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DER KONSTRUKTEUR 3/2015

DER KONSTRUKTEUR 3/2015

FLUIDTECHNIK Auf den

FLUIDTECHNIK Auf den Punkt gebracht Die Verschmelzung der physischen Produktionswelt mit der virtuellen Welt der Informationstechnologie zu Industrie 4.0 gewinnt immer mehr an Bedeutung. Die Anforderungen an die Automatisierungstechnik sind dabei klar definiert: Dezentrale Intelligenz und autonomes Verhalten, offene Kommunikationsstandards sowie schnelle Vernetzbarkeit und Kontexteinbindung in Echtzeit. Im Zusammenspiel mit digitaler Regelungstechnik und offener Kommunikation erfüllt die Hydraulik diese Anforderungen. Damit eröffnet sie auch vernetzten Lösungen die physikalischen Vorteile der Hydraulik wie hohe Kraftdichte, aufgelöste Bauweise oder Robustheit. 02 Zusätzliche Möglichkeiten der dezentralen Intelligenz eröffnen drehzahlvariable Pumpenantriebe Lösungen zur zustandsorientierten Wartung. Die Elektronik wertet Sensorsignale aus und die Software erkennt die aktuellen Betriebszustände im hydraulischen System. Überschreiten die Messwerte definierte Toleranzen, warnt das System vor der Erreichung von kritischen Zuständen. Damit können Wartungstechniker anstehende Maßnahmen in den ohnehin geplanten Zeitfenstern ausführen, bevor es zu einem Maschinenstillstand kommt. Antriebsphysik für die Steuerung neutral STATEMENT Dr. Michael Döppert, Chefredakteur Verlassen wir hier einmal die Sichtweise des Ingenieurs und wechseln zu der des Physikers: Die Möglichkeiten und Grenzen setzt die Physik. Das gilt auch für die technologischen Seiten der Industrie 4.0. Der Physiker fragt, was die Welt, die Industrie 4.0 im Innersten zusammenhält. Er antwortet: Im einen Fall für uns unsichtbare Kräfte, die Wechselwirkungen zwischen den elementaren Bausteinen; im anderen Fall die Wechselwirkungen grenzenloser Kommunikation mit einem technologieübergreifenden Datenaustausch. So können die Vorteile aller heutigen und zukünftigen Technologien – auch die der Hydraulik – in eine, wie auch immer aussehende Industrie 4.0 einfließen. Mit der dezentralen Intelligenz und offenen Standards erkennt die Software hydraulischer Systeme einen veränderten Kontext und passt die Bewegungsabläufe autonom an. Für die übergeordnete Steuerung spielt die Antriebsphysik selbst keine Rolle mehr. Für sie ist es irrelevant, ob die Bewegung elektrisch, elektromechanisch oder hydraulisch erfolgt. So können hydraulische Pressstationen beispielsweise auf RFID gespeicherte Produktdaten auslesen und die Presskraft flexibel auf einzelne Werkstücke anpassen, ohne dass ein Bediener oder eine übergeordnete Steuerung eingreifen müssen. Damit hat die Hydraulik automatisierungstechnisch mit der Elektromechanik völlig gleichgezogen und ist auf die Anforderungen von Industrie 4.0 eingestellt. Zusätzlich bietet sie einzigartige physikalische Vorteile. Markus Rukaber bekräftigt: „Die Hydraulik fügt sich in der Kombination mit Elektronik, Software und offenen Standards perfekt in heutige und zukünftige Industrie 4.0 Konzepte ein und bereichert diese um ihre einzigartigen physikalischen Vorteile.“ www.boschrexroth.com Doppelkolben-Schwenkantrieb positioniert kraftvoll und präzise Auch bei langem Hebelarm positioniert der Doppelkolben- Schwenkantrieb DRRD von Festo in den Endlagen genau. Weitere Merkmale des Antriebs sind eine große Belastbarkeit bei Drehmomenten von 1,6 bis 24,1 Nm und ein maximales Massenträgheitsmoment von 67 000 kgcm² selbst in kompakten Bauformen. Darum darf der kraftvolle Schwenkantrieb bei gleicher Leistung eine Nummer kleiner sein. Das spart Bauraum in der Handhabungsund Montagetechnik oder im Maschinenbau. Das optimierte Gehäuse- und Kolbenantriebsdesign des Doppelkolben-Schwenkantriebs trotzt im Alltag auch rauen Industriebedingungen. Ab Baugröße 16 ist der Schwenkantrieb mit einem Endlock für mechanische Verriegelung in Endlage oder Mittel position verfügbar. Dazu kommen eine komplett abgedichtete Variante für feuchte Umgebungen sowie zwei interne und eine externe Dämpfungsart. www.festo.de 16 Der Konstrukteur 3/2015

FLUIDTECHNIK Hydraulikkomponenten helfen, den Treibstoffverbrauch zu senken Mitsui Engineering + Shipbuilding (MES), Hersteller von Frachtschiffen und 2-Takt-Großmotoren, hat in Zusammenarbeit mit Bosch Rexroth in Japan ein System für Großmotoren von Schiffen entwickelt, das den Treibstoffverbrauch je nach Motorlast um bis zu 4 % reduzieren kann. Das Turbo Hydraulic System (THS) nutzt die kinetische Energie der Abgase eines Schiffsdiesels. Es besteht aus Standard-Hydraulikkomponenten von Rexroth. Das System lässt sich den Entwicklern zufolge auch mit geringem Aufwand auf bestehenden Schiffen nachrüsten. Im Praxiseinsatz wurde das System von den Spezialisten von Bosch Rexroth und den Inge nieuren von MES bereits getestet. In diesem Jahr stechen die ersten mit dem THS ausgerüsteten Frachtschiffe in See. Schiffe verbrauchen je nach Größe und Geschwindigkeit zwischen 100 und 350 t Treibstoff pro Tag. Das entspricht dem Verbrauch von mehr als 30 000 Autos auf 100 km. Bildquelle: E.R. Schiffahrt GmbH & Cie. KG www.boschrexroth.com Online-CAD-Datenbank für hydraulische Verbindungssysteme Hydraulische Verbindungssysteme bis ins kleinste Detail modellieren und schnell die erforderliche Rohrverschraubung finden – mit der neuen Online-CAD-Datenbank bietet Voss Fluid hierfür eine effiziente Lösung. Unter voss.partcommunity.com können Anwender die aktuellen 3D-CAD-Modelle sämtlicher Verbindungskomponenten kostenfrei herunterladen. Nach der Registrierung sind die 3D-Daten in mehr als 80 gängigen Dateiformaten verfügbar und lassen sich direkt in das kundenindividuelle CAD-System integrieren. Die Suche nach der richtigen Rohrkomponente ist dank der neuen Plattform denkbar einfach. Nach Eingabe der jeweiligen Artikelnummer oder -bezeichnung erhält man auf einen Blick alle produktspezifischen Informationen. Ein weiterer Mausklick löst die Generierung des CAD-Modells aus. Alternativ ermöglicht die zusätzliche Suchfunktion „Geometrische Suche“, das benötigte Verbindungsteil mithilfe bereits vorliegender Abmessungen zu finden. Voraussetzung ist der Upload einer Datei, die die Koordinaten der Bauteiloberfläche enthält. Eingespeist in die CAD-Bibliothek von Voss werden die vorgegebenen Maße mit den Artikeln in der Unternehmensdatenbank abgeglichen. Das Suchergebnis schlägt dem Anwender geeignete Verschraubungen vor. www.voss-fluid.de Jederzeit zu wissen, worauf man sich verlassen kann, ist ein gutes gefühl. Sensoren. Systeme. Netzwerktechnik. www.balluff.com

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