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DER KONSTRUKTEUR 9/2018

DER KONSTRUKTEUR 9/2018

FLUIDTECHNIK HÄRTE

FLUIDTECHNIK HÄRTE BRAUCHT LUFT UND KUGELN PRODUKTE UND ANWENDUNGEN In seinen Anlagen zum Kugelstrahlen für die Automobilindustrie setzt V+M Systems auf innovative Pneumatik. Modular und kompakt muss sie sein. Beim Kugelstrahlen, beispielsweise von Wellen und Getrieberädern, werden kleine Strahlmittelkörper durch Druckluft mit hoher Geschwindigkeit gegen die zu behandelnde Oberfläche geschleudert. Das erzeugt eine Druckeigenspannung, die die dauerhafte Festigkeit des Werkstoffs um bis zu 60 % erhöht. Gleichzeitig steigert die Behandlung die Biegefestigkeit und Korrosionsbeständigkeit und vergrößert zudem die Oberfläche, was vor allem für das Verkleben von Bauteilen wichtig ist. Automobilhersteller setzen das Kugelstrahlen für metallische Bauteile wie Motor-, Fahrwerks- und Getriebebauteile ein, die in der späteren Anwendung hohen Belastungen ausgesetzt sind. „Perfekte Bewegung und Positionierung sind die wichtigsten Anforderungen an Industrieroboter, die für das Kugelstrahlen eingesetzt werden“, betont Martin Stolte, Technischer Leiter bei der V+M Systems GmbH. Das mittelständische Unternehmen hat sich auf Anlagen zum Kugelstrahlen spezialisiert. Dabei spielt Pneumatik eine wichtige Rolle. „Wir wollten das Ventil direkt am Roboterarm montieren und unsere neuen Anlagen somit in der Leistungsfähigkeit und Energieeffizienz optimieren“, fasst Martin Stolte die Zielsetzung zusammen. Als ein Automobilhersteller die Aventics Baureihe AV05 in seine Freigabeliste aufnahm, entschied sich V+M Systems sofort dafür. Für V+M Systems waren die Modularität und das geringe Gewicht dieses Ventilsystems die wichtigsten Kriterien. Damit können die Konstrukteure die pneumatische Ansteuerung der Robotergreifer unmittelbar am Verbraucher anbringen. Martin Stolte: „Wir erzielen eine bessere Performance der Anlage, die durch deutlich verkürzte Leitungen gleichzeitig Energie spart.“ Im Gegensatz zu herkömmlichen Ventilen mit rechteckiger Grundplatte und darauf montiertem Ventil hat Aventics bei der AV-Familie den Schieber im Ventilgehäuse diagonal platziert. Dadurch reduziert sich das Bauvolumen des Ventils auf der Grundplatte um rund 45 %. „Neben der kompakten Bauweise spielt für uns der Faktor Gewicht eine bedeutende Rolle. Das AV-System weist eine so geringe Masse auf, dass wir es direkt am beweglichen Roboterarm montieren können“, hebt Martin Stolte hervor. Das Gewicht ist so gering, dass es keinen Einfluss auf die Auslegung des Roboters hat. Durch Hochleistungskunststoffe sowie ein eigens dafür entwickeltes Spritzgießverfahren, sind die Ventile der Advanced Valve-Baureihe um nahezu 40 % leichter. Diese leichte, kompakte Bauweise macht die Nähe zum Verbraucher möglich und verkürzt die Wege zwischen Ventil und Verbraucher. Martin Stolte: „Wir sparen Montagezeit und -kosten bei der Verrohrung, und der Anwender verzeichnet einen geringeren Druckluftverbrauch dank reduziertem Totvolumen. Das entspricht ganz der Philosophie unserer Kunden in der Automobilindustrie, die Energieeffizienz solcher Anlagen deutlich zu steigern.“ Unterstützt wird dies auch durch die integrierte Feldbusanbindung sowie die Eingangs- und Ausgangsmodule des Advanced Electronic Systems, AES. Sie verarbeiten analoge und digitale Signale und ermöglichen sowohl eine schnelle Montage als auch einen flexiblen Einsatz. So kann V+M Systems die Maschinendiagnose direkt über das Ventilsystem einbinden, indem Druckschalter über das integrierte Digitaleingangsmodul eingelesen und der Maschinenstatus über den Feldbus an die Steuerung übertragen werden. Bild: Aventics DIE PNEUMATIKVENTILE ZEICHNEN SICH DURCH KOMPAKTE BAUMASSE UND GERINGES GEWICHT AUS www.aventics.com 24 DER KONSTRUKTEUR 9/2018

FLUIDTECHNIK VERBINDENDE BASISPLATTE Die pneumatisch betätigten Kraftspannblöcke Tandem KSP plus von Schunk können nun über standardisierte Basisplatten unmittelbar mit dem Nullpunktspannsystem Vero-S des Herstellers gekoppelt werden. Die manuell angesteuerten Basisplatten ABP-h plus lassen sich über bodenseitige oder seitliche Anschlüsse mit Druckluft versorgen. Ein integriertes Druckerhaltungsventil stellt sicher, dass die Spannblöcke auch dann sicher gespannt bleiben, wenn die Druckluftzufuhr unterbrochen ist. So können die Spannblöcke auf unterschiedlichsten 3-, 4- und 5-Achs-Maschinen eingesetzt werden. Der aktuelle Druck wird auf einem in die Basisplatte integrierten Manometer angezeigt. Die Basisplatten gibt es in zwei Baugrößen, eine für Tandem KSP plus 100 und 160 sowie eine für das Modell plus 250, mit Bohrbildern für einen, zwei oder in der kleinen Baugröße auch für drei Spannblöcke. Passend zur jeweiligen Anwendung können die Spanner auf der Basisplatte bei Bedarf um 90° gedreht werden. www.schunk.com GEWEBESCHLÄUCHE: SCHUTZ BEI HOHEN DRÜCKEN Mit einem Stahldrahtgeflecht verstärkte Hochleistungsschläuche, die für 1 Mio. Impulszyklen qualifiziert sind, bietet Eaton in der Serie GH681. Sie werden als Teil eines Hydrauliksystems verwendet und transportieren unter Druck Öl zu den Zylindern von z. B. Traktoren, Hebern, Kehrmaschinen und landwirtschaftlichen Geräten. Auch in Pressen zur Verbindung beweglicher Teile werden sie eingesetzt. Für sehr beanspruchende Umgebungen ist der Schlauch ummantelt mit einer abriebfesten Dura-Tuff-Decke. Außerdem ist er bei erhöhtem Betriebsdruck und Temperaturen bis 126 °C einsetzbar. Das und ein zusätzlicher Hitzeschutz machen ihn sehr vielseitig. www.eaton.com KOMPAKTER: DREHFLÜGEL-SCHWENKANTRIEBE Zwei Anschlussmöglichkeiten für Signalgeber sind in den überarbeiteten pneumatischen Drehflügel-Schwenkantrieben CRB1 von SMC integriert. Die Signalgeber der Serie D-M9 lassen sich direkt montieren. Das vereinfacht die Montage und ergibt eine kompaktere Bauform. Die Palette umfasst vier Gehäusegrößen (50, 63, 80, 100) und bietet bis zu sechs verschiedene Schwenkwinkel und unterschiedliche Wellenausführungen. Für ein höheres Drehmoment bei wenig Platz gibt es einen doppelten Drehflügelantrieb, der um 90 und 100° schwenkbar ist. Die Antriebe aus Edelstahl werden z. B. in der Robotik, der Materialhandhabung und anderen drehenden Bewegungen oder Klemmanwendungen eingesetzt. www.smc.de SCHLITZZYLINDER UNTERSTÜTZT KOMPAKTES MASCHINENDESIGN Mit dem RTC-Zylinder hat Aventics sein Portfolio an doppeltwirkenden Schlitzzylindern vervollständigen. Die Ausführung RTC-SB mit Kolbendurchmessern von 25 bis 40 mm schließt eine Lücke zwischen der Basis-Variante (RTC-BV) und den für hohe Lasten ausgelegten Versionen RTC-CG (compact guide) und RTC-HD (heavy duty). Herzstück des RTC-SB ist die ovale Kolbenform. Sie gewährleistet eine in Relation zur Baugröße hohe Tragfähigkeit. Im Ergebnis erzielen Konstrukteure ein noch kompakteres Maschinendesign. Dank einem schmierfreien Gleitlager ist der Zylinder wartungsfrei und unempfindlich gegenüber Wasser, Chemikalien und Schmutz. Ausgelegt ist der Zylinder auf eine Maximalgeschwindigkeit bis zu 6,5 m/s. Der Hub beträgt bis zu 6 600 mm. Die formschlüssige Verbindungstechnik von Aventics mit standardisierten mechanischen Schnittstellen vereinfacht die Maschinenkonstruktion und beschleunigt die Montage, da Justierarbeiten entfallen. www.aventics.com PROPORTIONALVENTILE: FEHLERVERMEIDUNG AN DER QUELLE Die Wegeventile PRM9-06 und PRM9-10 von Argo-Hytos mit fortschrittlicher Elektronik und robustem Design erfüllen die Anforderungen verschiedener stationärer und mobiler Anwendungen. Effizienz, Geschwindigkeit, Genauigkeit, geringe Hysterese, Reproduzierbarkeit und die Möglichkeit, die Steuerung anzupassen, sind die Basis für die Einführung der Proportionaltechnik in hydraulischen Anwendungen. On-Board-Elektronik ist der direkte Weg, um ein nichtlineares Verhalten eines Ventils zu korrigieren. Der Sensor und die Elektronik am Ventilkörper realisieren einen Regelkreis an der Quelle des Systems. Mechanische Toleranzen, Reibung, Hysterese und Verschleiß führen nicht mehr zu Fehlern in der Bewegung des Antriebs. Für eine moderne Maschinenüberwachung können die Sensorinformationen auch an die Hauptsteuerung gesendet werden. www.argo-hytos.com DER KONSTRUKTEUR 9/2018 25

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