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DER KONSTRUKTEUR 5/2015

DER KONSTRUKTEUR 5/2015

KONSTRUKTIONSELEMENTE I

KONSTRUKTIONSELEMENTE I TITEL Antrieb und Führung für Schwergewichte Zahnstangengetriebe unterstützen das Vereinzeln großer Bleche Lucia Tischer Im Stahl- und Eisenhandel sind ein schneller Zugriff auf Bleche, Platten und Platinen sowie ein wirtschaftlicher Umstapelbetrieb unabdingbar für eine schnelle Lieferfähigkeit. Die Kommissionier- Stapelanlagen des Maschinenherstellers VOMA übernehmen diese Aufgaben vollautomatisch. Für das vertikale Heben hoher Anhängelasten kommen dabei Zahnstangengetriebe zum Einsatz. Lucia Tischer, Leantechnik, Oberhausen pelnden Güter erheblich. Dafür eine jeweils produktive und zuverlässige Lösung zu finden, ist das Bestreben des Maschinenherstellers aus den Rheinisch-Bergischen Kreis. Schwere Bleche im Griff „Mit zunehmender Größe steigt in der Regel auch das Gewicht des zu handhabenden Materials. Und je höher die zu transportierenden Gewichte, desto höher die Anforderungen an die Hebevorrichtung bzw. an die erforderliche Mechanik und den Antrieb“, erläutert Knut Vogel, der gemeinsam mit seiner Schwester Anke das Unternehmen geschäftsführend leitet. „Je nach Gewicht und Stärke von Platten oder Blechen heißt es für uns, entweder schnell und dynamisch oder feinfühlig anzuheben.“ Wichtig beim Vereinzelungsprozess von Platten ist die Bleche von einem zusammenhängenden Paket abzuheben, um sie anschließend einer Blechbearbeitungslinie zuzuführen oder für einen bestimmten Auftrag zu kommissionieren, gehört in Stahl- und Eisenhandel zum Alltag. Der Maschinenhersteller VOMA aus Wermelskirchen stellt entsprechende Handling- und Transportsysteme, sogenannte Stapel- und Kommissionieranlagen her. Daneben hat sich das Unternehmen auf die Herstellung von Folier- und Kaschieranlagen spezialisiert. So fertigt das Unternehmen komplette Folier- und Bearbeitungslinien. Beim Blechhandling variieren Größe und Gewicht der zu staexakte Ausführung der vertikalen Hubbewegung der Anlage, damit die einzelnen Platten sauber voneinander getrennt und anschließend materialschonend abgestapelt werden. Für das halb- oder vollautomatische Transportieren, Kommissionieren und Vereinzeln hat VOMA Portal-Stapelanlagen im Programm. Damit lassen sich Blechbreiten von 500 mm bis 2600 mm sowie Blechlängen von 500 bis 6000 mm und darüber hinaus problemlos bewegen. Die Blechgewichte reichen bis 400 kg, können unter bestimmten Voraussetzungen aber schon mal 1200 kg erreichen. Eine Portalanlage besteht im Wesentlichen aus einer stabilen Stahlbaukonstruktion, die den Fahrwagen mit dem Hubrahmen aufnimmt. Letzterer ist an seinem unteren Ende mit einer Saugtraverse verbunden. Für die Vereinzelung verfährt diese auf die Höhe des 8 Der Konstrukteur 5/2015

Blech stapels, saugt ein Blech mit entsprechenden Vakuumsaugern an und hebt die Last hoch. Der Fahrwagen verfährt anschließend mittels Kugelschienen oder Rädern horizontal, um das Blech an anderer Stelle wieder abzulegen. Dafür führt die Saugtraverse wiederum einen entsprechenden vertikalen Hub aus. Neben Standardmaschinen fertigt VOMA Maschinen fürs Blechhandling auch nach Kundenwunsch. Als das Unternehmen in der zweiten Jahreshälfte des vergangenen Jahres den Auftrag erhielt, eine Portal-Stapelanlage für sehr große Aluminiumplatten zu bauen, sahen sich die Experten vor die Aufgabe gestellt, Platten mit einer Länge von 4000 mm, einer Breite von 1800 mm und einer Dicke von 200 mm nach dem Folieren von einer Rollenbahn sicher auf eine Palette zu bewegen. „Das ist auch für uns kein alltägliches Projekt“, berichtet Knut Vogel. „Zusammen mit der erforderlichen Konstruktion haben wir es hier immerhin mit einer Anhängelast von 4000 kg zu tun. Und diese Last muss exakt angehoben und gleichzeitig hochpräzise geführt werden.“ Präzise heben und führen Die Ingenieure von VOMA konstruierten eine entsprechend dimensionierte und für die hohen Lasten ausgelegte Portalanlage. Um das Führen und Heben der schweren Anhängelast mechanisch sauber und mit gleichzeitig möglichst wenig Aufwand zu gestalten, entschieden sich die Maschinenbauer zum Einsatz von zwei Lifgo-Getrieben der Baugröße 5.4 der Leantechnik AG aus Oberhausen. Bereits seit 1996 setzt VOMA in seinen Maschinen auf die Antriebstechnik aus dem Ruhrgebiet. Der erste Kontakt kam damals auf der Messe Euroblech zustande. „Ausschlaggebend für unsere Entscheidung zugunsten der Lifgo-Getriebe war deren konstruktive Besonderheit: Denn sie vereinen den Antrieb und Die Getriebe vereinen den Antrieb und eine separate lineare Führung in einem einzigen Bauteil eine separate lineare Führung in einem einzigen Bauteil. Dadurch ist der Einbau sehr einfach“, erklärt Knut Vogel. Im Falle der neuen Portal-Stapelanlage wird die Saugtraverse direkt mit den Zahnstangen der Lifgo-Getriebe verbunden. Diese sind links und rechts vom antreibenden Servomotor Der Konstrukteur 5/2015 9

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