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DER KONSTRUKTEUR 3/2017

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AUTOMATISIERUNGSTECHNIK

AUTOMATISIERUNGSTECHNIK DOPPELKONTAKTIERUNG FÜR NOCH MEHR EMV-SICHERHEIT Um die sehr gute HF-Dämpfung noch weiter zu erhöhen, hat der Anbieter seine Blueglobe Tri in einer Sonderversion verlängert und mit zwei hintereinanderliegenden Triangelfedern ausgestattet. Das bringt gute 6 dB bis 10 dB Dämpfung mehr, wie ausführliche Tests im hauseigenen Prüflabor dokumentieren. Eine weitere Lösung ist der geteilte EMV-Adapter: Wird dieser zwischen der Gehäusewand und einer EMV-Verschraubung eingeschraubt, ergibt sich ebenfalls eine doppelte Kontaktierung mit entsprechend höheren Dämpfungswerten und höherer Stromübertragung bei minimiertem technischem wie finanziellem Aufwand. Verwendet der Anwender diesen Adapter als Gegenmutter, lassen sich sogar Standard- und Kunststoff-Kabeleinführungen kostengünstig einigermaßen EMV-tauglich machen, was in weniger kritischen Anwendungen meist ausreicht. KUNDENSPEZIFISCHE EMV-LÖSUNGEN AUS DEM BAUKASTEN Bekannt als Problemlöser rund um die sichere Kabeleinführung bedient Pflitsch auch den EMV-Markt mit besonderen kundenspezifischen Lösungen. Die Basis für die wirtschaftliche Umsetzung "SO MESSEN UND BEWERTEN WIR DAS SCHIRMVERHALTEN VON BAUTEILEN" Günther Quednau, EMV-Experte, PFLITSCH GmbH & Co. KG, Hückeswagen www.DerKonstrukteur.de solcher EMV-Komponenten sind die hochwertigen Kabelverschraubungen Uni Dicht und Blueglobe mit ihrem Systemgedanken, z. B. um EMV-Mehrfach-Varianten zu realisieren. Denn die Miniaturisierung bringt es mit sich, dass Systeme immer kompakter werden. Jede Kabelverschraubung benötigt aber einen gewissen Einbauplatz. Möchte ein Anwender verschiedene EMV-Kabel in ein Gehäuse einführen, kann es aufgrund fehlender Montagefläche zu Engpässen kommen. Um das Problem zu lösen, nutzt der Kabelführungs-Spezialist das Mehrfach-Konzept aus dem Uni-Dicht-Programm auch im EMV-Bereich. Mit diesen Dichteinsätzen lassen sich mehrere Kabel – auch mit unterschiedlichen Durchmessern – zuverlässig durch eine Kabelverschraubung führen. Hinter dem Dichteinsatz sitzt in der EMV-Lösung eine Scheibe aus Metall, die exakt für die verwendeten Kabeldurchmesser des Kunden angefertigt wird. In dieser Scheibe wird der Schirm jedes Kabels sicher mittels je einer Tri-Feder kontaktiert. Über einen umlaufenden Iris-Federring gelingt die zuverlässige Kontaktierung der eingesetzten Scheibe in der Kabelverschraubung. Da die Uni Dicht bis zur Größe M120 gefertigt wird, ist die Integration mehrerer EMV-Kabel im Durchmesser von 5 mm bis 20 mm (inklusive Schirmgeflecht) möglich. WENN STARRE KABEL IN DEN SCHALTSCHRANK MÜSSEN Energiekabel und Leitungen mit größeren Querschnitten sind sehr starr und lassen sich daher nur mit Mühe installieren. Um diese geschirmten Kabel in einen Schaltschrank einzuführen und EMV-sicher zu kontaktieren, hat Pflitsch einen teilbaren EMV-Anschluss-Bock aus vernickeltem Messing entwickelt, der die Installation vereinfacht. Denn das lästige und aufwändige Durchfädeln des Kabels entfällt. Zunächst wird das stabile Unterteil des EMV-Bocks an der Schaltschrank-Einführung montiert, das Kabel in Position gebracht und der Kabelmantel in Höhe der Kontaktstelle entfernt, sodass das Schirmgeflecht des Kabels offen liegt. Ist das so vorbereitete Kabel im EMV-Anschluss-Bock positioniert, wird das Oberteil des Bocks aufgedrückt und mit zwei Schrauben sicher fixiert. Dabei drückt sich die ebenfalls geteilte, nicht magnetische Tri- Feder zuverlässig rund um das Schirmgeflecht des Kabels. Den EMV-Anschluss-Bock gibt es aktuell in fünf Größen für Kabeldurchmesser von 20 bis 65 mm. Weitere Größen in M 25 und M 32 werden in Kürze verfügbar sein. PRODUKTE UND ANWENDUNGEN Um eindeutige und reproduzierbare Messergebnisse zur Bewertung des Schirmverhaltens unserer Bauteile zu erhalten, haben wir Koket (Koaxiale Kelvin Tube) entwickelt. Dieses Verfahren ermöglicht es uns, die Schirmdämpfung und die Transferimpedanz (absolut) von DC bis über 1,5 GHz zu messen – und das ohne teure Messtechnik. Vergleichsmessungen zeigen, dass Koket in dem wichtigen Frequenzbereich von 10 kHz bis 300 MHz um rund 10 dB schärfer misst als die gebräuchlichen Verfahren. Es ist mittlerweile in der aktuellen IEC 62153-4-10 als anerkanntes Messverfahren gelistet. Wir nutzen das Verfahren für die eigene Bauteilentwicklung, bieten es aber auch als Dienstleistung an. MEHRFACHSCHIRME SICHER KONTAKTIEREN In der modernen Elektronik erfüllt der Kabelschirm häufig mehrere Aufgaben: Zum einen bestimmt er maßgeblich die Kabelimpedanz, zum anderen soll er ein Aus- und/oder Einkoppeln von Signalen verhindern. Unangenehmerweise kann über das Schirmgeflecht noch ein ungewollter Potentialausgleich stattfinden. Daher gibt es spezielle Kabel mit Mehrfachschirmen. Eine Herausforderung ist es nun, diese geschirmten Kabel EMV-gerecht im geschirmten Gehäuse und mit der Elektronik zu kontaktieren. Möglich ist dies mit der verlängerten Blueglobe Tri und ihren zwei hintereinanderliegenden Triangelfedern. Über die erste Feder wird der äußere Schirm des Kabels direkt außen am Gehäuse kontaktiert, während die zweite Feder den inneren Schirm mit dem Gehäuse niederimpedant verbindet. Der mögliche dritte Schirm lässt sich dann bis zum Massesternpunkt im Schaltschrank weiterführen und dort auflegen. Diese Lösung erreicht eine Schirmwirkung von besser -80 dB bei Frequenzen bis über 1 GHz. Des Weiteren verdoppelt sich die Stromtragfähigkeit, wichtig z. B. bei Frequenzumrichtern und im Bereich der Elektromobilität: Hier sind hochfrequente Schirmströme von mehr als 25 A nichts Außergewöhnliches. www.pflitsch.de 30 DER KONSTRUKTEUR 3/2017

AUTOMATISIERUNGSTECHNIK SENSOREN HALTEN INTENSIVER REINIGUNG STAND Die induktiven Sensoren zur Wegmessung der SLX-Serie von Eddylab wurden für Applikationen der Pharma-, Medizinund Lebensmittelindustrie entwickelt. Diese Hochleistungs-Sensoren im Edelstahlgehäuse sind hitzebeständig bis 150 °C, optional sogar bis 200 °C. Ihre Abdichtung gewährt Schutzklasse IP68/IP69K und Druckbeständigkeit bis 20 bar. Damit eignen sie sich für Maschineninnenräume, die hochtemperierten und chemisch aggressiven Reinigungs- und Sterilisationsvorgängen ausgesetzt sind. In Inneren der Sensoren arbeitet ein Spulensystem, bestehend aus einer Primär- und zwei Sekundärwicklungen. Es wandelt die lineare Bewegung in ein elektrisches Signal. Damit die robusten Sensoren auch unter extremen Bedingungen gleichbleibend präzise arbeiten, wurden empfindliche Bauteile vermieden. Passend zu ihnen gibt es abgestimmte Auswerteelektroniken, die geschützt im Schaltschrank installiert oder in das Sensorkabel integriert werden können. www.eddylab.de NEIGUNGSSENSOREN DER NEUEN GENERATION Genau, robust und langlebig sind die Neigungssensoren von Kübler für die mobile Automation. Mit Schutzart IP67 und IP69k, einemTemperaturbereich von -40 bis +85 °C, bei Schockfestigkeit bis 100 g und Vibrationsfestigkeit bis 10 g sind sie für Außeneinsätze geeignet. Mit ihnen sind zweidimensionale Neigungen im Messbereich von ±85° oder eindimensionale Neigungen bis 360° messbar. Die Auflösung beträgt 0,01°. Bei einer Temperatur von 25 °C ist eine absolute Genauigkeit von ± 0,4° möglich. Das Modell IN88 ist mit Canopen ausgestattet und mit 1 x M12- Stecker oder 2 x M12-Stecker verfügbar. Die Spannungsversorgung beträgt 10 bis 30 V DC. Außerdem steht eine Modbus- Variante zur Verfügung. Das Modell IN81 ist eine Analogvariante mit Preset- und Teachfunktion. Aufgrund der flachen Bauweise von 80 x 60 x 23 mm sind die Neigungssensoren einfach zu montieren, aufeinander stapelbar und dienen als redundante Lösung. Zudem sind sie E1- und UL-zertifiziert. www.kuebler.com MOBILE STEUERUNG FÜR SCHIENENGEFÜHRTE ANWENDUNGEN Mobile Antriebssteuerungen für schienengeführte Transportfahrzeuge wie Elektrohängebahnen oder Schubskids bietet Vahle mit der Plattform vDrive. Sie ist in Ausführungen der Serie DCS1 bis 1,5 kW und der Serie DCSX bis 7,5 kW für Einzel- und Mehrachsanwendungen erhältlich. Die Einheiten sind auf den kombinierten Einsatz mit dem Positioniersystem Apos Optic und dem Datenübertragungssystem SMGM des Herstellers abgestimmt. Neben der Steuerung des Fahrantriebes bieten sie Funktionen wie Motorhaltebremsenansteuerung, Datenübertragung und Anbindung externer I/O-Peripherie der Sensor-/Aktorebene. Die Steuerungen können auch über eine Infrarotschnittstelle und eine Fernbedienung im Handbetrieb verfahren werden. Durch ihren modularen Aufbau können Steuerungseinheiten einfach in die jeweilige Anwendung integriert werden, und Ersatzteile sind kurzfristig lieferbar. Zur Integration in das SPS-Programm stehen Systembausteine bereit. www.vahle.de Your Global Automation Partner Kleinanzeiger! Induktive Sensoren in M8 Höchste Schaltabstände dank individuellem Abgleich von bündig 3 mm bis nichtbündig 5 mm Komplettes Portfolio induktiver M8-Näherungsschalter mit hellen LED-Anzeigen in 15, 22, 30 und 40 mm Länge als 3- und 4-Draht-Sensoren in PNP und NPN Maximale mechanische Stabilität durch dickwandiges Gewinderohr und schleppkettentaugliches 3-mm-Kabel Hannover Messe Wir sind für Sie da! Halle 9, Stand H55 www.turck.de/m8

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