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DER KONSTRUKTEUR 4/2016

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AKTUELL KOMMENTAR Reise

AKTUELL KOMMENTAR Reise in eine digitalisierte Fertigung Industrie 4.0 agil erfinden und Schritt für Schritt profitieren Dr.-Ing. Marco Münchhof, M.S./SUNY, Vorstand der Eckelmann AG und Leiter Maschinenautomation Industrie 4.0 ist eine Reise. Ihr Weg windet sich durch die Smart Products, Smart Production Equipment und Smart Production Services. Als Fernziel gilt allgemein die vollständig digitalisierte, teilautonome Fertigung in Netzwerken mittels Cyber-Physical Systems, kurz CPS. Der Begriff „Industrie 4.0“ will historische Entwicklungen antizipieren. Teilweise weckt er so falsche Erwartungen, aber auch Ängste, etwas falsch zu machen oder abgehängt zu werden. Vielleicht gerade deshalb, weil ihn die politische Diskussion zu Recht mit der globalen Konkurrenzfähigkeit des Hightech- und Industrie-Standorts Deutschland in Zusammenhang setzt. Aus meiner Sicht ist das eine generelle Gefahr komplexer Zukunftsvisionen – man kann leicht überfordert sein, angesichts der vielfältigen Möglichkeiten und Risiken. Bei einer Reise erwarten wir heute einen detaillierten Reiseplan. Schon vor dem Start reicht der Pilot seinen Flugplan bei der Flugsicherung ein und kennt die Ankunftszeit nahezu auf die Sekunde genau. So suggeriert auch bei Industrie 4.0 eben jener Zusatz 4.0, der Logik von Software-Releases folgend, dass man von einer Version 3.x auf 4.0 upgraden könne und es somit einen Stichtag gäbe, an dem die Version ausgerollt wird. Dabei sind dank agiler Entwicklung gegenwärtig auch andere Wege denkbar. Deshalb erschließen wir Industrie 4.0 gemeinsam mit unseren Kunden in nutzenorientierten Schritten. Unsere Lösungen werden sukzessive um Industrie-4.0-Funktionen erweitert, ähnlich wie man dies von versionslosen Entwicklungsmodellen (z. B. HTML 5) oder Continous Delivery (z. B. Windows 10) kennt. Hier wird die Software fortlaufend verbessert und um neue Features erweitert. Schritt für Schritt werden so Mehrwert und neue Möglichkeiten erschlossen – eine Revolution in evolutionären Schritten. In einem iterativen Prozess schauen wir, welche Aspekte von Industrie 4.0 sich heute mit vertretbarem Aufwand realisieren lassen und generieren in überschaubaren Etappen, quasi in Tagesmärschen, jeweils einen konkreten Nutzen und Mehrwert. Durch Feedback wird der Regelkreis geschlossen und es wird vermieden, am Bedarf vorbei Lösungen zu erarbeiten. Diese Gefahr sehe ich, wenn man versucht, mit umfassenden Spezifikationen zunächst alle hypothetischen Anforderungen abzubilden. Das heißt nicht, dass wir keine Standards bräuchten. Doch während an Architekturen und Normen gefeilt wird, können wir heute bereits einiges bewirken und Erfahrungen sammeln. Dabei fokussieren wir uns auf die greifbaren Vorteile, welche ein Maschinenbauer hat, wenn er seine Maschine in einem ersten Schritt z. B. für Big Data Analytics öffnet. In den großen Datenmengen, die ständig in der Steuerung anfallen, steckt ein noch kaum erschlossenes Potential, um Maschinen und Anlagen zu optimieren. Die Erkennung von Mustern und Kausalitäten ist ein wichtiger Schritt, um die Produktivität und Effizienz zu steigern. Daher machen wir unsere Controller für den unabhängigen Datenaustausch und die Vernetzung fit. Und natürlich stellt sich immer die Frage, wie viel Industrie 4.0 für einen einzelnen Anwendungsfall überhaupt sinnvoll ist. Wie sieht nun Ihr persönlicher Reiseplan aus? Dazu kann ich Ihnen folgenden praktischen Reisetipp geben: Viele Wege führen zu Industrie 4.0. Es gibt diverse Ansätze, mit denen Sie schon heute erfolgreich in Richtung Industrie 4.0 navigieren und die Zukunft erfinden können. Nur bleiben Sie unterwegs flexibel. Es ist noch nicht abzusehen, welche Standards sich am Markt etablieren. Es setzen sich übrigens nicht zwangsläufig die technisch besten Lösungen durch. Schon bei der ersten industriellen Revolution musste die Dampfmaschine lange auf ihren Durchbruch warten. Den erzielte sie erst mit dem passenden Geschäftsmodell: James Watt stellte mit seinem Partner Dampfmaschinen zur Verfügung und ließ sich einen Teil der eingesparten Brennstoffkosten auszahlen. In dem Sinne: Jede Reise beginnt mit dem ersten Schritt – brechen Sie auf, Sie können wenig verkehrt, aber vieles richtig machen. www.eckelmann.de 8 Der Konstrukteur 4/2016

13. Optatec auf Erfolgskurs Die 13. Optatec – Internationale Fachmesse für optische Technologien, Komponenten und Systeme findet vom 7. bis 9. Juni 2016 im Messezentrum Frankfurt statt. Die Ausstellerzahlen steigen, die Internationalität nimmt zu, das Rahmenprogramm steht, die Halle 3.0 im Internationalen Messezentrum Frankfurt war rund 100 Tage vor Messebeginn nahezu voll belegt. Tatsache ist, dass sich „Optische Technologien und Verfahren“ in Gestalt von Komponenten, Baugruppen, Subsystemen und Komplettlösungen in vielen Bereichen des Arbeitslebens wiederfinden, ohne dass die Nutzer davon überhaupt Kenntnis haben bzw. nehmen. In diesem Zusammenhang fällt auch immer wieder der Begriff „Laser“, was zwar grundsätzlich seine Richtigkeit hat, das Spektrum an Anwendungsmöglichkeiten Optischer Technologien jedoch tatsächlich nur teilweise widergibt. Das Informations- und Kommunikationsangebot zur Messe präsentiert sich in einer neuen Dimension, realisiert in enger Zusammenarbeit mit bewährten und neuen Kooperationspartnern: Die Branchen- und Netzwerk-Organisationen Spectaris und OptecNet stehen für das Rahmenprogramm. SINEO SETZEN SIE SIGNALE. www.optatec-messe.de Drei Fachkongresse zur Sensor+Test Die Sensor+Test vom 10. bis 12. Mai in Nürnberg mit voraussichtlich rund 580 Ausstellern wird von drei Fachkongressen begleitet: Die 18. GMA/ITG-Fachtagung „Sensoren und Messsysteme“ wird gemeinsam von der VDI/ VDE-Gesellschaft Mess- und Automatisierungstechnik (GMA) und der Informationstechnischen Gesellschaft im VDE (ITG) getragen. Zum zweiten Mal findet außerdem die „European Telemetry and Test Conference – etc2016“ in Kooperation mit der European Society of Telemetry statt. Die etc2016, mit begleitender Ausstellung, ist die Plattform für Telemetrie, Telecontrol, Test-Instrumentierung und Datenverarbeitung, in deren Rahmen auch das "3rd Advanced In-Flight Measurement Techniques Symposium AIM2016" und das "27th Symposium of the Society of Flight Test Engineers SFTE - European Chapter" tagen. Zum diesjährigen Messe-Sonderthema „Messtechnik in der Cloud“ findet darüber hinaus am dritten Messetag eine internationale Internet of Things Conference statt. www.sensor-test.com Parker Hannifin: Dichtungssparten unter einem Dach Das Unternehmen Parker Hannifin hat seine Sparten für statische und dynamische Dichtungsprodukte in der neuen „Prädifa Technology Division“ zusammengeführt. Mit dem Zusammenschluss gehen eine Vergrößerung des Anwendungstechnik-Teams und die Stärkung weiterer kundennaher Bereiche wie Labor, Marketing und Engineering einher. Das Kerngeschäft liege weiter im Bereich dichtungstechnischer Produkte, das Produkt- und Leistungsspektrum im Bereich der Polymertechnik wachse jedoch. Dabei erschließen sich durch neue Materialentwicklungen neue Märkte, z. B. mit dem im vergangenen Jahr vorgestellten Werkstoff Nobrox für Dichtungen und andere technische Bauteile. Im Jahr 2013 war die Parker-Dichtungsgruppe in Engineered Materials Group umbenannt worden. Leiter der neuen Division ist Thomas Ottawa (Bild), ihr Stammsitz ist in Bietigheim-Bissingen, Fertigungsstandorte befinden sich in Deutschland, Belgien, Dänemark, Italien, Schottland und Tschechien. www.parker.com • Innovative Lichtleitertechnologie und Varianten mit IO - Link- Schnittstelle • Drei oder vier Signalstufen mit einstellbaren Farben und Leuchtbildern dank RGB - LEDs • Varianten mit hoher Schutzar t (IP 65) für Umgebungstempe - raturen von - 20° C bis 50° C • Einfacher Anschluss mittels M12-Steckverbindung Herbert Waldmann GmbH & Co.KG sales.germany@waldmann.com, www.waldmann.com/sineo

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