Aufrufe
vor 1 Jahr

DER KONSTRUKTEUR 4/2016

DER KONSTRUKTEUR 4/2016

INDUSTRIE 4.0 I

INDUSTRIE 4.0 I FOKUSTHEMA Vorausschauen statt vorbeugen Predictive Maintenance – ein Beispiel für den sinnvollen Einsatz von Industrie 4.0 Industrie 4.0 ist der aktuelle Schlüsselbegriff in der Automationsbranche. Dabei handelt es sich um eine seit Jahren andauernde Evolution hin zu vernetzbaren Komponenten, Modulen und Maschinen. Kaum eine Technologie zeigt diese Entwicklung besser als die Pneumatik in Kombination mit dezentraler Elektronik. In der vorausschauenden Instandhaltung oder prognostischen Wartung, kurz „Predictive Maintenance“ findet sie einen sinnvollen Einsatz. In manchen Großunternehmen haben die Produktionsanlagen einen Wert von mehreren Hundert Millionen Euro. Aber auch ein paar Nummern kleiner werden Maschinen immer mehr zu strategischen Erfolgsfaktoren eines Unternehmens. Hohe Maschinenauslastung, möglichst keine Stillstände, enge Taktung und Just-intime-Produktion werden immer wichtiger. Ein reibungsloser Betrieb muss sichergestellt sein. „Mit richtig eingesetzten Predictive-Maintenance-Lösungen kann der Zustand einer Anlage während des Betriebs in Echtzeit ermittelt werden. „Predictive Maintenance ist die Kombination aus der Condition Monitoring genannten Zustandsüberwachung und der Fähigkeit, aus den erfassten Daten Schlüsse ziehen zu können“, erläutert Dieter Michalkowski, Industrie 4.0-Experte bei Aventics. Die vorausschauende Instandhaltung basiere natürlich auf der Zustandsüberwachung. Aber sie sei ohne das Wissen von Experten nicht möglich. Probleme werden schon im Frühstadium erkannt und es wird der optimale Wartungszeitpunkt der Anlage berechnet. So können der Wartungsplan optimiert und teure Stillstandzeiten vermieden werden. Auf Geschäftsführungs- oder Vorstandsebene trat das Thema Wartung lange hinter anderen Steuerungsgrößen zurück. Weil Maschinen aber immer höhere Investitionen bedeuten, spielt ihre Verfügbarkeit eine immer größere Rolle. Das Management steht in der Verantwortung, dass die Maschinen und Anlagen ausgelastet sind. Das Thema Wartung wird zur Chefsache und nimmt damit natürlich auch für den Maschinenbauer an Bedeutung zu. 26 Der Konstrukteur 4/2016

Motors | Automation | Energy | Transmission & Distribution | Coatings Blick in die Glaskugel? Die Forderung ist klar: Produktionsanlagen müssen umfassend verfügbar sein, Zeiten des Stillstands, insbesondere des ungeplanten, sind zu reduzieren. Deshalb beschäftigt sich Aventics schon seit Anfang 2014 intensiv mit Predictive Maintenance als unmittelbare Anwendung zur Industrie 4.0: „Wir haben die Notwendigkeit früh erkannt und bereits zu Beginn der Entwicklung unserer fortschrittlichsten Ventilgeneration das Thema betrachtet“, erläutert Michalkowski. Es gibt zwei Möglichkeiten: Preventive Maintenance, also den präventiven Austausch von Komponenten, oder Predictive Maintenance über das Überwachen des Zustands der Komponenten. „Die erste Möglichkeit geht mit deutlich höheren Kosten sowie Ressourcen einher und sollte deshalb vermieden werden“, so Michalkowski. Aventics kenne die Betriebsbedingungen und deren Einfluss auf den Verschleiß, „sodass qualitativ hochwertige Aussagen über den Zustand und die Restlebensdauer der Antriebe möglich seien. Und er hebt hervor: „Das hat nichts mit Wahrsagerei und Glaskugel zu tun, sondern ist exakte Ingenieurleistung“. Um dies sicherzustellen, überwacht Aventics in seinen Ventilsystemen die Anzahl der Schaltvorgänge jedes einzelnen Ventils und weiterer Betriebsparameter um das end of live vorauszusagen. „So können wir durch Überwachen des Zeitverhaltens den Zustand der Antriebe, aber auch von Führungen oder Stoßdämpfern bestimmen“, erklärt Michalkowski. Digitale Steuerung als Basis Kommt Industrie 4.0 wie ein Urknall in die Produktionshallen? „Es wird nebeneinander evolutionäre und revolutionäre Veränderungen geben – aber sicherlich wird ein STATEMENT Martina Bopp, Redakteurin Wartung ist natürlich nicht nur ein Thema für den Maschinenbetreiber. Bei der Entwicklung von Maschinen spielt Wartungsfreundlichkeit bei der Auswahl der Komponenten und der Gesamtkonstruktion seit jeher eine wichtige Rolle. Mit der Idee der Predictive Maintenance kann der Konstrukteur nun in neuem Maße dazu beitragen, die Effizienz und die Betriebssicherheit seiner Anlagen weiter zu erhöhen. komplexes Gesamtsystem nicht auf einen Schlag in allen Bereichen umgestellt“, blickt Michalkowski voraus. Um den Kunden bei allen Entscheidungen die nötigen Freiheitsgrade zu bieten, hat Aventics frühzeitig dafür gesorgt, dass die pneumatischen Komponenten „Industrie-4.0-ready“ sind. Besonders die AV-Serie zeigt, was möglich ist. Neben ihren vorteilhaften pneumatischen und mechanischen Eigenschaften bieten die Ventile auch hinsichtlich der Steuerungsmöglichkeiten für jede Aufgabe eine passende Lösung. Das Advanced Electronic System, AES, ist auf die Anforderungen der zunehmenden Vernetzung ausgelegt. Es steuert dezentral bis zu 64 Ventile mit insgesamt 128 Spulen an. Für Industrie 4.0 wichtig: Konstrukteure können die Ventilelektronik mit bis zu 10 E/A- Modulen erweitern. AES verarbeitet damit Prozesssignale dezentral und kann auch Einzelaktoren außerhalb des Ventilsystems steuern. Der Weg ist klar: Die leichten, KOMPETENZ FÜR HÖCHSTE PRODUKT IVITÄT WELTPREMIERE WG20 Die neue Getriebemotorenreihe Seien Sie dabei! Halle 15, Stand F11 25.-29. April 2016, Hannover Mehr Effizienz mit optimal aufeinander abgestimmten Komponenten. Kompetenz bedeutet für uns, Produkte und Lösungen zu entwickeln, die unseren Kunden einen Wettbewerbsvorteil verschaffen. Diesen Anspruch erfüllen wir mit einem umfassenden Sortiment an elektrischen Betriebsmitteln und effizienten, betriebssicheren Antriebssystemen. Wir bieten leistungsstarke und zuverlässige Produkte, mit denen Sie Ihren gesamten Produktionsprozess verbessern können. 01 Auf dem Weg zu intelligenten Pneumatik-Systemen: Die kompakte und leichte Ventilgeneration mit dezentraler Elektronik Transforming energy into solutions. info-de@weg.net ▪ www.weg.net/de Der Konstrukteur 4/2016 27

AUSGABE