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DER KONSTRUKTEUR 6/2017

DER KONSTRUKTEUR 6/2017

HYGIENIC DESIGN

HYGIENIC DESIGN "HYGIENIC DESIGN, EINE RUNDE SACHE OHNE ECKEN UND KANTEN" Martina Heimerl, Stv. Chefredakteurin Hygienic Design ist eine Gesamtheit aus vielen Einzelanforderungen. Für den Konstrukteur ist das eine besondere Herausforderung, die z. B. nach einer geeigneten Auswahl von Materialien und Gestaltung von Bauteilen verlangt. Dabei muss eine Hygiene-Risikobeurteilung für Nahrungsmittel maschinen, wie sie die DIN EN 1672-2 beschreibt, durchgeführt werden. Dann ist die hygienegerechte Konstruktion eine runde Sache! www.DerKonstrukteur.de mittelbereich sind dementsprechend geringer, wobei es auch hier grundlegende Mindestanforderungen zu beachten gilt. Hilfreich ist die DIN EN 1672-2 darüber hinaus bei der hygienebezogenen Risikobeurteilung von Nahrungsmittelmaschinen, deren Durchführung und Ablauf in der Norm beschrieben ist. Natürlich spielen bei der Umsetzung der Anforderungen auch Aspekte, wie z. B. der Prozess eine große Rolle. Durch Kochen (T > 82 °C, t > 2 min.) kann man von einer Heißwasserdesinfektion des Produkts ausgehen, was zu geringeren Anforderungen als bei Frischprodukten führt. Weitere Faktoren sind z. B. die Sensibilität des Lebensmittels oder auch die Verbrauchergruppe, für die die Lebensmittel produziert werden, etc. Außerdem nennt die Norm Beispiele für Hygienerisiken und zu empfehlende akzeptable Lösungen für die konstruktive Gestaltung und/oder Installation von Nahrungsmittelmaschinen (siehe Infokasten S. 45). Wenn zu beurteilen ist, ob Hygieneanforderungen erfüllt sind, muss prinzipiell der Stand der Technik und die technischen Machbarkeit berücksichtigt werden. Dabei sollte man zwischen dem, was idealerweise möglich wäre, und dem, was erforderlich und technisch umsetzbar ist bzw. was sich in der Praxis bewährt hat, abwägen. Hiervon ausgenommen sind Anforderungen aus bindendem Regelwerk wie Verordnungen, Gesetzen etc., wie z. B. Anforderungen an Materialien. Allgemein gilt, dass Nahrungsmittelmaschinen so konzipiert und gebaut sein müssen, dass sie das Risiko einer Infektion, Erkrankung oder Ansteckung ausschließen oder auf ein Mindestmaß herabsetzen. HILFESTELLUNG Der Fachbereich Nahrungs- und Genussmittel unter Federführung der BGN berät BGN-Mitgliedsbetriebe als auch Hersteller zu allen Aspekten einer hygienegerechten Konstruktion von Maschinen, Anlagen und Komponenten. Außerdem führt die DGUV-Prüf- und Zertifizierungsstelle Nahrungsmittel und Verpackung Prüfungen und Zertifizierungen durch. Serienprodukte, die eine Hygieneprüfung bestanden haben, sind berechtigt, das DGUV-Test-Zeichen mit dem Zusatz „Hygiene geprüft“ zu führen. Dieses Zeichen zeigt dem Betreiber an, dass die Maschine, Anlage oder Komponente nach hygienegerechten Konstruktionsprinzipien gebaut wurde. www.bgn.de igus ® meine-kette ... Energieführen leicht gemacht ... Weltneuheit: Hygienic Design e-kette ® SPECIAL Kunststoff e-kette ® nach "Hygienic Design Richtlinien" Abgerundete Ecken und verschraubungsfreie Konstruktion verhindern Keimbildung. Leicht zu reinigen durch offenes Design und beständig gegen aggressive Reinigungsmittel und Chemikalien.igus.de/hygienic-design-kette plastics for longer life ® igus ® GmbH Tel. 02203-9649 -800 info@igus.de Besuchen Sie uns: FabCon 3.D, Erfurt – Stand 613 | EMO, Hannover Igus.indd 1 24.05.2017 13:49:02 46 DER KONSTRUKTEUR 6/2017

HYGIENIC DESIGN DETEKTIERBARE DICHTUNGEN Wo Sichtkontrollen nicht möglich sind, werden Produktion und Abfüllung von Lebensmitteln fast immer mit Metalldetektoren kontrolliert. Da auch in den Herstellungs- und Abfüllanlagen der Lebens mittelindustrie Materialbrüche und Kollisionen nie ganz auszuschließen sind, besteht immer die Gefahr einer Produktverunreinigung. Um künftig auch Dichtungselemente in diese Prüfroutine einbeziehen zu können, entwickelte IDG-Dichtungstechnik die Werkstoffausrüstung ManoyDetect. Damit lassen sich auch sehr kleine Bruchstücke detektieren. Diese Werkstoffe eignen sich für Elastomer-O-Ringe, Formteile und für Dichtelemente aus PTFE-Compound und Hochleistungswerk stoffen, letztere auch aus Verbundwerkstoffen. Durch Verwendung dieser Dichtungselemente sollen sich die wirtschaftlichen Risiken durch kontaminierte Produkte erheblich minimieren lassen. Der Werkstoffe erfüllen je nach Werkstoffgruppe und Compoundierung die Lebensmittelbestimmungen nach FDA, 3A Sanitary Standard oder EU 1935/2004. www.idg-gmbh.com RADSERIE FÜR HYGIENE- ANWENDUNGEN Hygienisch sicher produzieren Foto: © Ekkasit Chaingam / 123RF Die Blickle-Radserie POBS ist speziell für den Einsatz in der Lebensmittelproduktion und anderen hygienesensiblen Bereichen konstruiert. Sie ist beständig gegen Wasser und viele Chemikalien, bietet hohe Tragfähigkeiten sowie einen sehr geringen Rollwiderstand und hinterlässt keine Spuren auf Bodenbelägen. Damit ist sie auch in feuchter Umgebung eine saubere Lösung. Räder mit Standard-Polyurethan-Laufbelägen eignen sich für die oft feuchte Umgebung normalerweise nicht, da sie aufgrund der Hydrolyse durch Wasser angegriffen werden und schneller verschleißen. Mit diesen Rädern soll dieses Problem jedoch der Vergangenheit angehören. Ihr Laufbelag aus dem eigens entwickelten, reaktionsgegossenen Premium-Polyurethan Blickle Besthane Soft besitzt eine sehr hohe Hydrolyse-Stabilität. Die Räder überzeugen unter anderem durch einen sehr geringen Rollwiderstand, eine hohe dynamische Belastbarkeit und Tragfähigkeiten von bis zu 500 kg. Der Radkörper besteht aus bruchfestem Polyamid. www.blickle.com Weltweit erstes EHEDG-zertifiziertes Planetengetriebe Die Getriebebaureihe im Hygiene Design: ∙ schnelle, effiziente und sichere Reinigung ∙ direkte Prozesseinbindung: CIP / SIP ∙ Schutzklasse IP69X ∙ totraumfreie Gehäusekonstruktion Wir beraten Sie gerne: Tel. +49 7931 493-0 WITTENSTEIN alpha – intelligente Antriebssysteme www.wittenstein-alpha.de/hygiene-design alpha

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