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DER KONSTRUKTEUR 3/2015

DER KONSTRUKTEUR 3/2015

AKTUELL Die Konstruktion

AKTUELL Die Konstruktion im Wandel KOMMENTAR Von interdisziplinärem Arbeiten bis zu virtuellen Produkten Produkte werden immer komplexer. Neben Entwicklungsdaten werden systematisch weitere Datenquellen einbezogen, zum Beispiel aus dem Internet. Dabei müssen die Entwicklungszeiten immer kürzer werden. In diesem Zuge steigen auch die Anforderungen an die Konstrukteure, deren Aufgaben und Arbeitsumfeld sich in den nächsten Jahren grundlegend verändern werden, geprägt vom produktiven Einsatz des Virtual Engineering. Prof. Dr. Dr.-Ing. Dr. h. c. Jivka Ovtcharova, Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Institut für Informationsmanagement im Ingenieurwesen (IMI), Karlsruhe Wir können heute schon beobachten, dass Konstrukteure eine immer stärker werdende Vernetzung am Arbeitsplatz erfahren. In Zukunft wird vernetztes Wissen noch wirksamer in die Konstruktion einfließen, mit dem Hintergrund einer interdisziplinären Basis. Ebenso wird das Arbeiten an komplexen Produkten zunehmen, sogenannte „Intelligente Produkte“ bestehen aus elektrotechnischen Komponenten und beinhalten immer mehr Software. Sie erfordern eine komplexe Planung. Längst gibt es keine Trennung mehr zwischen Mechanik und Software, die Konstrukteure von morgen arbeiten an multidisziplinären Produkten. Alle Phasen des Produktlebenszyklus fließen in die Gestaltung neuer Produkte mit ein. Produkte mit hoher Komplexität erfordern von Konstrukteuren zusätzlich ein vernetztes Projektund Produktmanagement. Er/sie dokumentiert auch deren komplette Erstellung. Schließlich ist die Einbindung externer Spezialisten zu nennen, moderne Planungsteams agieren flexibel und können externes Fachwissen und Spezialisten leichter einbinden. Die Arbeitsweisen des Konstrukteurs werden sich dahingehend ändern, dass die Simulation eine immer größere Rolle spielen wird. Produkte und ihre Eigenschaften werden vorab dynamisch simuliert. Ebenso werden die Aufgaben eines Konstrukteurs um mehr Informatik- und Programmierungsanteile erweitert werden. Der Konstrukteur von morgen muss auch Manager sein, der Projekte im Team, aber auch selbstständig plant, steuert und kontrolliert. Die wichtigste Rolle kommt jedoch dem Virtual Engineering zu, das dem Konstrukteur hilft den gesamten Produktlebenszyklus aus Prozess- wie auch aus IT-Systemsicht betrachtet ganzheitlich zu unterstützen. Es handelt sich dabei um neue Ingenieurmethoden für Abstimmung, Bewertung und Absicherung der Ergebnisse aller Partner unter Verwendung moderner Informations- und Kommunikationstechnologien wie CAD/CAE, PDM/ PLM, Web, Cloud und Virtuelle Realität. In virtuellen 3D-Umgebungen erhalten Konstrukteure bereits in einem frühen Stadium einen intensiven Eindruck von der Gestalt und den Eigenschaften eines Produkts. Das ermöglicht wertvolles Feedback zur richtigen Zeit. So können Konstrukteure in einer dreidimensionalen Projektionsumgebung, einer sogenannten Cave Automatic Virtual Environment oder kurz: CAVE, mehr sehen als bei Betrachtung eines digitalen Modells am Bildschirm. Die flüssige Darstellung ermöglicht die Wahrnehmung in Echtzeit und im Die Vernetzung von Wissen und Informationen in der Konstruktion ist die große Herausforderung Maßstab 1:1. Das ist sehr wichtig, weil dadurch Intuition und Erfahrungswissen geweckt werden. In der virtuellen Umgebung kann das Gesamtprodukt also im Wortsinn erlebt und zugleich überprüft werden. So sind zum Beispiel Überschneidungen und dynamische Kollisionen von Komponenten schnell festzustellen werden. Ein besonderer Vorzug ist zudem die einfache Skalierbarkeit in beide Richtungen: Winzige Teile lassen sich anschaulich vergrößern und sehr große Strukturen werden überschaubar. Systemtechnische Lösungen stehen heutzutage in Zusammenhang mit der Verwaltung von komplexen und umfangreichen Problemstellungen und Informationsmengen. Das Virtual Engineering zielt darauf ab, die Komplexität auf das Wesentliche zu reduzieren, um Entscheidungsprozesse zu beschleunigen. Ferner ermöglicht es Menschen, einander an ihren Ideen teilhaben zu lassen und neue Arbeitsumgebungen zu schaffen, in denen multidisziplinäre Teams zusammenarbeiten können. Die Thematik des Virtual Engineering betrifft über Prozesse der operativen Ebene hinausgehend insbesondere auch Unternehmensentwicklungs-, Strategieplanungs- und Managementprozesse. www.imi.kit.edu www.lesc.kit.edu 6 Der Konstrukteur 3/2015

Familienunternehmen Schmersal feiert 70. Jubiläum AKTUELL Die Schmersal Gruppe, Wuppertal, feiert ihr 70-jähriges Bestehen. Der Spezialist für Maschinensicherheit produziert heute rund 25 000 verschiedene Schaltgeräte. Gegründet wurde das Unternehmen 1945 von den Brüdern Kurt Andreas und Ernst Schmersal. Man produzierte zunächst Komponenten für den Aufzugbau. Anfang der 1950er Jahre kamen mechanische Schaltgeräte für die Bauindustrie dazu. In den 1970er Jahren begann man mit der Entwicklung von elektronischen Näherungsschaltern. Heute liegt der Fokus auf elektromechanischen und elektronischen Sicherheitsschaltern sowie Sicherheitssteuerungen. Bis heute hat Schmersal fast 300 Erfindungen zum Patent angemeldet. 1982 übergaben die Gründer die Leitung an ihre Söhne Stefan und Heinz Schmersal. Mit Philip Schmersal trat 2007 die dritte Generation in die Geschäftsführung ein. Das Unternehmen hat sieben Produktionsstandorte in Europa, Asien und Südamerika. Mit weltweit 1750 Mitarbeitern erwirtschaftete es 2014 einen Umsatz von 210 Mio. Euro. www.schmersal.com Aktualisierte Auflage des O-Ring-Handbuchs online erhältlich Parkers O-Ring-Handbuch, das Konstrukteuren als Referenzwerk für den Einsatz von O-Ringen in der Dichtungstechnik dient, ist in einer aktualisierten Auflage erhältlich. Die Aktualisierungen betreffen vor allem die Kapitel 6 (Werkstoffe) und 7 (Anwendungen) sowie den Normenteil im Anhang. Neu ist eine Medienbeständigkeitstabelle, die etwa 1000 Medien für statische und dynamische Anwendungen beinhaltet. Darüber hinaus wurden die Werkstofflisten bereinigt und durch weitere Materialien ergänzt. Das Kompendium berücksicht außerdem die neuesten technischen Entwicklungen, u.a. in der Umwelttechnik und Biomedizin. Das Handbuch bietet auch eine verbesserte Praxistauglichkeit. Hierzu wurden die Kapitel und Hierarchien noch übersichtlicher strukturiert sowie die Tabellendarstellung optimiert. Zudem ist eine handliche Registerstanzung enthalten. Das in deutscher und englischer Sprache verfügbare, 164-seitige Handbuch steht unter http://bit.ly/1IEX4z3 kostenlos zum Download bereit. Im Fall des Falles ROBA ® -topstop ® Sicher fixieren statt improvisieren Wir stellen aus: HANNOVER MESSE Halle 25/Stand D28 „Wir haben als Hersteller von Präzisionsbearbeitungsmaschinen hohe Ansprüche an Qualität, Zuverlässigkeit und Sicherheit. Deshalb vertrauen wir seit 25 Jahren auf ROBA-stop ® Sicherheitsbremsen von mayr ® Antriebstechnik.“ Klaus Bauer, Leiter Konstruktion und Entwicklung Werkzeugmaschinenfabrik, WALDRICH COBURG GmbH Achtung sicherheitskritische Achse Nur ROBA-stop ® -Bremsen verwenden www.parker.com D-87665 Mauerstetten, www.mayr.com Ihr zuverlässiger Partner

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