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DER KONSTRUKTEUR 5/2016

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AUTOMATISIERUNGSTECHNIK

AUTOMATISIERUNGSTECHNIK 02 Bei Bäumer kommt das Steuerungssystem PNOZmulti mit Erweiterungsmodulen zur sicheren Drehzahlüberwachung zum Einsatz 03 Die dezentralen Module PDP67 sammeln die Signale der Sensoren direkt im Feld, so dass der Aufwand für Verdrahtung und Installation überschaubar ist fahren kann. Weder der Rollenwechsel, noch die Ausgabe der fertigen Rollen erfordern einen Wicklerstopp. Die Anlage lässt sich somit mit hoher Effizienz betreiben. Über ein intuitiv bedienbares Panel sind die Länge der Wickeleinheit, Produktionsgeschwindigkeit, Geschwindigkeitsprofil und andere Parameter auf einfache Art und Weise einstellbar. Höchste Sicherheitsstandards „Neben der hohen Wickelleistung, der kompakten Modulbauweise und einem hohen Automatisierungsgrad verfügt die Anlage über höchste Sicherheitsstandards“, betont Peter Veerkamp, Projektleiter Elektrotechnik bei Bäumer. Dafür sorgen die Automatisierungslösung und die sichere Sensorik von Pilz. Im Verbund mit den direkt im Feld installierten PDP67 Modulen überwacht das konfigurierbare Steuerungssystem PNOZmulti die Signale der Lichtschranken PSENopt Advanced, der Schutztürsysteme und der Not-Halt Taster sowie die Drehzahl der Antriebsachsen. Im Ernstfall leitet das Sicherheitssystem umgehend die erforderlichen sicherheitsgerichteten Aktionen ein. Das Basisgerät des konfigurierbaren Sicherheitssystems PNOZmulti verfügt über 20 sichere Eingänge, vier sichere Halbleitersowie zwei sichere Relaisausgänge. Ferner lässt es sich mit bis zu acht unterschiedlichen Ein- und Ausgangsmodulen inkl. bis zu vier Drehzahl- und Stillstandswächter sowie einer Feldbuskommunikation einfach und flexibel erweitern. Die freie Konfigurierbarkeit mit dem Softwaretool PNOZmulti Configurator von Pilz und die intuitive Parametrierung verkürzen und vereinfachen die Installation und Inbetriebnahme des Sicherheitssystems nachdrücklich. „Gerade im Bereich des Papiereinzuges müssen Gefährdungen für das Bedienpersonal zuverlässig ausgeschlossen werden. Deshalb überwachen jeweils zwei magnetische Initiatoren die Achsen auf Überdrehzahl“, sagt Peter Veerkamp. Eine unkontrollierte Beschleunigung der Antriebe würde aus Sicherheitsgründen die sofortige Abschaltung der Anlage nach sich ziehen. Im Einrichtbetrieb muss eine reduzierte Geschwindigkeit von maximal 10 m/min sicher gewährleistet werden. Dort, wo die fertig gewickelten Rollen aus dem Dreifachwendewickler kommen, verhindern die Lichtschranken PSENopt Advanced von Pilz unzulässige Eingriffe in den Risikobereich. Solche Eingriffe in den Produktionsprozess führen zu einem kontrollierten, sicheren Stopp der Anlage. PSENopt Advanced bieten mit ihrer Multifunktionalität ein hohes Maß an Flexibilität. Erweiterte Funktionen wie Muting, Blanking und/oder Kaskadierung sind mit nur einer Lichtschranke realisierbar. Dabei erleichtert das intuitive Pilz Software- Tool PSENopt Configurator die Installation und Handhabung der Lichtschranken erheblich, da alle Einzelstrahlen in der Software sichtbar sind. Darüber hinaus sorgt dieses für eine schnelle Diagnose, da die Unterbrechung der Lichtschranke sofort zugeordnet werden kann. So werden geringe Stillstandzeiten und eine hohe Verfügbarkeit der Maschine sichergestellt. Bewährte Technik und Zusammenarbeit Bei Bäumer blickt man auf eine langjährige Kooperation mit dem Automatisierungs- und Sicherheitsexperten Pilz zurück. Neben Vereinfachungen bei Installation und Inbetriebnahme lassen sich mit PNOZmulti aufgrund seiner vielfältigen Feldbus- und Kommunikationsmöglichkeiten, wie z. B. dem offenen Industrial Ethernet-Standard Profinet, sowie in Verbindung mit den dezentralen Modulen PDP67, die für optimierte Installationsund Verdrahtungsaufwände sorgen, modulare Maschinenkonzepte einfach und flexibel realisieren. „Im Kern ist bei uns zwar einiges Standard, am Ende steht dennoch eine kundenspezifische Sondermaschine. Entsprechend individuell fällt damit auch das erforderliche Sicherheitskonzept aus. Hier bauen wir auch in Zukunft auf die Beratung, die Kompetenz und das breite Produktportfolio an kompletter Automation von Pilz“, fasst Peter Veerkamp zusammen. www.pilz.com 30 Der Konstrukteur 5/2016

AUTOMATISIERUNGSTECHNIK Dauerhaft stabile Messwerte in ursprünglicher Signalqualität www.heidenhain.de Offene Längenmessgeräte von Heidenhain kommen dort zum Einsatz, wo eine Positionierung mit sehr hoher Genauigkeit oder eine exakt definierte Bewegung benötigt wird. Dafür liefern sie grundsätzlich stabile Abtastsignale. Verschmutzungen auf der Maßverkörperung oder auf der Abtastplatte können diese Abtastsignale jedoch beeinträchtigen. Damit die Güte der Abtastsignale dauerhaft über die Lebensdauer der Messgeräte sichergestellt ist, hat der Hersteller einen neuen Signal- Processing-ASIC entwickelt. Er kommt erstmals in der neuen Generation offener Längenmessgeräte mit inkrementaler Positionswerterfassung zum Einsatz. Der Signal-Processing-ASIC überwacht permanent das Abtastsignal. Wenn die Abtastsignale von außen beeinflusst werden, z. B. durch Verschmutzung der Maßverkörperung, und es dadurch zu Signaländerungen kommt, gleicht der neue Signal-Processing-ASIC diese Signaländerungen nahezu vollständig aus und stellt die ursprüngliche Signalqualität wieder her. Bedienterminal: Visualisierung und Steuerung in einem Pilz stellt mit PMI 6 Control ein Bedienterminal vor, mit dem neben Diagnose und Visualisierung das Steuern des gesamten Anlagenprozesses in nur einem Gerät möglich ist. Die Terminals basieren auf einem Prozessormodul mit 1,3 GHz. Dazu kommen ein 512 MB RAM Arbeitsspeicher, 512 MB Flash Speicherkapazität und das Betriebssystem Windows Embedded Compact 7. Das kapazitive Glas-Touchscreen in 7 oder 12’’ lässt sich intuitiv bedienen. Durch die offenen Schnittstellen kann jede gängige HMI-Software zur Visualisierung genutzt werden. Mit dem PMI-Assistenten, der Bestandteil der mitgelieferten SD-Karte ist, lassen sich Software-Pakete einfach installieren. Das Diagnosekonzept PVIS ist vorinstalliert. An Anlagen, die mit Bedienterminals PMI und Sicherheits-Steuerungen von Pilz ausgerüstet sind, erleichtert es die Fehlersuche bei Betriebsstörungen. Störungsmeldungen werden im Klartext angezeigt und konkrete Vorschläge zur Fehlerbehebung ausgegeben. www.pilz.com Schutzelement sorgt für Energiesicherheit Mit der EBU, Electronic Breaker Unit, hat E-T-A ein neu entwickeltes hybrides Schutzelement für die Energiesicherheit von Industrieunternehmen präsentiert. Die Einheit stellt die Versorgungssicherheit von AC-USV-Anlagen (unterbrechungsfreie Stromversorgungsanlagen) im Fehlerfall stabil sicher. Das Gerät für 230 V AC hat eine Baubreite von 54 mm. Es besteht aus einem Leitungsschutzschalter, der für Kurzschlussabschaltungen von bis zu 10 kA zugelassen ist und einer angebauten Elektronik, die Mess- und Auswerteaufgaben übernimmt. Der Anwender schließt es direkt am Abgang der jeweiligen USV an. Mittels Einstellpotentiometer lässt sich der Typ EBU mit wenigen Handgriffen an die Leistungsfähigkeit der USV-Anlage und die Lastbedingungen anpassen. Der Typ EBU löst so im Fehlerfall zuverlässig aus – und zwar nur im betroffenen Lastpfad. Alle weiteren Versorgungsstränge bleiben davon unberührt. Einschaltvorgänge und damit verbundene höhere Einschaltströme toleriert die Einheit. Das Produkt ist in den Nennströmen 6, 10 und 16 A und der Charakteristik B und C erhältlich. Laut Anbieter lässt sich durch EBU eine USV-Anlage um ca. ein Drittel kleiner dimensionieren, was die jährlichen Energiekosten um ca. 40 % senken würde. Der Typ EBU amortisiere sich dadurch schnell und sorge zusätzlich für eine deutlich höhere Verfügbarkeit der Anlage. www.e-t-a.de

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