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DER KONSTRUKTEUR 4/2019

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ANTRIEBSTECHNIK ES GEHT

ANTRIEBSTECHNIK ES GEHT AUCH Halle 25, Stand D30 OHNE SENSOR PRODUKTE UND ANWENDUNGEN Speziell bei sicherheitsrelevanten Komponenten ist ein umfassendes Monitoring sinnvoll. Dafür ist nicht unbedingt ein Sensor nötig. Ein Anbieter hat schon seit mehreren Jahren ein Modul für die sensorlose Überwachung und Versorgung von Sicherheitsbremsen im Programm. Jetzt hat das Unternehmen neben kleinen Bremsenbaugrößen auch die elektromagnetische Ausführung seiner Linearbremsen-Baureihe für die Überwachung mit dem Modul zugelassen. Damit eröffnen sich nun neue Möglichkeiten für das Bremsenmonitoring. Ob in kollaborierenden Robotern in der Industrie oder Automatisierungslösungen in der Medizintechnik – die Einsatzfelder kleiner, leistungsstarker Bremsen sind vielseitig. Mayr Antriebstechnik, der Spezialist für Sicherheitsbremsen, Sicherheitskupplungen und Wellenkupplungen aus Mauerstetten im Allgäu, bietet z. B. mit der Roba-servostop-Baureihe, zuverlässige Sicherheitsbremsen, die mit ihrer schlanken Bauform und dem geringen Gewicht auf die Anforderungen der Robotik zugeschnitten sind. Daneben hat das Unternehmen mit der Robalinearstop in elektromagnetischer Ausführung eine fluidfreie Linearbremse im Programm, die dafür konzipiert ist, schwerkraftbelastete Vertikalachsen abzusichern. Sie kommt bei Anwendungen zum Einsatz, bei denen keine Kompressoren beziehungsweise Aggregate für Druckluft oder Ölhydraulik zur Verfügung stehen bzw. ihr Einsatz unerwünscht ist, wie zum Beispiel in der Medizintechnik, der Lebensmittel- oder Pharmaindustrie, wo hohe Hygienestandards gefordert werden. Für diese Bereiche eröffnen sich nun mit dem Modul Roba-Brake-Checker neue Möglichkeiten für das Bremsenmonitoring. Denn mit einer neuen Ausführung des Moduls können jetzt dank noch feinerer Auswertung auch kleine Bremsengrößen ab einem Bremsmoment von 0,7 Nm versorgt und überwacht werden. Die Roba-linearstop, die laut Hersteller einzige elektromagnetische Stangenbremse auf dem Markt, ist jetzt mithilfe des Moduls also auch in den kleinen Baugrößen überwachbar. FUNKTIONSWEISE DES MODULS Das intelligente Modul Roba-Brake-Checker arbeitet ohne Sensoren. Stattdessen erkennt es durch die Analyse von Strom und Spannung die Bewegung der Ankerscheibe und weiß zu jedem Zeitpunkt, in welchem Zustand sich die Bremse befindet. Es überwacht neben Schaltzustand, Temperatur und Verschleiß auch auf Zugweg- oder Zugkraftreserve, also ob der Magnet noch in der Lage ist, die Ankerscheibe anzuziehen. Mit dem neuen Modul werden somit jetzt bei der Überwachung deutlich mehr Prozesse als mit Mikroschaltern und Initiatoren abgebildet. Bei Erreichen der Zugkraftreserve sendet der Roba-Brake-Checker so frühzeitig ein Warnsignal, dass noch eine bestimmte Betriebszeit der Bremse möglich ist. In dieser Zeit kann der Anlagenbetreiber bzw. -hersteller die Wartung gezielt – abgestimmt auf seinen Arbeitsprozess – vornehmen. ERHÖHTE ANLAGENVERFÜGBARKEIT Der Roba-Brake-Checker arbeitet ohne mechanische Kontakte mit hoher Zuverlässigkeit und verschleißfrei, unabhängig von der Takthäufigkeit. „Dadurch dass das Modul sensorlos arbeitet, also kein Mikroschalter bzw. Näherungsinitiator zur Schaltzustandsüberwachung außen an der Bremse angebracht werden muss, können Sicherheitsbremsen zudem in Grundbauform eingesetzt werden“, erläutert Andreas Merz, Produktmanager bei Mayr Antriebstechnik. „Außerdem entfallen die zusätzliche Verkabelung und die – je nach Schutzart – eventuell nötige Abdichtung der Schalter und Initiatoren. Es besteht darüber hinaus kein Risiko des Kabelbruchs.“ Anders als 34 DER KONSTRUKTEUR 4/2019

ANTRIEBSTECHNIK 02 01 Das Roba-Brake-Checker-Modul kann Sicherheitsbremsen sensorlos überwachen und versorgen; es lässt sich einfach in Maschinen integrieren 02 Beim Monitoring mit dem Roba- Brake-Checker kommen die Bremsen in Standardausführung zum Einsatz; das bietet Vorteile im Hinblick auf Kosten, Lieferzeit und auch Korrosionsschutz 01 bei der Lösung mit Schaltern und Initiatoren, die aufgrund ihrer Einbausituation an der Bremse Stößen und Vibrationen ausgesetzt sind, erfolgt die Überwachung mit dem Roba-Brake-Checker vom Schaltschrank aus, d. h. in geschützter Umgebung. Ausfälle durch Vereisen und Fehlsignale durch Schmutz sind damit ausgeschlossen. Durch das elektrische Schalten des Roba-Brake-Checkers in der DC-Version kann zudem die Anlagenverfügbarkeit erhöht werden. Denn es entsteht keine kritische Funkenbildung mehr am Schaltschütz, die bei üblicher Beschaltung zum Abbrand der Kontakte führen kann. „SCHLANK UND ZUKUNFTSFÄHIG“ Martina Klein, Stv. Chefredakteurin www.DerKonstrukteur.de EINBAUFERTIG UND LEICHT ZU INTEGRIEREN Mayr Antriebstechnik bietet mit dem Roba-Brake-Checker nach eigenen Angaben als einziges Unternehmen im Standard eine intelligente Lösung für die sensorlose Überwachung elektromagnetischer Bremsen an. „Anwender können das Modul einfach und schnell in Maschinen und Anlagen integrieren, ohne dabei in die Komponenten ‚Umrichter‘ oder ‚Steuerung‘ eingreifen zu müssen“, ergänzt Merz, Produktmanager bei Mayr Antriebstechnik. „Sie gehen damit kein Risiko ein, weil sie Grenzwerte und Daten nicht selbst validieren müssen. Wir liefern den Roba-Brake-Checker einbaufertig und testen alle Werte vorher ab. Für Anwender bedeutet das sozusagen eine ‚Plug-and-play-Lösung‘.“ „Dass beim Monitoring mit dem Roba-Brake-Checker die Bremsen in Standardausführung zum Einsatz kommen, bietet nicht nur Vorteile im Hinblick auf Kosten und Lieferzeit, sondern kommt zum Beispiel auch beim Korrosionsschutz zum Tragen“, betont Merz. „Denn die Bremsen können einfach, schnell und sicher überlackiert werden – zum Beispiel wenn die Korrosionsbelastung sehr stark ist und gemäß der Norm DIN EN ISO 12944 Schutzmaßnahmen erforderlich sind (C5), etwa bei Windkraftanlagen oder Anwendungen im maritimen Bereich.“ Bilder: mayr Antriebstechnik, Artem/Fotolia.de www.mayr.com Anders als ein Sensor, der außen an die Bremse angebracht werden müsste, überwacht und analysiert das Modul verschiedene Parameter der Sicherheitsbremse wie Strom, Spannung oder die Bewegung der Ankerscheibe vom Schaltschrank aus. Dieses umfassende Monitoring geht weit über die reine Schaltzustandsüberwachung hinaus und eröffnet dem Anwender im Sinne der Zukunftsfähigkeit viele Möglichkeiten. Und der Konstrukteur ist sicher nicht böse darum, wenn er die Sicherheitsbremse in der Grundbauform einsetzen und auf einen an der Bremse angebrachten Sensor inklusive Verkabelung und ggf. erforderlicher Abdichtung verzichten kann. AUSGLEICHSKUPPLUNGEN Ob filigran oder drehmomentstark – wir haben die passende Verbindung! Zielsicher zum passenden Produkt www.orbit-antriebstechnik.de

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