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DER KONSTRUKTEUR 4/2021

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DER KONSTRUKTEUR 4/2021

ANTRIEBSTECHNIK

ANTRIEBSTECHNIK INTELLIGENTE KOMPONENTE – JETZT AUCH AUS DEM DRUCKER! SPECIAL Um Maschinenstillstände zu vermeiden, gilt es für Betreiber, Verschleißteile wie Gleitlager stets im Blick zu behalten. Ziel ist es, bei der Instandhaltung vom Reagieren in ein Agieren zu kommen – Stichwort Predictive Maintenance. Hier sind smarte Komponenten gefragt. Ein Kunststoffspezialist integriert daher seit Jahren zunehmend Sensorik in seine Bauteile. Jetzt hat er auch für Sonderteile eine Lösung gefunden: Er hat es geschafft, intelligente Komponenten im 3D-Druck herzustellen. Autor: Richard Habering, Leiter Geschäftsbereich smart plastics, igus GmbH, Köln Der Motion-Plastics-Spezialist Igus hat für seine Maschinenteile aus Hochleistungskunststoffen wie Energieketten, Leitungen, Linearführungen oder auch Gleitlager unter dem Namen Smart Plastics intelligente Lösungen für die Zustandsüberwachung und die vorausschauende Wartung entwickelt. Das Ergebnis: Die Komponenten gehen unter harten Umgebungsbedingungen nicht einfach in den Status „defekt“, sie kündigen vielmehr erst einmal ein Wartungsbedürfnis an. Mit dieser Entwicklung etabliert Igus die Einbindung seiner Maschinenelemente in eine intelligente Industrie-4.0-fähige Produktion. LEBENSDAUER ÜBERWACHEN Die Lebensdauer aller Igus-Produkte lässt sich mit Onlinetools berechnen. Dazu betreibt der Kunststoffspezialist ein hauseigenes 3 800 m 2 großes Testlabor. Alle Daten aus dem Labor dienen bei i.Cee – den softwarebasierten Igus-Lösungen für die vorausschauende Wartung – als Basis für die Berechnung der voraussichtlichen Lebensdauer. Damit Anwender auch im Betrieb ihre Komponenten überwachen können, bietet der Hersteller seit 2016 Smart-Plastics-Lösungen für seine Energieketten und Leitungen an. Kurz darauf folgten das intelligente Rundtischlager, 46 DER KONSTRUKTEUR 2021/04 www.derkonstrukteur.de

SMARTE KOMPONENTEN DER MULTIMATERIAL-3D-DRUCK HAT EINE NEUE TÜR AUFGEMACHT Der 3D-Druck umfasst verschiedene Fertigungstechnologien, die faszinierende Möglichkeiten bieten. Dabei wird in alle Richtungen gedacht: Lebensmittel und sogar ganze Häuser kommen bereits aus dem 3D-Drucker. Und auch die Projekte rund um 3D-gedruckte Organe werden immer zahlreicher und vielversprechender. Eine neue Tür hat dabei der Multimaterial-3D-Druck aufgemacht. Denn wenn es möglich ist, ein Objekt aus mehreren Werkstoffen in einem Arbeitsschritt aufzubauen, eröffnen sich noch einmal ganz neue Perspektiven. So auch die Integration von Sensorik in additiv gefertigte Bauteile. Ich bin sehr gespannt, was in Zukunft noch alles aus dem 3D-Drucker kommt ... DIPL.-ING. MARTINA KLEIN, Stv. Chefredakteurin die smarten Linearführungen und 2019 das erste intelligente Gleitlager aus dem Spritzguss. Das Prinzip des schlauen Gleitlagers: Eine im Lager integrierte Technik erkennt den Verschleiß bereits vorab und gibt dem Anwender rechtzeitig ein Signal, bevor die Verschleißgrenze erreicht ist. Wartungen lassen sich bedacht planen, ein unnötiger Austausch und ungeplante Maschinen- und Anlagenausfälle vermeiden. Nach vielen Testreihen im Labor hat Igus 2020 das erste Isense-Standardprogramm für seine schmierfreien Iglidur-Gleitlager entwickelt. Dabei besteht der Grundkörper des Gleitlagers aus zwei Komponenten: dem innenliegenden kundenindividuellen Iglidur-Werkstoff sowie einer äußeren harten polymeren Schale, die das Lager schützt. Um den Verschleiß zu messen, kommt zwischen den zwei Komponenten ein Sensor zum Einsatz. „Im Katalogprogramm sind fünf Werkstoffe enthalten, mit denen wir einen großen Teil hochbeanspruchter Anwendungen abdecken können“, sagt Stefan Loockmann-Rittich, Geschäftsbereichsleiter Iglidur-Gleitlagertechnik bei der Igus GmbH. Mit dabei ist der FDA-konforme Werkstoff Iglidur A180, der speziell für den Einsatz in der Lebensmittelindustrie ausgelegt ist, das Hochlastlager Iglidur Q2E für den Einsatz in Baumaschinen und der Agrartechnik, der Allrounderwerkstoff Iglidur G, der Dauerläufer Iglidur J sowie als Spezialist für Schwenk- und walkende Anwendungen Iglidur P210. „Vor allem für schwer zugängliche Lagerstellen und Anwendungen, bei denen keine regelmäßigen Wartungsintervalle geplant sind, haben wir Smart Iglidur entwickelt“, berichtet Loockmann-Rittich. INTELLIGENZ AUS DEM 3D-DRUCKER Doch wie sieht es mit der Überwachung von Sonderteilen aus? Hier bietet Igus mit dem 3D-Druck eine neue Lösung: Additive Fertigung trifft auf Industrie 4.0. Den Ingenieuren des Kunststoffspezialisten gelang es jetzt, beides in einem einzigen Fertigungsschritt zu vereinen: Sensorik wird erstmals in das additiv gefertigte Tribo-Bauteil per Multimaterialdruck eingedruckt. „Weit vor dem Ausfall meldet das intelligente 3D-gedruckte Bauteil bereits, dass ein Austausch bevorsteht. Zudem kann es Überlast detektieren, um die Anwendung sofort zu stoppen und so Monitoring vereinfachen. Effizienzsteigern. Sensorik4.0erleben. Digital Expo April19–23,2021 Absolutwert-Drehgeber mit IO-Link-Schnittstelle Mehr Informationen unter pepperl-fuchs.com/pr-io-encoder ErhöhteAnlagenverfügbarkeit dankintelligenter Diagnosefunktionen und vereinfachtesCondition Monitoring durch frühzeitigeErkennung kritischer Maschinenzustände.

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