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DER KONSTRUKTEUR 7-8/2018

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KONSTRUKTIONSELEMENTE

KONSTRUKTIONSELEMENTE LÄUFT – AUCH BEI EISIGER KÄLTE PRODUKTE UND ANWENDUNGEN Temperaturen unterhalb des Gefrierpunkts sind für Mensch und Technik immer eine besondere Herausforderung. Bemerkbar machen sich die widrigen Bedingungen oft auch bei Komponenten, die auf den ersten Blick kaum anfällig erscheinen – zum Beispiel Räder und Rollen. Aber auch für Einsatzgebiete mit Temperaturen von bis zu -60 °C gibt es eine passende Lösung. Ein skandinavisches Unternehmen aus dem biowissenschaftlichen Bereich stellt natürliche Hilfsstoffe für die Lebensmittelindustrie, die Landwirtschaft und die Medizin her. Die sensiblen Produkte entstehen in streng kontrollierter Umgebung und müssen teilweise auf bis zu -60 °C heruntergekühlt werden. Dies geschieht in speziell eingerichteten Kühlräumen, in denen die Waren auf Gittercontainern gelagert sind – manche sogar mehrere Monate lang. Für die an den Containern befestigten Lenkrollen ist das Schwerstarbeit: Sie müssen nicht nur lange Standzeiten bei extremer Kälte aushalten, sondern beim Transport auch immer wieder die großen Unterschiede zwischen den einzelnen Temperaturzonen bewältigen. SPRÖDIGKEIT UND KORROSION In der Vergangenheit hatte das Unternehmen regelmäßig Probleme mit den eingesetzten Rollen. Spröde und brüchige Radlaufbeläge sowie unbewegliche und korrodierte Lenkgehäuse führten zu Ausfällen und machten damit ganze Container kaum oder gar nicht benutzbar. Dies erschwerte das Handling durch die Mitarbeiter, verringerte die Prozesseffizienz und trieb die Instandhaltungskosten in die Höhe. Der Biotech-Produzent sah sich daher nach einer besseren Lösung um – und stieß dabei auf Blickle: Der internationale Räder- und Rollenspezialist mit Hauptsitz im württembergischen Rosenfeld verfügt nicht nur über ein Sortiment von rund 30 000 Artikeln, sondern ist auch bei der Planung, Konstruktion und Fertigung kundenindividueller Produkte ein kompetenter Partner. Die Räderund Rollen-Spezialisten der dänischen Blickle-Vertretung analysierten die Anforderungen des skandinavischen Unternehmens eingehend vor Ort und entwickelten für diesen speziellen Einsatzfall eine passende Lösung. ROSTFREI UND MIT KÄLTEFETT Zur Anwendung kommt nun eine Lenkrolle auf Basis der Blickle- Serie LIX-POTH. Sie verfügt über ein hochwertiges Gehäuse aus rostfreiem Chrom-Nickel-Stahl, das über eine Anschraubplatte am Container befestigt wird. Der Drehkranz ist mit einer ebenfalls rostfreien Kugellagerung und einem stabilen Mittelbolzen ausgestattet. Das Besondere: Die Rillenkugellager des Rades und der Drehkranz des Lenkgehäuses sind mit einem speziellen Kältefett für Wälzlager geschmiert, das für Temperaturen bis zu -70 °C geeignet ist. Damit sind die beweglichen Teile auch bei großer Kälte optimal geschützt und funktionieren zuverlässig. Das Rad der Serie POTH, das in der Rolle verbaut ist, besteht aus einem schweren Polyamidkörper und einem Laufbelag aus einem thermoplastischen Polyurethan. Das POTH-Rad bietet auch bei Kälte eine gute Performance, besitzt zudem einen geringen Rollund Schwenkwiderstand, ist geräuscharm, bodenschonend und spurlos. Damit ist es für den Einsatz in der sensiblen Produktionsumgebung des Biotech-Herstellers prädestiniert. KEINE LUFTLÜCKEN BEI DER SCHMIERUNG Auch bei der Fertigung der Rollen erforderte der künftige Anwendungsfall besondere Sorgfalt. Blickle achtete genau darauf, dass beim Einbringen des Schmierfetts keine Lufteinschlüsse entstehen. Denn dort könnten sich sonst durch den Wechsel zwischen der extremen Kälte und Temperaturen mit Plusgraden Kondenstropfen bilden. Beim erneuten Eintritt in den Tiefkühlbereich würden diese gefrieren, damit die Funktion der Räder beeinträchtigen und einen erhöhten Verschleiß verursachen. Diese Gefahr konnte Blickle jedoch bereits bei der Produktion der Rollen ausschließen. In der Praxis hat sich die Lösung bereits bewährt: In ausgiebigen Tests stellte der skandinavische Biotechnologie-Hersteller die neuen Rollen zunächst auf die Probe – mit erfolgreichen Ergebnissen. Sie waren unter den widrigen Bedingungen deutlich belastbarer, funktionierten besser und fielen seltener aus als das bislang verwendete Wettbewerbsprodukt. Das Unternehmen entschied sich deshalb, die Rollen dauerhaft einzusetzen. www.blickle.de 24 DER KONSTRUKTEUR 7-8/2018

KONSTRUKTIONSELEMENTE MINIATURWÄLZLAGER MIT HOCHPRÄZISEN BEWEGUNGSABLÄUFEN Hightech erfordert Maßarbeit. In Branchen mit hochpräzisen Bewegungsabläufen müssen optimale Lagerlösungen entwickelt werden, die auf kleinstem Raum funktionieren. Knapp Wälzlagertechnik entwickelt passende, anwendungsspezifische Miniaturwälzlagerlösungen für diese speziellen technischen Herausforderungen. Zum Einsatz kommen diese hochpräzisen Kleinstlager im Drohnenbau, in der Messtechnik, der Elektrotechnik, dem Elektromotorenbau, der Mikroelektronik sowie in der Medizintechnik. Die kleinen, aber feinen Details lassen sich oft nur mit der Lupe entdecken: Der innere Aufbau der Miniaturlager, z. B. die Laufbahnen, die Wälzkörper und die Lagerluft, wird an die spezifische Einsatzanforderung angepasst. Auch in Bezug auf Befettung, Material, Abmessung und Geometrie sowie Abdichtungen entscheidet letztlich die Einsatzumgebung über die anzuwendenden Optionen. www.knapp-waelzlagertechnik.de PU-DICHTUNGEN HALTEN HÖHERE DRÜCKE AUS Für die Entwicklung oder Überarbeitung hydraulischer Antriebe empfiehlt SKF Economos Dichtungen aus Polyurethanwerkstoffen (PU) statt vorgespannte PTFE-Dichtringe. Dafür bietet das Unternehmen einen Reparaturservice an, der ein Fertigungsverfahren für Reparaturstufen für Standardabmessungen beinhaltet. Mit ihm können PU-Dichtelemente auch als Einzelstücke oder Kleinserie kostengünstig gefertigt werden. Die PU-Dichtungen sind sehr robust, Gleit- oder Schmierstoffe sind inkorporierbar, die Leckagewerte sind niedrig und die Extrusions- und Verschleißfestigkeiten hoch. Damit eignen sie sich für noch höhere Drücke oder Spaltweiten als PTFE-Dichtringe. Einsatzgebiete finden sich z. B. in der Fluidtechnik, in Werkzeugmaschinen und in der Mobilhydraulik. Zudem bietet der Hersteller seine Ecopur-Compounds in einer Härtestufe 95 Shore A und zusätzlich in 60 Shore D an. So sind bei Druckanwendungen über 500 bar keine zusätzlichen Backup-Ringe mehr nötig. ELASTOMER VERLÄNGERT STANDZEIT Für hochelastische Antriebskomponenten, die bei Temperaturen von -25 bis +120 °C und besonderen Betriebsbedingungen eingesetzt werden, hat Reich-Kupplungen die Gummimischung „Y“ entwickelt. Das Y-Elastomer kam erstmals 2014 im Blockheizkraftwerk einer Zentralkläranlage zu Einsatz. Hier ersetzt es an einer Arcusaflex- Kupplung das Standard-Elastomer aus einer Natur-Synthese-Kautschukmischung, das den direkt an der Kupplung auftretenden Temperaturen nicht gewachsen war. Das Y-Elastomer ist außerdem beständig gegenüber UV-Licht, Ozon, Chemikalien, Heißwasser und Wasserdampf. Gegen Öle und Benzin ist die Beständigkeit laut Hersteller vergleichbar mit der gängiger Natur-Synthese-Kautschukmischungen. Es eignet sich so für druck- und scherbelastete, hochelastische Bauformen. Inzwischen werden die Kupplungen mit dem Elastomer z. B. in Kompressoren in der Wüste, in Brechern mit extremen Stoßbelastungen oder in Generatoranlagen mit minimaler Einbaulänge eingesetzt. www.reich-kupplungen.com SCHMIERSTOFFVERSORGUNG OPTIMIERT Steinmeyer hat in den Doppelabstreifern für seine Präzisionskugelgewindetriebe das bisherige Filzmaterial durch synthetischen Filz auf PUR-Ester-Basis ersetzt. Dieser verringert die Reibung zwischen Abstreifer und Spindelwelle und weist überdies eine verbesserte Ölaufnahmefähigkeit auf. So wird die Schmierstoffversorgung des Kugelgewindetriebs optimiert. Die Doppelabstreifer gibt es in zwei Ausführungen. Bei Muttern mit Einzelgangumlenkungen, Umlenkleiste und Z-Umlenkungen mit Nenndurchmessern von 20 bis 160 mm kommen lasergesinterte Hülsen mit Stegen für den synthetischen Filz und integrierten Segmentabstreifer zum Einsatz. Für Muttern mit axialen Gesamtumlenkungen und Nenndurchmessern von 32 bis 100 mm bieten sich lasergesinterte Hülsen mit Stegen für synthetischen Filz an. Filzabstreifer eignen sich für Anwendungen, bei denen abrasive oder Öl aufsaugende Schmutzpartikel vorkommen. Typische Einsatzgebiete sind Schleif- und Holzbearbeitungsmaschinen. www.steinmeyer.com www.skf.com DER KONSTRUKTEUR 7-8/2018 25 LIMBACH.indd 1 22.11.2017 08:28:39

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