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DER KONSTRUKTEUR 6/2015

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ROBOTIK I SPECIAL 03

ROBOTIK I SPECIAL 03 Auch optoelektronische Schutzeinrichtungen können zur Absicherung von Roboter- Arbeitsplätzen eingesetzt werden. Die Funktion der doppelten Quittierung schafft dann zusätzliche Sicherheit funktionen wie z. B. einer Hilfsentriegelung, die ein Öffnen der Schutztür bei fehlender Stromversorgung ermöglicht. Eine weitere sinnvolle Zusatzfunktion ist die Fluchtentriegelung. Sie dient als Panikgriff zum Öffnen der Schutztür von innen, wenn versehentlich Personal im Gefahrenbereich eingeschlossen sein sollte. Als Alternative zur Schutztür können auch optoelektronische Schutzeinrichtungen verwendet werden. Hier ist als zusätzliche Sicherheitsmaßnahme die dop­ pelte Quittierung erwähnenswert, die bei den Sicherheits-Lichtvorhängen und –Lichtgittern der Serie SLC/ SLG 440 realisiert wurde. Damit der Roboter nach einem Auslösen der Schutzeinrichtung wieder gestartet werden kann, muss erst ein Befehlsgerät innerhalb des Gefahrenbereichs und dann – innerhalb einer definierten Zeitspanne – ein zweites Befehlsgerät außerhalb des Gefahrenbereichs betätigt werden. Beratung und Schulung durch Experten Somit gibt es unterschiedliche Arten der Absicherung von Roboter-Arbeitsplätzen. Welche Lösung die jeweils beste ist, entscheidet der Anwendungsfall, und in Zukunft werden nach Einschätzung von Schmersal alle Systeme – einschließlich des Schutzzauns – ihre Marktberechtigung behalten. Von zentraler Bedeutung ist dabei die optimale Einbindung der Schutzeinrichtung und der Sicherheitsfunktionen in den Workflow der Produktionsprozesse. Diesen Aspekt berücksichtigen die Functional Safety Engineers bei ihrer Beratungsarbeit Abschließend lässt sich feststellen, dass die softewarebasierten Lösungen zur Absicherung von Roboter-Arbeitsplätzen großes Wachstumspotenzial bieten. Sie sind flexibel, lassen sich an die kunden- bzw. anwendungsspezifischen Anforderungen anpassen und erlauben auch neue Arten der Zusammenarbeit von Mensch und Roboter. Aus diesem Grund hat die Schmersal Gruppe innerhalb des Geschäftsbereichs Safety Services ein Team für das Application Engineering ins Leben gerufen, in dem Software-Spezialisten kundenspezifische Lösungen für die Maschinen- und Robotersicherheit entwickeln. Bilder: 01 – 03 K.A.Schmersal GmbH & Co. KG www.schmersal.com STATEMENT Dr. Michael Döppert, Chefredakteur In der industriellen Automation und in den Workflows zukünftiger Produktionsprozesse wird die Kooperation von Mensch und Roboter zunehmend an Bedeutung gewinnen. Die Technologien für eine gefahrlose Zusammenarbeit ohne trennenden Schutzzaun und sogar für die Arbeit Hand in Hand sind vorhanden. Durchsetzen werden sich dabei sicherheitsgerichtete Systeme, die bisherige Hardware-Funktionen in die Software verlagern. Dabei gilt sicherlich, dass die Mensch- Roboter-Kooperation sich am besten in die Praxis umsetzen lässt, wenn die Beratung durch Sicherheitsexperten in Anspruch genommen wird. Leitungen für die Robotik Roboter sind schon heute aus der industriellen Produktion nicht mehr wegzudenken. Durch sie steigt auch mehr und mehr die Nachfrage nach Ethernetleitungen, die den Datenaustausch von Maschine zu Maschine sichern, auch bei mehrdimensionalen Bewegungen. Aus dem Roboterleitungs-Programm von Igus hat nun die Leitung Chainflex CFROBOT8.045 im Igus-Normtest über 22 Millionen Torsionsbewegungen standgehalten. Igus hat eigene Test-Standards für die Torsion entwickelt und betreibt neben Tests auf Robotern verschiedenster Hersteller im eigenen Test-labor auch eine eigene Versuchsanlage für die normierten Versuchsreihen. Damit die Leitungen stabil bleiben und die Datensicherheit sichergestellt ist, setzt Igus auf die Kombination von besonders gleitfähigen und gleichzeitig hoch stabilen Folien und besonderen Füllelementen, die wie Stoßdämpfer an Autos funktionieren und so die auftretenden Kräfte systematisch abfangen. Je nach elektrischer Anforderung werden dabei unterschiedliche Schirmkonzepte verfolgt, wobei sich bei der Chainflex CFROBOT-Ethernetleitung das Konzept mit Paargeflechtschirmen und besonderen Gleitfolien als das Beste in den Testreihen erwiesen hat. Somit bietet Igus ein komplettes Roboterleitungsprogramm ab Lager mit einer Lebensdauer an, die online berechnet werden kann. www.igus.de 38 Der Konstrukteur 6/2015

SPECIAL I ROBOTIK Zahnstangen für Automation und Robotik Basis für die Zahnstangentrieb-Systeme ZV des Unternehmens Stöber sind einsatzgehärtete und geschliffene Ritzel der Verzahnungsqualität 7 sowie die darauf genau abgestimmten Zahnstangen des Kooperationspartners Atlanta mit gehärteter und geschliffener Verzahnung. In dem System sind die Ritzel u. a. für den Einsatz mit Servofit-Servogetrieben mit Vollwellenabtrieb ausgelegt. Dabei können die Anwender zwischen Ausführungen mit bündiger Ritzelverzahnung zum Wellenende oder zur Wellenschulter wählen. Zur Auswahl steht eine Vielzahl von Getrieben, angefangen von Planeten- und Präzisions-Planetengetrieben über Servowinkelbis zu hochsteifen Winkelgetrieben. Mit ihnen lassen sich Beschleunigungs-Vorschubkräfte bis zu 16 kN realisieren. Für die Montage hat Stöber eine Einstellhilfe mit Einstellplatten und Einstellleiste entwickelt. Ein auf das ZV-System abgestimmtes Schmiersystem versorgt die Zahnstangentriebe mit Schmierstoff. Dabei kann die Fettversorgung dezentral über einen automatisierten Schmierstoffgeber oder über eine zentrale Schmierstoffversorgung geschehen. Ein Spannsatz ermöglicht es auf einfache Weise, das Ritzel kraftschlüssig mit dem nachgeschalteten Getriebe zu verbinden. www.stoeber.de Mobile Roboter mit einfachem Bedienkonzept Das dänische Unternehmen Mobile Industrial Robots (MiR) bringt mit dem MiR100 einen neuen innovativen mobilen Roboter auf den deutschen Markt. Das System hat sich bereits in der Praxis in Dänemark bewährt. Nun sollen auch deutsche Firmen aus den Bereichen Logistik, Industrie und Gesundheitswesen von ihm profitieren. So sorgt der MiR100 beispielsweise für Produktivitätssteigerung durch das Übernehmen von monotenen Transportaufgaben. Auch die Kommunikation mit Türen und Fahrstühlen ist möglich. Der MiR100 verbindet sich dabei mit dem WLAN des Aufzugs und kann so selbstständig Transportaufgaben übernehmen. Um die nötige Flexibilität zu erreichen, muss der Roboter einfach zu programmieren und in bestehende Logistik- und Produktionslösungen schnell integrierbar sein. Das gelingt dem MiR100 durch Instant Mapping. Der Roboter scannt seine Umgebung und hält sie in einer 3D-Darstellung fest. Zusätzlich hat er die Möglichkeit, CAD-Daten von größeren Umgebungen zu importieren. Anschließend kann er sich vollkommen autonom und sicher bewegen. Eingebaute Scanner, 3D-Kameras und Ultraschall sorgen dafür, dass der Roboter automatisch stoppt, sobald er Menschen oder statischen Hindernissen begegnet. Dank den gängigen Web-Technologien kann jeder Mitarbeiter dem Roboter über mobile Endgeräte wie Tablet oder Smartphone eigenverantwortlich Befehle geben. www. mir-robots.com DIE LOGISCHE KONSEQUENZ 6 Technologien – ein starkes Team Handhabungstechnik Dämpfungstechnik Lineartechnik Verfahrenstechnik Werkzeugtechnik Maschinentechnik THE KNOW-HOW FACTORY www.zimmer-group.de

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