Aufrufe
vor 2 Monaten

DER KONSTRUKTEUR 9/2019

DER KONSTRUKTEUR 9/2019

KLARTEXT TRENDS BEI

KLARTEXT TRENDS BEI WERKZEUG- MASCHINEN MATTHIAS KLOS Geschäftsführer, Miki Pulley Europe AG, Schaffhausen und VMA Antriebstechnik, Grossostheim Durch die zwei Standbeine von Miki Pulley in den Bereichen der flexiblen Kupplungen sowie der Sicherheitsbremsen sind wir stark mit der Werkzeugmaschinenindustrie verbunden. Der technische Trend im Kupplungsbereich ist ganz klar die Bauraumoptimierung sowie die steigenden Anforderungen an Drehzahl und Drehmoment. Durch neuste FEM-Analyseverfahren können diese – in Zusammenarbeit mit den Kunden – entwickelt und zur Marktreife gebracht werden. Der Bereich Sicherheitsbremsen erfreut sich seit einigen Jahren auch über einen steigenden Bedarf bei den Werkzeugmaschinenherstellern, dies durch die verschärften Maschinensicherheitsrichtlinien. Es wird sich nun nicht mehr nur auf die Bremse im Servomotor verlassen, häufig gibt es ein redundantes System, welches Equipment- sowie Personenschäden absichert. Werkzeugmaschinen schaffen die Grundlagen für industrielle Produkte, Produktinnovationen und auch für neue Verfahren. Entsprechend gilt die Branche selbst als hochinnovativ. Was bedeutet das für die Zulieferer? Wir haben Komponentenhersteller gefragt: Was brauchen Werkzeugmaschinen in Zukunft? Welche Trends spüren Sie in der Branche im Bezug auf Ihre Produkte? MASCHINENVER- FÜGBARKEIT UND SICHERHEIT HABEN HÖCHSTE PRIORITÄT AUTOMATISIE- RUNGSLÖSUNGEN GEWINNEN AN BEDEUTUNG SPECIAL DANIEL OBLADEN Head of Sales General Industries, Nabtesco Precision Europe GmbH, Düsseldorf Werkzeugmaschinen werden immer kompakter, flexibler und vernetzter. Auch steigen die Anforderungen an Präzision und Qualität der zu bearbeitenden Werkstücke sowie an die Wirtschaftlichkeit der Fertigungsprozesse kontinuierlich. Automatisierungslösungen liefern hier effiziente Antworten und gewinnen daher im Werkzeugmaschinenbau zunehmend an Bedeutung. So halten vermehrt robotergestützte Handlingsysteme Einzug in CNC-Maschinen, Bearbeitungszentren oder Fertigungszellen. Werkzeugmaschine und Roboter verschmelzen quasi zu einer Einheit. Infolgedessen finden auch immer mehr Technologien aus der Robotik den Weg in den Werkzeugmaschinenbau. Stark im Kommen sind zum Beispiel Zykloidgetriebe. Mit den hochpräzisen Robotergetrieben lassen sich ungeahnte Effizienzpotenziale erschließen und die Produktivität weiter steigern. Besonders gefragt sind hierbei anwendungsspezifische Lösungen.

KLARTEXT DIRK LAUBENGEIGER Dipl.-Wirt.-Ing. (FH), Geschäftsführer Ortlieb Präzisionssysteme GmbH & Co. KG, Zell unter Aichelberg Die Zukunft von Werkzeugmaschinen liegt in der Integration weiterer Prozesse wie etwa Schleifen oder sogar Härten, in schnellen Umrüstzeiten durch modulare Spann- und Spindelkonzepte, in vernetzter Produktion (Industrie 4.0), mobiler Überwachung der Maschinen und vorausschauendem Condition Monitoring. Leistungsfähige, schnelle, präzise regelbare, kompakte und energieeffiziente elektrische Antriebe schaffen dafür die Grundlagen. Planeten-Wälz-Gewindespindeln in der Verbindung mit effizienten, sensibel regelbaren Motoren und integrierter, vernetzbarer Sensorik bieten dazu optimale Kraftdichte, geringe Hysterese und Präzision. Sie können herkömmliche Elektroantriebe und hochwertige Hydraulik ersetzen. So werden Flexibilität und Modularität möglich, damit hochpräzise Bauteile und Werkstücke in komplexer Ausführung mit größtmöglicher Komplettbearbeitung in einer Aufspannung effizient bearbeitet werden können. DIE ZUKUNFT LIEGT IN DER INTEGRATION WEITERER PROZESSE ANWENDER INVESTIEREN IN DIGITALE ZU- SATZOPTIONEN MARTIN KURZ Industry Manager, Balluff GmbH, Neuhausen a. d. Fildern Werkzeugmaschinen sind Investitionsgüter, die oft 10 bis 20 Jahre oder länger im Einsatz sind. Man kann also davon ausgehen, dass an vielen Bestandsmaschinen bisher nur zum Teil Digitalisierungslösungen realisiert sind. Bei dem Kauf von Neumaschinen investieren die Anwender zunehmend in digitale Zusatzoptionen. Gleichzeitig sollen aus Anwendersicht auch die vorhandenen Maschinenparks für das digitale Zeitalter fit gemacht werden. Für diese Bestandsmaschinen werden zunehmend Nachrüstlösungen angefragt. Balluff bietet hierzu „Easy Tool ID“ zur Werkzeugidentifikation mithilfe von RFID an. Die Kommunikation erfolgt dabei über die Mensch-Maschine-Schnittstelle der Werkzeugmaschine. Ein weiteres relevantes Thema bei den Anwendern ist die Steigerung der Gesamtanlageneffektivität. Dabei werden zunehmend Maschinendaten erfasst, um den aktuellen Zustand der Prozesskette detailliert zu kennen und langfristig Effizienz und Qualität in der Fertigung zu steigern. Das große Ziel dabei ist, Wartung und Instandhaltung vorausschauend zu planen. DER KONSTRUKTEUR 9/2019 67

AUSGABE