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DER KONSTRUKTEUR 4/2019

DER KONSTRUKTEUR 4/2019

ANTRIEBSTECHNIK SAFETY

ANTRIEBSTECHNIK SAFETY FIRST PRODUKTE UND ANWENDUNGEN Ein Automatisierungsspezialist entwickelt mit einem Mehrachssystem eine Vielfalt an Sicherheitslösungen für den Maschinenbau. Die 2016 präsentierte Safety-Plattform wird nun deutlich erweitert. Der Automatisierungsspezialist LTI Motion entwickelt mit dem ServoOne CM Mehrachssystem Sicherheitslösungen, die eine geeignete Safety-Plattform für moderne Maschinen bieten. Neben der Einführung des FSoE-Masters „FSM“ und der Leistungserweiterung des Systems auf bis zu 1 × 210 A sind nun auch Sicherheitsfunktionen wie SBT (sicherer Bremsentest), eine kürzere Reaktionszeit und neue Geberschnittstellen verfügbar. Mit dem Bedientool Safety Manager, das sowohl für die FSM, als auch für die Achsregler verwendet wird, lassen sich unabhängig von der Komplexität der Sicherheitslösung, alle Maschinen mit identischen Prozessen programmieren. So agiert die FSM-Steuerung als FSoE-Master und die Achsregler als FSoE-Slaves. Für die Festlegung von FSoE-Profilen zwischen den beiden Komponenten werden alle benötigten Schnittstelleninformationen der Slaves definiert und per Export-Funktion dem FSoE-Master zur Verfügung gestellt. Bei diesem Schritt werden alle Informationen wie Funktionsbezeichnungen und Achszuordnungen so übergeben, dass diese bei der Programmierung der Master-Funktionalität zur Verfügung stehen. So ist eine einfache und übersichtliche Programmierung der Sicherheitsfunktion der Maschine jederzeit gegeben. Je nach Komplexität der Sicherheitsfunktionen kann der Anwender selbst entscheiden, ob in den FSoE-Profilen Sicherheitsfunktionen Autor: Julian Bodem, Produktmanager Sicherheitstechnik, LTI Motion GmbH, Lahnau direkt angesteuert werden oder ob ein Austausch des aktiven Modus (Automatik-, Einricht- oder Service-Modus) stattfindet. In dem Fall lässt sich die Logik in den jeweiligen Achsreglern programmieren, wodurch eine deutliche Reduzierung der ausgetauschten Datenmenge auf dem FSoE erreicht wird. Im Zuge der Leistungserweiterung der Baureihe ServoOne CM hat der Automatisierungsspezialist auch die Sicherheitstechnik in den größeren Baureihen eingeführt. So wurde die Serie um die Baugröße 3 mit zwei Achsreglern (2 × 45 A und 1 × 80 A) erweitert. In weiteren Stufen folgen sowohl Einzel- als auch Doppel-Achsregler (2 × 24 A, 2 × 32 A, 1 × 45 A, 1 × 130 A und 1 × 210 A,) die das System nach oben abrunden. SAFETY-FUNKTIONEN FÜR MEHR FLEXIBILITÄT Durch die Nutzung des sicheren Bremsentests (SBT) lassen sich Hub-Achsen noch sicherer machen. So bietet die Funktion die Möglichkeit, zyklisch das Bremsmoment der Bremse zu testen, indem gegen die geschlossene Bremse ein definiertes Drehmoment aufgebracht wird. Gleichzeitig wird die Achse sicher auf Bewegung überwacht, um eine Verschmutzung der Reibflächen und damit eine DAS MEHRACHSSYSTEM BIETET CA. 20 SICHERHEITSFUNKTIONEN mangelnde Funktion der Bremse zu erkennen. Unterschiedliche Safety-Anforderungen der Maschinenbauer benötigen große Flexibilität. So lassen sich mit dem System zwei Bremsen testen, unabhängig davon, ob diese auf Antriebs- oder Abtriebsseite eines Getriebes montiert sind. Damit sind Hublösungen bis SIL3 zu erreichen. Neben den Funktionserweiterungen im Bereich der sicheren Bremsen hat LTI Motion mit dem Fast-Channel eine Möglichkeit zur Reduzierung der Reaktionszeit integriert. Dies ermöglicht dem Maschinenbauer eine noch schnellere Abschaltung von gefähr- 42 DER KONSTRUKTEUR 4/2019

Leistungsbereich Erweiterung des Safety-Systems in alle Richtungen Neue Gebersysteme Safety- System Reaktionszeit FSoE Master Safety- Funktionen lichen Bewegungen. Durch die Definition der Annäherungsgeschwindigkeit des Anwenders lässt sich die Reduzierung der Reaktionszeit direkt auf die Reduzierung von Schutzzonen um rechnen. Eine schnelle Reaktionszeit führt somit unmittelbar zu kompakteren Maschinen. GEBERKOMBINATIONEN ÜBERWACHEN Seit der Einführung des ServoOne CM Safety bietet das System moderne Gebertechnologien an. Aber das System nutzt nicht nur einzelne Geber, um eine Geschwindigkeit zu überwachen. Aus den zur Verfügung gestellten Geberschnittstellen lassen sich auch Geberkombinationen überwachen. So können neben mechanischen Strecken wie Getriebe und Zahnriemen auch Schlupf, Riss und Bruch überwacht werden. Bei entsprechender Bremseinrichtung wird damit eine Überdimensionierung der Mechaniken überflüssig. Diese Bandbreite erweitert LTI Motion in Zukunft. In der nächsten Stufe kann die Safety-Funktionalität wahlweise statt SinCos- Gebern auch Resolver sicher auswerten. Mit der zusätzlichen Auswertung von Resolvern sind umfangreiche Heavy-Dutyund Low-Cost-Anwendungen ausführbar. Bilder: LTI Motion GmbH, Olivier-Tuffé/Fotolia.de www.keba-lti.com „WANN WERDEN SAFETY- ANFORDERUNGEN INTERNATIONAL?“ Julian Marc Bodem, Produktmanager Sicherheitstechnik, LTI Motion GmbH Im Zuge der Einführung der aktuellen Maschinenrichtlinie haben sich die Anforderungen an die Sicherheitstechnik im Maschinenbau grundlegend geändert. Mit jeder neu aufgelegten C-Norm werden die Anforderungen klarer und in der Regel strenger. Es stellt sich aus unserer Sicht nicht die Frage ob Safety oder nicht, sondern eher, wann diese Anforderungen internationalisiert werden. www.DerKonstrukteur.de DER KONSTRUKTEUR 4/2019 43 Rotor Clip.indd 1 06.03.2019 18:15:43

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