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DER KONSTRUKTEUR 9/2017

DER KONSTRUKTEUR 9/2017

AUTOMATISIERUNGSTECHNIK

AUTOMATISIERUNGSTECHNIK TITELSTORY NUR EINEN MAUSKLICK ENTFERNT PRODUKTE UND ANWENDUNGEN Ab wann lohnt sich der Kauf neuer Kühlgeräte? Welches Kühlgerät ist in einer speziellen Umgebung das effizienteste? Diese Fragen bereiten Konstrukteuren im Maschinenbau, Betreibern und technischen Einkäufern von Steuerungs- und Schaltanlagen oft Kopfzer - brechen. Abhilfe schafft ein Effizienz- und TCO-Rechner. Autoren: Sebastian Marcus Lotz, Hans-Robert Koch, Rittal, Herborn Stehen Anlagenbetreiber vor der Wahl der richtigen Geräte, kann der EER-Wert der Kühlgeräte die Richtung weisen. Der Energy Efficiency Ratio (Energieeffizienzkennzahl) zeigt an, wie hoch die Kühlkapazität im Vergleich zum Energieverbrauch ist. Allerdings ist die Berechnung der Energieeffizienz alleine nach den Werten auf dem Typenschild des Kühlgeräts und auf Basis einer jährlichen Durchschnittstemperatur oft wenig aussagekräftig. Der EER-Wert allein hilft nicht weiter. Er ist nach DIN EN 14511 ein Laborwert auf Basis einer Hallentemperatur von 35 °C und nicht spezifisch auf eine Anwendung bezogen. Vergleichbar mit den Verbrauchswerten beim Auto: Sie weichen je nach individueller Leistung, Laufzeit und Umgebungstemperatur deutlich vom angegebenen Durchschnittsverbrauch ab. Gefragt sind darum Berechnungstools, die eine individuelle Betrachtung der Energie effizienz im jährlichen Rhythmus der Jahreszeiten – den Seasonal Energy Efficiency Ratio (SEER) – ermöglichen. Eine Lösung bieten die Entwickler der Blue-e+-Kühlgeräte von Rittal. Sie haben einen Energieeffizienz- und TCO-Rechner ent- 40 DER KONSTRUKTEUR 9/2017

AUTOMATISIERUNGSTECHNIK 01 01 Der Energieeffizienz- und TCO-Rechner für Kühlgeräte mit Klimadiagramm entsprechend ausgewählter Klimazone 02 Vergleich der Energiekosten und der Einsparungen pro Gerät 02 wickelt. Auf Basis von Klimadaten, aktuellen Strompreisen und dem individuellen Leistungsprofil trifft der Online-Rechner verlässliche Aussagen zu Energieverbrauch, Sparpotenzialen und dem Total Cost of Ownership (TCO). Dabei lassen sich Kühlgeräte von Rittal und beliebigen Herstellern auf Basis geografisch individualisierter Temperaturprofile vergleichen. JAHRESZEITLICHE SCHWANKUNGEN BERÜCKSICHTIGT Das Online-Tool zeigt die Einsparpotenziale in nur vier Schritten. Im ersten Schritt wählt der Anwender die Klimazone, da der Energieverbrauch für die Kühlung bei hohen Außentemperaturen höher ist als in gemäßigten Klimazonen. Wenn die Eingabe der Klimazone über den geographischen Standort die realen Verhältnisse nicht genau genug abbildet, bietet der Rechner die Möglichkeit, eine individuelle Hallendurchschnittstemperatur und den Heizpunkt – also die geringstmögliche Temperatur in der Halle – einzugeben. Bei üblichen Berechnungen wird eine EER bei einer konstanten Hallentemperatur von 35 °C genutzt, was die saisonalen Schwankungen der Hallentemperatur völlig vernachlässigt. Deshalb nutzt das Rittal-Tool den wesentlich detaillierteren SEER – Seasonal Energy Efficiency Ratio oder jahreszeitliche Energieeffizienzkennzahl – der diese Schwankungen berücksichtigt. Nun sind zwar Außentemperaturprofile von Standorten auf der ganzen Welt in sehr hoher Qualität verfügbar, aber diese sind für die MIT DEM BERECHNUNGSTOOL LÄSST SICH EINE ENERGIEEFFIZIENTE SCHALTSCHRANKKÜHLUNG AUSLEGEN Energieeffizienzrechnung nicht brauchbar, wenn es darum geht, das Klima in einer Halle zu analysieren. Besonders deutlich wird dies im Winter, wo es im Freien sehr kalt wird, während die Hallentemperatur gleichmäßig bei etwa 19 °C liegt. Deshalb führte Rittal eigene DER KONSTRUKTEUR 9/2017 41

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