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DER KONSTRUKTEUR 6/2016

DER KONSTRUKTEUR 6/2016

WERKSTOFFTECHNIK I

WERKSTOFFTECHNIK I INTERVIEW Im Gespräch: Additive Fertigung Der Workflow vom Werkstoff zum fertigen Bauteil Maßgeschneiderte Kunststofflösungen müssen nicht teuer sein. Hierfür hält Murtfeldt Kunststoffe, Spezialist für technische Werkstoffe, Konstruktions- und Fertigungskapazitäten bereit und verfügt auch über eine entsprechende Palette selbstentwickelter Kunststoffe. Diese werden aktuell um für den 3D-Druck geeignete Materialien erweitert. Über die hier gestellten Anforderungen an Werkstoffe und Verfahren, über Möglichkeiten und Erwartungen sprach die Redaktion mit Ralf Burghoff, technischer Assistent der Geschäftsleitung und Projektleiter für den 3D-Druck bei Murtfeldt Kunststoffe GmbH & Co. KG in Dortmund. Was hat Sie bei Murtfeldt bewegt, sich Kompetenzen in der Additiven Fertigung aufzubauen? Die additive Fertigung ist eine hervorragende Ergänzung zu unserem bestehenden Fertigungsverfahren, der spanabhebenden Herstellung von Kunststoffbauteilen. Zudem sind uns die Grundvoraussetzungen für den Einstieg in den 3D-Druck schon wohlbekannt – immerhin sind wir seit über 60 Jahren im Markt der technischen Kunststoffe etabliert. Gerade was die Erstellung von Klein- und Kleinstserien aus technischen Kunststoffen angeht, ist dieses Metier unser Kerngeschäft. Da war der Schritt hin zum 3D-Druck klein, vorgezeichnet und logisch. Sie bieten entsprechende Kunststoffe an und setzen 3D-Druckverfahren für kundenspezifische Teile ein? Wir bieten auf eigenen Maschinen das FDM- bzw. FFF-Verfahren an. Aber auch andere Verfahren können wir über die Zusammenarbeit mit unserem Dienstleistungspool anbieten. Als Materialien kommen zur Zeit PLA, ABS, PC und PA in Betracht. Viele dieser Materialien können auch in modifizierter und speziell abgestimmter Variante geliefert werden. Damit können wir einen sehr großen Einsatzbereich von fertig gedruckten Bauteilen abdecken, vom 14 Der Konstrukteur 6/2016

Chefredakteur Dr. Michael Döppert im Gespräch mit Ralf Burghoff detailgenauen Prototypen bis hin zu einem einbaufertigen und einsatzfähigen Fertigteil für eine Maschine. Sie fertigen so auch Kleinserien? Genau das! Besonders bei individualisierten Bauteilen, welche nur in Klein- oder Kleinstserien zur Verfügung stehen müssen, macht sich der 3D-Druck im wahrsten Sinne des Wortes bezahlt. Denn im 3D- Druck spielt es keine Rolle, ob ich drei identische Bauteile drucke oder ob jedes einer evtl. gewünschten Nachbehandlung der Bauteile ist in unserem Workflow der Dialog mit dem Kunden das Wichtigste. In jedem Bereich – von der Idee, über das beste Druckverfahren bis hin zum möglichst günstigen Preis – können wir den Kunden unterstützen und beraten! Das bedeutet auch, dass der Kunde zu jeder Zeit und in jeder Phase mit uns Kontakt aufnehmen und Änderungen, Anpassungen oder Wünsche äußern kann und soll. So entsteht schlussendlich ein gedruckter Artikel, der exakt den gewünschten geometrischen Vorgaben, Toleranzen und Oberflächenbeschaffenheiten entspricht. Hier kann der 3D-Druck viele Vorzüge ausspielen, da der eigentliche Druck erst ganz am Ende des Workflows steht und ...damit alles glatt geht Werkzeuge & Technologie Lösungen für eine anforderungsgerechte Oberflächenqualität Glattwalzen - Oberflächen glätten Es muss ein Umdenken bei Konstrukteuren stattfinden, um das volle Potenzial des 3D-Druckes auszunutzen dieser Teile minimal unterschiedlich ist. Die Änderung muss nur in der 3D-CAD- Datei des Bauteils erfolgen und schon druckt der Drucker das Bauteil entsprechend der gemachten Änderung aus – kein neues Programm für die CNC-Fräse oder kein neues Werkzeug für die Bearbeitung muss programmiert bzw. besorgt werden. Eine 3D-CAD-Datei des Bauteils ist allerdings immer zwingend notwendig für den 3D-Druck. Und wenn Sie jetzt noch an Änderungen an einem schon vorhandenen Spritzgießwerkzeug denken, dann rechnen sich ein paar einfache Änderungen mit Hilfe der 3D gedruckten Varianten vor Beschaffung des Spritzgießwerkzeuges sehr, sehr schnell. Wie ist die Akzeptanz Ihrer Kunden für Bauteile aus dem 3D-Drucker? Etwa die Hälfte aller unserer Kunden hat sich schon mit dem Thema 3D-Druck intensiver auseinandergesetzt. Hier ist die Akzeptanz von 3D gedruckten Bauteilen sehr gut. Über unsere jahrelange Erfahrung mit Kunststoffen aller Art und hier vor allem mit der Bearbeitung dieser Kunststoffe können wir im Dialog mit unseren Kunden schnell feststellen, ob der 3D-Druck eine Alternative zur klassischen Fertigung sein kann. Über diese intensive Beratung steigt die Akzeptanz des 3D-Druckes wiederum deutlich. Wie sieht denn der Workflow von der Bauteile-Idee bis zum gedruckten und fertigen Bauteil aus? Über die eingehende Beratung, das Erstellen oder das Beurteilen der zwingend notwendigen 3D-CAD-Modelle bis hin zu somit viele Änderungen des Bauteils - praktisch in Echtzeit – noch bis zum Druck einfließen können. Ändern sich dadurch die Anforderungen an die Konstruktion? Dadurch, dass der Konstrukteur nicht mehr an die bestehenden Vorgaben der klassischen Fertigung gebunden ist, hat er nun viel größere Freiheiten bei der Konstruktion seiner Bauteile und Baugruppen. Vor allem im Nutzen dieser Designfreiheit, der Funktionsintegration und der damit verbundenen Möglichkeiten, die Anzahl der Bauteile in einer Baugruppe deutlich zu reduzieren, stehen häufig noch viele Möglichkeiten offen. Hier muss ganz klar ein Umdenken, ein Lernprozess bei den Konstrukteuren stattfinden, um das volle Potential des 3D-Druckes wirklich auch auszunutzen. Werden sich Kunststoffe dank der Additiven Fertigungs-Technologie auch neue Anwendungsfelder bzw. Märkte erschließen können? Durch die fortwährend stattfindende weitere Verbreitung der Additiven Fertigung im Bereich der Kunststofffertigung wird die extrem schnelle Verfügbarkeit von Individualteilen, Ersatzteilen und Prototypen einfach normal sein bzw. werden. Hierdurch werden weniger völlig neue Anwendungsfelder erschlossen. Stattdessen werden sich die vorhandenen Märkte und Vertriebswege, hin zur Bauteil- Individualisierung und zur schnellen Verfügbarkeit, stark verändern und auch automatisieren. Vielleicht kaufen wir uns in ein paar Jahren im Baumarkt nicht mehr eine Packung mit Festwalzen - Lebensdauer erhöhen Schälen und Glattwalzen Zylinderrohrbearbeitung ECOROLL AG Werkzeugtechnik Hans-Heinrich-Warnke-Str. 8 D-29227 Celle Tel.: 05141 98650 Fax.: 05141 881440 Mail: mail@ecoroll.de http://www.ecoroll.de NEU MechKon-Die kostenlose App von ECOROLL Rechner: Nutzen Sie die verschiedenen Module zur Bestimmung von Rauheit, Härte, Schnittdaten, Einheiten, Toleranzen und Grenzwellenlänge. Produktkonfigurator: Finden Sie anhand der zu bearbeitenden Werkstückkontur ein für Ihre Anwendung geeignetes Werkzeug und informieren Sie sich detailliert über die Technologien und Werkzeuge der ECOROLL AG im eingebundenen Produktkatalog. Mehr Infos unter: www.ecoroll.de iOS Android

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