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DER KONSTRUKTEUR 3/2020

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DER KONSTRUKTEUR 3/2020

SPECIAL DIGITALE

SPECIAL DIGITALE PRODUKTENTWICKLUNG SPECIAL

DIGITALE PRODUKTENTWICKLUNG EINE KOOPERATION, DIE SITZT! Wie arbeitet der Konstrukteur in der Zukunft? Am Beispiel eines per Generative Design entwickelten Stuhls zeigt sich, welche Rolle künstliche Intelligenz spielen könnte und wie eine Zusammenarbeit zwischen Mensch und Software aussehen kann. Die wenigsten Menschen machen sich Gedanken darüber, wie Alltagsprodukte eigentlich entstehen und noch viel weniger machen sie sich Gedanken, wie sie in Zukunft entstehen werden. Es beginnt in der Regel mit einem Bild im Kopf des Konstrukteurs, der sich mit einer bestimmten Vorstellung ans Werk macht und versucht, Herausforderungen zu lösen. Beispielsweise muss ein Stuhl ein bestimmtes Gewicht aushalten, seine Gestaltung sollte weitestgehend der Idee des Designers entsprechen und dabei auch noch möglichst bequem sein. Steht das Design, wird oft erst im nächsten Schritt eine Auswahl der möglichen Materialien und Fertigungsmethoden getroffen. Oftmals müssen mehrere Prototypen produziert werden, bis Design, Material und Fertigungsmethode perfekt aufeinander abgestimmt sind. Zusätzlich muss durchdacht werden, was alles passieren muss, damit er überhaupt produziert werden kann und sich auch kommerziell lohnt. Außerdem entsprechen oftmals weder die Fertigung noch das Endergebnis den immer dringlicher werdenden Anforderungen an die Nachhaltigkeit eines Produkts. Die Produktentwicklung befindet sich jedoch im Wandel – und mit ihr die Rolle des Konstrukteurs. Maschinen kommen nicht mehr nur bei der Umsetzung einer Idee zum Einsatz, sondern werden auch zu Partnern des Menschen bei der Entwicklung. Ihr großer Vorteil: DIE MASCHINE LIEFERT EINE VIELZAHL AN LÖSUNGSMÖGLICH­ KEITEN; ES IST DIE VERANT­ WORTUNG DES KONSTRUKTEURS, DIE BESTMÖGLICHE VARIANTE ZU IDENTIFIZIEREN UND WEITER­ ZUENTWICKELN Anders als das menschliche Gehirn sind sie nicht beeinflussbar und können mithilfe der Cloud in kurzer Zeit eine enorme Anzahl an Ideen durchdenken und -rechnen. Das sogenannte Generative Design in Autodesk Fusion 360 kehrt den Entwicklungsprozess um: Erst erfolgt die detaillierte Problembeschreibung – welche Anforderungen muss das Produkt erfüllen, welche Einschränkungen gibt es, welche Materialien kommen infrage und welche Maschinen stehen zur Produktion zur Verfügung – dann erst folgt die Lösungsfindung. Der Computer „denkt“ dabei in einer Vielzahl an Varianten, die mit menschlicher Denkleistung kaum möglich wären. Mensch und Maschine werden bei diesem Prozess Partner – wobei der eine vom anderen lernt – und lernen muss. Ein eindrucksvolles Beispiel für diese neue Offenheit im Designansatz ist der A.I. Chair von Kartell, der in Zusammenarbeit des Autor: Karl Osti, Industry Manager Manufacturing, Autodesk GmbH, München DER KONSTRUKTEUR 3/2020 35

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