß Holte-Stukenbrock Mit der hydraulischen KTR-Stop und der elektromechanischen EMB-Stop gehört KTR zu den wenigen Herstellern weltweit, die zwei unterschiedliche Bremssysteme im Portfolio haben. Kundenpräferenz und Rahmenbedingungen der Applikation entscheiden dabei über die Wahl der richtigen Bremse. Hydraulische und elektromechanische Systeme Die hydraulischen Bremsensysteme KTR- Stop basieren auf der klassischen Scheibenbremse und sind in aktiver oder federbetätigter Ausführung erhältlich. Schwimmsattelbremsen bieten den Vorteil weitgehend axialkraftfrei zu arbeiten, wodurch eine Schädigung des Triebstranges ausgeschlossen ist. Die KTR-Stop erzeugt Klemmkräfte bis 1400 kN, bei einem verhältnismäßig geringen Gewicht. Die kompakten Abmessungen ermöglichen ein umfassendes Einsatzspektrum und halten gleichzeitig die Transport-, Lagerungs- und Montagekosten gering. Der hohe Schutz vor Witterungseinflüssen (Einsatztemperaturbereich von -40 °C bis + 50 °C) – durch komplette Kapselung und integrierte Schmutzabstreifer – und die maximale Materialnutzung der Bremsbeläge – sie können nahezu bis auf die Tragplatte heruntergefahren werden – reduzieren überdies den Wartungsaufwand. Auch die elektromechanischen Bremsen der Serie EMB-Stop gibt es bei KTR wahlweise als aktive oder passive Schwimmsattelbremse. Anders als bei ihrem hydraulischen Pendant erzeugen sie allerdings ihre Bremskraft auf rein elektromechanischem Wege und bringen damit Klemmkräfte bis zu 1200 kN auf. Bei der aktiven Ausführung treibt ein Elektromotor einen Hebelarm bzw. ein Getriebe an. In der passiven Ausführung hingegen wirkt er entgegengesetzt und löst die Bremse. Mit dem Verzicht auf den Einsatz einer Hydraulik erübrigen sich bei den elektromechanischen Systemen erforderliche Wartungsarbeiten wie Ölwechsel und Ölentsorgungen. Das macht die EMB-STOP Bremsen nahezu wartungsfrei und auch sie ist für Einsatztemperaturbereich von -40 °C bis + 50 °C ausgelegt. Ein Grundkörper, zwei Systeme Jetzt wartet KTR mit einer Neuentwicklung auf, die es bisher in dieser Form noch nicht 10 Der Konstrukteur 3/2015

TITEL I FLUIDTECHNIK www.schmersal.com RSS 16 RSS 16 gab. Mit der neuen XS-Serie haben die Bremsenspezialisten eine Schwimmsattelbremse entwickelt, die wahlweise mit einer hydraulischen oder elektromechanischen Ansteuerung ausgestattet werden kann. Beide Systeme verfügen über dieselbe Grundkonstruktion und können aufgrund gleicher Anschlussmaße 1:1 gegeneinander ausgetauscht werden, ohne dabei die Geometrie der Anlage verändern zu müssen. Davon profitieren insbesondere die Anwender, die gezwungen sind ihr Anlagenkonzept, z. B. aus umwelttechnischen Gründen, zu modifizieren. Hervorzuheben sind auch die hohen Klemmkräfte, die beide Ausführungen aufbringen können. Vergleichbare passive Bremsen anderen Hersteller erreichen derzeit maximal 12 kN. Die neue KTR-Bremse dagegen leistet in der passiven Ausführung 15 kN (25 % mehr!) und in der aktiven 16,5 kN. Die Bremse wird komplett aus Stahl gefertigt, das bringt zum einen zusätzlich Stabilität und Haltbarkeit. Zum anderen ist sie damit bestens geeignet für Tieftemperatur- Anwendungen. Bei dieser Baureihe handelt es sich um eine typische Betriebsbremse für hohe Zykluszahlen. Alle Merkmale der neuen Bremse sind darauf ausgerichtet, unter widrigsten Umweltbedingungen – ob über Tage oder unter Tage, On- oder Offshore – zuverlässig ihren Dienst zu verrichten und dabei niedrigste Betriebskosten zu produzieren. Die Montage der Bremse ist einfach und erfolgt lediglich durch zwei Schrauben. Die Bremsbeläge sind in den Materialien Organisch oder Sinter-Metall lieferbar. Marktanforderungen umgesetzt Ein weiteres Bremssystem hat KTR speziell für den Einsatz als Rotorbremse in Windenergieanlagen entwickelt. Bisher verrichteten hier die Schwimmsattelbremsen der Serien KTR-Stop und EMB-Stop ihre Arbeit. Aufgrund der veränderten Leistungsanforderungen an die Rotorbremsen in Richtung Haltebremse, werden Schwimmsattelbremsen aber immer seltener verbaut. Die Anlagenbetreiber verlangen hier eine einfache und kostengünstigere Alternative. Die Die neue Bremsenserie kann wahlweise mit hydraulischer oder elektromechanischer Ansteuerung ausgestattet werden Lösung von KTR ist entsprechend: Das neue Bremssystem basiert auf einer einfachen Festsattelbremse, die mit einer automatischen Verschleißnachstellung der Bremsbeläge ausgestattet ist. Intelligente Bremsenregelung Auf Wunsch liefert KTR seine hydraulischen und elektromechanischen Bremsen mit der intelligenten Bremsenregelung RSS 16 RSS 16 RSS 16 RSS 16 Die nächste Generation der Sicherheits-Technologie: Der neue RFID- Sicherheits- Sensor RSS 16 ■ Codierungsstufe „hoch“ nach ISO 14119 durch individuellen RFID Code ■ Drei Codiervarianten für bedarfsgerechten Manipulationsschutz ■ Türanschlag mit Magnetrastfunktion ■ Klemmenraum- oder Stecker- Anschluss Besuchen Sie uns auf der all about automation, Halle 8, Stand 200. Wir freuen uns auf Sie. Sicherheit vom Kompetenzführer. of safety 01 Die neue Bremsenserie gibt es sowohl mit hydraulischer oder elektromechanischer Ansteuerung – die Grundkonstruktion bleibt dieselbe

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