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DER KONSTRUKTEUR 3/2018

DER KONSTRUKTEUR 3/2018

KLARTEXT

KLARTEXT HERAUSFORDERUNG HYGIENIC DESIGN? MICHAEL AMON Technischer Leiter, RK Rose+Krieger GmbH, Minden Durch unsere Kunden und unser sehr umfassendes Produktportfolio kommen wir bei RK Rose+Krieger auch immer wieder mit dem Thema Hygienic Design in Berührung. Die zahlreichen Normen und Vorschriften, die je nach Branche und Anwendung variieren können, stellen große Herausforderungen an die Konstruktion. Beispielweise gilt es, schmutzabweisende Materialien zu verwenden und konstruktive Toträume zu vermeiden, die Komponenten müssen leicht zu reinigen sein, spezielle Dichtungstechnik aufweisen u. v. m. Im direkten Dialog mit dem Kunden ermitteln wir die speziellen Anforderungen. Die Erkenntnisse daraus fließen dann wiederum bei Neuentwicklungen bzw. Modifikationen unserer Produkte ein. Das Thema Hygienic Design wird uns zukünftig weiter beschäftigen und wir werden in diesem Bereich neue Produkte präsentieren. Hygienic Design bedeutet, in der Konstruktion von Maschinen und Komponenten Gestaltungsgrundsätze anzuwenden, die später im Betrieb eine hygienische Produktion und damit die Herstellung sicherer Lebensmittel, aber auch Pharma- und Kosmetikprodukte ermöglicht. Im Grunde geht es darum, das Risiko einer Kontamination zu minimieren. Das betrifft alle Komponenten, vom Antrieb bis zum Schaltschrank. Aber was steht wo im Fokus? IM DIREKTEN DIALOG MIT DEM KUNDEN ERMIT- TELN WIR DIE SPEZIELLEN ANFORDERUNGEN DIE KLIMATISIE- RUNG VON SCHALTANLAGEN IM HYGIENE- BEREICH IST EINE HERAUS- FORDERUNG SPECIAL TORBEN FIBICH Value Chain System Consulting, Rittal GmbH & Co. KG, Herborn Die hygienegerechte Konstruktion von Maschinen und Anlagen in der Lebensmittelproduktion trägt zu einwandfreien Endprodukten bei. Dies gilt auch für Schaltanlagen, die für die Versorgung der Maschinen und Anlagen notwendig sind und häufig in der Nähe der Produktionsanlagen stehen. Bislang war allerdings die Klimatisierung von Schaltanlagen hier immer ein schwieriges Unterfangen, da die hohen Anforderungen an die Hygiene kaum erfüllt werden konnten. Diese Lücke schließen wir von Rittal nun mit der Weiterentwicklung unserer Luft/Wasser-Wärmetauscher. Mit der hohen Schutzart IP59 widerstehen diese problemlos der täglichen Dampfstrahlreinigung. Flüssigkeiten laufen durch die für das Hygienic Design typische Dachneigung von 30° einfach am Edelstahlgehäuse ab. Somit bieten wir zusätzlich zu Schaltschränken und Gehäusen im Hygienic Design jetzt auch passende Klimatisierungslösungen.

KLARTEXT SVEN SEIBERT Leiter Produktmanagement - Kabel & Leitungen, TKD KABEL GmbH, Nettetal Bei Kabeln & Leitungen im Hygienic Design sind die Materialauswahl sowie die Topologie von Oberflächen wichtige Aspekte. Eine Reduzierung von benötigten Kabeln & Leitungen durch hybriden Aufbau, aus 3 mach 1, minimiert zusätzlich Oberfläche sowie risikobehaftete, schwer zugängliche Stellen zwischen einzelnen Kabeln. Bei TKD kommen zwei Materialvarianten zum Zug. Zum einen eine Ausführung mit sehr hochwertigem Außenmantelmaterial, welches resistent gegen alle gängigen Reinigungs- und Desinfektionsmittel ist sowie eine sehr gut zu reinigende glatte Oberfläche besitzt. Zum anderen setzen wir einen speziellen von uns entwickelten Hygienic Compound ein. Mit diesem Mantelmaterial lässt sich das Wachstum von Mikroorganismen auf Kabelmänteln um 99 % reduzieren – und damit auch die Gefahr von Kontamination durch Verunreinigungen nahezu komplett bannen. Genutzt wird hier die antibakterielle Wirkung von Silber. Sonstige mechanische, chemische und thermische Eigenschaften des Kabelmantels bleiben ansonsten unverändert. WICHTIGE ASPEKTE SIND DIE MATERIALAUSWAHL SOWIE DIE TOPOLOGIE VON OBERFLÄCHEN EDELSTAHL? WIR SIND FÜR UNSERE ANTRIEBS- TECHNIK NEUE WEGE GEGANGEN JÖRG NIERMANN Bereichsleiter Marketing, NORD DRIVESYSTEMS Gruppe, Bargteheide Bei Hygiene denken die meisten an Edelstahl. Wir sind für unsere Antriebstechnik neue Wege gegangen, um die wesentlichen Nachteile von Edelstahl, wie hohe Kosten, hohes Gewicht und schlechte Wärmeabfuhr zu verbessern. Wir haben für unsere leicht zu reinigenden Glattmotoren die Oberflächenbehandlung NSD tupH entwickelt. Sie macht Aluminiumantriebe in einem elektrolytischen Prozess ähnlich korrosionsfest wie Edelstahl. Die glatte, kratzfeste Oberfläche ist danach bis in die Tiefe versiegelt und untrennbar mit dem Grundwerkstoff verbunden. Die Grundschicht ist bedeutend härter als unbehandelte Aluminiumlegierungen. Selbst die Reinigung mit Hochdruckdampfstrahlern oder der Kontakt mit vielen aggressiven Medien gehen an unseren NSD-tupH-Antrieben spurlos vorüber! Weil die Motoren ohne Lüfter arbeiten, tragen sie auch nicht zur Verbreitung von Keimen bei. Die Wärmeabfuhr erfolgt über das rippenlose Gehäuse. Damit bieten wir eine robuste, langlebige und kostengünstige Antriebslösung für Hygienebereiche. DER KONSTRUKTEUR 3/2018 43

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