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DER KONSTRUKTEUR 5/2015

DER KONSTRUKTEUR 5/2015

AKTUELL

AKTUELL Entwicklungsprojekte nach Maß Simultaneous Engineering versus Simultaneous Product Adaption KOMMENTAR Verkürzte Lieferzeiten bei hoher Qualität und niedrig zu haltende Kosten sind grundsätzliche Anforderungen des Kunden an den Lieferanten. Die Komplexität der Projekte, meist auch die Notwendigkeit der Erarbeitung neuartiger Lösungen und zum Beispiel auch die Zusammenarbeit internationaler Projektteams stellen besondere Herausforderungen an die Entwicklung. Oliver Obermeier, Head of Strategic Marketing, TSUBAKI KABELSCHLEPP, Wenden-Gerlingen Die Erarbeitung von kundenspezifischen Lösungen gemeinsam mit Kunden und Lieferanten ist ein adäquates Mittel für Produktinnovation und Kundenbindung. Um die Entwicklungszeit eines neuen Produktes zu verkürzen wird überwiegend das wohl bekannte Prinzip des Simultaneous Engineering (SE) angewendet. Dieses Prinzip basiert auf dem Grundgedanken der zeitlichen Überlappung von traditionell nacheinander folgenden Arbeitsabläufen. Insbesondere der Informationsaustausch und die Optimierungsläufe zwischen den Phasen der Produktentwicklung und der Betriebsmittelplanung sind äußerst nutzenstiftend für die zeitliche Verkürzung des Gesamtprozesses und die Kostenreduzierung. Enge Abstimmungen zwischen dem Kunden und dem Lieferanten sind über die Konzept- und Designphase hinaus notwendig. Aus meiner Sicht erfordert dies jedoch Anpassungen an die Organisationsstruktur, so dass die zu bilden­ Es muss nicht immer eine komplette Neukonstruktion sein den unternehmensübergreifenden Task Force Teams nicht nur die fachlichen Kompetenzen abdecken, sondern auch die im Projekt notwendigen Entscheidungen direkt treffen und durchsetzen können. Bei Tsubaki Kabelschlepp wird das SE seit Jahren erfolgreich im Bereich der Serienlösungen für Kunden angewendet. Zusätzlich zum Simultaneous Engineering wird in unserem Unternehmen in der kundenspezifischen Produktentwicklung auch der von uns so genannte Prozess der Simultaneous Product Adaption (SPA) angewendet. Auch dieses Verfahren basiert auf einer simultanen Abstimmung mit dem Kunden in allen Phasen und einer Überlappung der Arbeitsabläufe. Wesentlich dabei ist jedoch, dass keine neuen Betriebsmittel konzipiert werden müssen. Vielmehr werden in diesem Prozess die bereits vorhandenen Produkte bzw. Lösungen modifiziert, so dass sie den Anforderungen des Kunden entsprechen. Ziel des Entwicklungsprozesses ist es unter anderem, möglichst früh entscheiden zu können, ob das Produkt die technischen Anforderungen des Kunden zu einem realisierbaren Zielpreis erfüllen kann. Insbesondere im Projektgeschäft und bei klein-losigen Aufträgen sind aus betriebswirtschaftlicher Sicht die Möglichkeiten für aufwendige Betriebsmittelkonstruktionen und deren Realisierung sehr begrenzt. Hier eignet sich aus meiner Sicht die SPA, denn üblicherweise entfallen hier aufwendige Betriebsmittel-Neukonstruktionen und unnötige Investitionsentscheidungen. Weiterhin ist die Produktionsplanung in bestehenden Produktionslinien mit evtl. Anpassungen wesentlich einfacher und gleichzeitig ist die Kalkulation der Herstellungskosten und der Produktionszeit aussagekräftiger. Eine Vorserie ist in vielen Fällen auch nicht notwendig. Insgesamt ist aus meiner Sicht und Erfahrung somit gerade im Hinblick auf Kosten und auf „Time to Market“ SPA vorzuziehen. Allerdings ist der Innovationssprung im Vergleich zu SE geringer. So entscheiden wir frühzeitig gemeinsam mit dem Kunden, welchen Engineering Prozess wir bei der gewünschten Lösung einsetzen. Meine Erfahrung ist, dass sich die Kunden in jüngster Vergangenheit vermehrt für SPA Lösungen entscheiden. Im Projektgeschäft profitiert der Kunden dabei nicht nur von den geringeren Entwicklungskosten und der geringeren Entwicklungszeit, er setzt auch auf die bereits im Markt etablierten und bewährten Produkte als Ausgangsbasis für seine individuelle Lösung. Zahlreiche Projekte u. a. aus den Bereichen Off-Shore, Mining und Sondermaschinenbau verliefen bei uns erfolgreich. Mit der Modifizierung bestehender Produkt entsprechend der Anforderungen aus dem Einsatzzweck erhalten die Kunden letztlich eine wirtschaftliche, effiziente und funktionale Lösung. www.kabelschlepp.de 6 Der Konstrukteur 5/2015

AKTUELL manus 2015: Auf der Hannover Messe wurden die Sieger gekürt Bereits zum siebten Mal wurde von Igus der Manus Award auf der Hannover Messe verliehen. 467 Mal haben Entwickler aus aller Welt dabei gezeigt, welches kreative Potenzial im Einsatz von Polymer-Gleitlagern steckt. Der goldene Manus wurde an Jan-Philipp Kobler von der Leibniz Universität Hannover vergeben. Hier wurde ein System entwickelt, das zur Ohrchirurgie eingesetzt werden kann. Einen Sonderpreis gab es für die Firma ATS ELGI aus Indien, die in ihrer PKW-Waschanlage auf schmierfreie Kunststoffgleitlager setzt. www.manus-wettbewerb.de Wälzlager-Standardwerk neu aufgelegt Schaeffler hat die „Wälzlagerpraxis“, das Handbuch zur Berechnung und Gestaltung von Wälzlagerungen, überarbeitet. In Zusammenarbeit mit den Vereinigten Fachverlagen erscheint es in der 4. Auflage. Neue Kapitel zeigen die Weiterentwicklung der Wälzlagertechnik u. a. in den Bereichen Mechatronik und Beschichtungen. Die Aus gabe wurde um 400 Seiten erweitert und stellt die Kernthemen rotatorischer – und jetzt auch translatorischer – Wälzlager dar. Auf einem beigefügten USB-Stick finden sich Fallbeispiele und Simulationen. Das Buch ist für 65 Euro erhältlich unter: www.shop.engineering-news.net www.schaeffler.com Trumpf-Maschinen ausgezeichnet Ende Februar verlieh die iF International Forum Design GmbH den iF Design Award 2015 an vier Trumpf-Werkzeugmaschinen. Preisträger sind die 2-D-Lasermaschine TruLaser 5030 Fiber, die Stanzmaschine TruPunch 5000, die Laser-Rohrschneidmaschine Tru- Laser Tube 5000 und die Biegemaschine TruBend 5130. „Wir freuen uns sehr, dass unser durchgängiges Konzept für das Maschinendesign die Jury überzeugt hat“, sagt Dina Gallo, Designmanagerin bei Trumpf. Wichtiges Kernelement des Designs ist die Verkleidung der ausgezeichneten Maschinen. Sie besteht hauptsächlich aus Blech. Dabei verkürzen Blechkonstruktionen die Aufstellzeit beim Kunden und machen die Produkte robuster. „Das Design unserer Maschinen ist schlicht, kompakt und konsequent 16.-20.06.2015 Halle 5 | 5G12 auf das Wesentliche reduziert“, erläutert Gallo. Beispielsweise lässt sich an der TruLaser Tube 5000 die große Scheibe vor dem Schneidkopf komplett nach oben schieben. Das ermöglicht einen leichten Zugang zum kompletten Bearbeitungsraum. DIE GIGANTEN ROBUST UND KRAFTVOLL: UNSERE SCHWERLASTKUPPLUNGEN. www.trumpf.com RW-KUPPLUNGEN.DE DIE KUPPLUNG.

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