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DER KONSTRUKTEUR 4/2021

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DER KONSTRUKTEUR 4/2021

TITELSTORY PRODUKTE UND

TITELSTORY PRODUKTE UND ANWENDUNGEN ANTRIEBSTECHNIK FÜR DEN PERFEKTEN AUFTRITT Autor: Peter Lucke, Ansprechpartner Bühnentechnik, mayr Antriebstechnik, Mauerstetten 14 DER KONSTRUKTEUR 2021/04 www.derkonstrukteur.de

ANTRIEBSTECHNIK Sicherheitsbremsen von Mayr Antriebstechnik kommen in einer Vielzahl von klassischen Industrieanwendungen zum Einsatz – zum Beispiel in Werkzeugmaschinen, Krananlagen oder Robotern. Aber auch in einem ganz anderen Bereich, in Bühnenantrieben, erfüllen die Bremsen eine verantwortungsvolle Aufgabe: Sie müssen dort im Notfall Leben retten. Denn gerade bei großen Theater- und Opernaufführungen sind aufwendig komponierte Bühnenbilder keine Seltenheit. Während einer Vorstellung halten und bewegen die Züge der Obermaschinerie zum Teil schwere Bühnenelemente, Dekoration und Beleuchtungseinheiten über den Köpfen der Künstler millimetergenau – und sie befördern die Personen auch. Deshalb müssen nach DIN 56950 (BGV C1) und der neuen Norm DIN EN 17206 besondere Sicherheitsanforderungen erfüllt werden. Die Sicherheitsbremsen in den Antrieben bringen bei Stromausfall oder Not-Aus die Lasten schnellstmöglich zum Stillstand. Um die Schauspieler auf der Bühne zuverlässig vor abstürzenden Lasten zu schützen, sind Bühnenantriebe in der Regel mit zwei Bremsen bzw. einer Bremse mit zwei Bremskreisen ausgestattet, die komplett unabhängig voneinander arbeiten. Jede der beiden DIE SICHERHEITSBREMSEN SIND KOMPAKT UND ERLAUBEN ES, DIE ANLAGEN KLEINER ZU DIMENSIONIEREN Sicherheitsbremsen in Bühnenantrieben haben eine verantwortungsvolle Aufgabe: Sie müssen im Notfall Leben retten. Ein neues Bühnenbremssystem erfüllt alle Sicherheitsanforderungen der neuen Norm DIN EN 17206. Die Bremsen sind redundant, arbeiten bei Not-Stopp aber trotzdem ohne Bremsmomentverdoppelung. Damit bremsen sie sanft und bauteilschonend – die Belastung der Tragwerke ist deutlich reduziert. Bremsen allein ist in der Lage, die Last sicher zu halten. Das gewährleistet, dass auch bei Ausfall einer Bremse keine Gefahr für die Akteure entsteht. Wenn beide Bremsen funktionieren, führt dieses Konzept bei einer Notbremsung allerdings zu einer Verdopplung des Bremsmoments und damit zu einer erheblichen Belastung aller Bauteile – Stichwort Störfallbelastung. Um die geltenden Sicherheitsbestimmungen zu erfüllen, werden die Bühnenkonstruktionen regelmäßig getestet und durch Sachverständige abgenommen. Dabei zeigt sich, dass durch die Störfallbelastung Defekte an Seilen, Rollen oder Traversen entstehen können. Als Konsequenz müssen dann die Konstruktionen entweder abgerüstet werden oder die Züge langsamer verfahren – beides keine idealen Lösungen. Deshalb hat Mayr Antriebstechnik mit der Roba-stop-stage-Baureihe eine neue Generation von Bühnenbremsen entwickelt, die bei Not-Stopp ohne Bremsmomentverdoppelung arbeitet und gleichzeitig höchste Sicherheit für Personen und Material gewährleistet. 100 % SICHERHEIT – ZERTIFIZIERT UND PRAXISERPROBT „Die Roba-stop-stage-Bremsen haben zwei einzelne, gegeneinander gedrehte Bremskreise“, erläutert Bernd Kees, Produktmanager bei Mayr Antriebstechnik in Mauerstetten. „Damit erreichen sie die nötige Redundanz. Durch die spezielle Konstruktion verdoppelt sich das Bremsmoment aber beim Bremsen nicht. Die Bremsen arbeiten damit sanft und bauteilschonend.“ Die Robastop-stage-Bremsen sind durch ihren speziellen Aufbau nicht nur selbst äußerst kompakt. Zudem ermöglichen sie es durch ihr geringeres Bremsmoment auch, die Anlagen insgesamt kleiner zu dimensionieren – z. B. kann eine kleinere Getriebegröße gewählt werden. „Wir haben die Bremsen jetzt neu aufgelegt und ganz aktuell vom Tüv Süd zertifizieren lassen“, betont Bernd Kees. „Allerdings haben wir bereits über 20 Jahre Erfahrung mit dieser www.derkonstrukteur.de DER KONSTRUKTEUR 2021/04 15

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