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DER KONSTRUKTEUR 5/2016

DER KONSTRUKTEUR 5/2016

ANTRIEBSTECHNIK

ANTRIEBSTECHNIK Wälzlager richtig auswählen Denkfehler bei der Auswahl von Wälzlagern – und wie sie sich vermeiden lassen M. Sc. Volkan Yilmaz Für eine bestmögliche Auswahl und Beschaffung von Wälzlagertechnik ist Fachwissen unabdingbar – nur so lassen sich die Leistungsparameter verschiedener Hersteller und letztlich auch die Preise bewerten. Wichtig ist zudem, dass Entwicklung, Einkauf und Qualitätssicherung Hand in Hand arbeiten. Hier setzt ein spezielles Schulungsangebot an. Die Belohnung für eine abgestimmte Arbeit bei der Auswahl von Wälzlagern sind Einsparungen in den Beschaffungskosten von häufig 20 bis 60 %. Deshalb bietet die Findling Wälzlager GmbH ein Weiterbildungsprogramm an, das auf die Zielgruppen Entwicklung, Einkauf und Qualitätssicherung abgestimmt ist und sich in einem exklusiven Teambuilding-Modul bündelt. Ziele sind z. B. technische Ursachen für Preisunterschiede von Anbietern zu verstehen, Angebote vergleichbar zu machen und eine Spezifikation nach technischen wie kaufmännischen Merkmalen zu erstellen. Bei der Wälzlagerauswahl gibt es viele populäre Denkfehler, die sich mithilfe von Fachwissen relativ einfach vermeiden lassen. Das fängt schon bei den Anwendungsparametern an: Selbstverständlich sollten Wälzlager auf genau definierten Parametern ausgelegt werden, doch können äußere Volkan Yilmaz, Anwendungsingenieur / Entwicklung, Findling Wälzlager GmbH, Karlsruhe Einflussgrößen wie Strahlungswärme, aber auch Reinigungs- und Instandhaltungsverfahren erhebliche Verzerrungen bewirken. Was also tun, wenn Parameter nur abgeschätzt werden können? Computersimulationen schaffen Abhilfe, die nicht zuletzt diese Aspekte berücksichtigen. Sie geben Auskunft, wie sich ein Wälzlager und seine Lebensdauer ver halten. Mit der ABEG-Methode von Findling Wälzlager kann dann das kostenoptimale Produkt auf dem globalen Wälzlagermarkt gefunden werden. So gehen Konstrukteure auf Nummer sicher – und gleichzeitig lassen sich dadurch teure Überdimensionierungen vermeiden. Für eine lange Lebensdauer Um die Lebensdauer von Wälzlagern ranken sich viele Mythen. Wer eine beständige Lagertechnik benötigt, darf markenorientiert denken. Wer aber wirtschaftlich wie technisch beste Lösungen benötigt, für den steht die jeweilige Anwendung und seine Betriebsbedingung im Vordergrund. In der Wälz lagertechnik steht Bauraumoptimierung im Wettbewerb mit kostenoptimierter Konstruktion. Beides zusammen ist ein Kompromiss. Somit kann anwendungsoptimierte Lagertechnik von kleinen, flexiblen und spezialisierten Unternehmen effizient hergestellt werden. Der Beweis hierfür ist die extreme Serie für spezielle Anwendungsbedingungen, die standardmäßig bei Findling verfügbar ist und eine längere Lebensdauer bei gleichzeitiger Kostenreduktion des Lagers bietet. Erreicht wird das unter anderem über eine speziell auf den jeweiligen Einsatzbereich abgestimmte Befettung – grundsätzlich ein Faktor von hoher Relevanz. In vielen Anwendungsszenarien lässt sich die Lebensdauer durch eine Anpassung des Schmierstoffes signifikant verlängern. Das kommt meist kostengünstiger als der Griff zu höheren Leistungsklassen oder Premium-Marken. Kataloge richtig lesen Wenn denn alle Hersteller nahezu gleiche Tragzahlangaben haben, warum unterscheiden sich dann doch die Lebensdauerergebnisse in der Praxis deutlich? Die Ursachen sind meist einfach auszumachen. Bei den Tragzahlen rechnen die Hersteller zumeist Sicherheitszuschläge ein. Noch dazu entwickelt sich der technische Fortschritt nicht synchron mit den Katalogangaben. Den­ 16 Der Konstrukteur 5/2016

fast forwardsolutions Herstellerunabhängige Wälzlagerschulungen Die Findling Wälzlager GmbH hat es sich zur Aufgabe gemacht, ihre Kunden auf dem Weg zum richtigen Wälz- oder Gleitlager umfassend zu beraten und zu unterstützen. So hat das Karlsruher Unternehmen schon im Jahr 2003 die ABEG-Methode zur optimalen Wälzlagerauswahl nach technischen wie wirtschaftlichen Kriterien eingeführt – ein Service, der nach wie vor im Trend liegt. Seit dem letzten Jahr unterstützt Findling Wälzlager seine Kunden zudem mit zielgruppengerechten Seminaren dabei, selbst zum Wälzlager-Experten zu werden – und populäre Denkfehler bei der Wälzlagerauswahl zu vermeiden. Kraft- Ausdruck noch sollten sich Anwender nicht bei allen Katalogen allzu sehr auf die genannten Werte verlassen – vor allem dann, wenn die Spezifikationen unvollständig sind. Auf Zeichnungen und Datenblättern können Informationen verschleiert werden, um eine Austauschbarkeit zu vermeiden. Gerade chinesische Unternehmen übernehmen gerne technische Daten von Markenprodukten auf rein theoretischer Basis. Der Endkunde läuft Gefahr, dass die Erwartungen in ein Produkt und dessen tatsächliche Leistungsfähigkeit stark differieren. Hier setzt die ABEG-Methode von Findling Wälzlager an: Dabei durchlaufen die Hersteller ein mehrstufiges Auditprogramm, was wiederum die Basis für die Einstufung des Sortiments in vier unterschiedliche Leistungsklassen ist. Somit haben de finierte Mindestanforderung an die Geräusch- und Vibrationsprüfung erfüllt wird. Allerdings legt jeder Wälzlagerhersteller seine eigenen Werkstandards fest, insbesondere bei der Vibrationsprüfung – es ist also keine unmittelbare Vergleichbarkeit gewährleistet. Noch dazu werden die Laufeigenschaften von der Einbausituation beeinflusst und damit auch vom Wechselspiel verschiedener Paramater im Wälzlager. Im Wesentlichen ist die Laufeigenschaft abhängig von der Toleranzklasse der Anschlussmaße (P0 ist unzureichend, am Innenring sollte es mindestens P6 sein), der Lagerluftklasse (eine eingeschränkte Lagerluft wie CM wird empfohlen) und der Rundlaufgenauigkeit der Wälzkörperlaufbahnen. Besonders wichtig ist auch das Schmierfett – hier kann Nur auf der Basis von Fachwissen lassen sich die Leistungsparameter verschiedener Hersteller vergleichen und bewerten Konstrukteure die Möglichkeit, die Wälzlager anwendungs bezogen auszulegen. Ein individueller Technologiefaktor dient dabei als Korrekturwert für die Lebensdauer. Irreführende Gütesiegel Bei vielen Herstellern verbreitet sind Gütesiegel, die bei genauerer Betrachtung jedoch gar keine sind. Das beste Beispiel dafür ist der Begriff Elektromotorenqualität. Es gibt keine herstellerübergreifenden technischen Merkmale, die bei so einer Auslobung erfüllt sein müssen – insofern ist sie auch kein Garant für eine gewünschte Laufeigenschaft. Die Bezeichnung drückt lediglich aus, dass eine vom Anbieter die falsche Wahl alle Investitionen in einen hohen Fertigungsstandard sofort zunichte machen. Es sind also mehrere Parameter und Eigenschaften zu erfüllen, damit sich Kugellager in Elektromotoren bewähren können. Die Beispiele zeigen, wie sich mit fundiertem Fachwissen Denkfehler bei der Wälzlagerauswahl von vornherein vermeiden lassen. Die Liste ließe sich selbstverständlich noch beliebig weiterführen; daher sollten sich Anwender entweder vom Experten beraten lassen oder eine entsprechende Weiterbildung absolvieren. Das Schulungsprogramm von Findling Wälzlager bietet sich dafür an. www.findling.com/akademie Antriebslösungen mit 3 DC/EC Motoren 3 Getriebemotoren 3 Pumpen www.buehlermotor.de

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