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DER KONSTRUKTEUR 9/2019

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WERKZEUGMASCHINEN Auf

WERKZEUGMASCHINEN Auf den ersten Blick unspektakulär – bei genauem Hinsehen DER TÜRME UND PYRAMIDEN aber vielgestaltig wie kaum ein anderes Spannmittel: Spanntürme und Spannpyramiden gelten als geheimnisvoll, wohl auch, weil sie von Maschine zu Maschine ihr Gesicht verändern. Überlegt eingesetzt vervielfachen sie die Zahl der Werkstücke im Maschinenraum und bieten damit ideale Voraussetzungen, um Nebenzeiten zu reduzieren und bei hoher Flexibilität die mannlose Maschinenlaufzeit nach oben zu katapultieren – vorausgesetzt die Spannmittel sind sorgsam auf die Anwendung abgestimmt. SPECIAL 4-Achs-Horizontalbearbeitungszentren mit integriertem Palettenwechsel sind seit jeher die Domäne von Aufspanntürmen. Die Grundidee ist dabei immer gleich: Der Spannturm multipliziert die maschineneigene Spannfläche, sodass eine hohe Maschinenauslastung erreicht und Nebenzeiten minimiert werden. Geschickt geplant kann mit einem spannturmbestückten Werkstückspeicher zum Teil über mehrere Tage hinweg vollautomatisiert produziert werden, beispielsweise in Geisterschichten am Wochenende. Der gleichen Grundüberlegung folgen Spannpyramiden, die in jüngster Zeit vor allem auf 5-Achs-Maschinen Erfolge feiern. Ohne Zugeständnisse bei der Zugänglichkeit lässt sich mit ihnen die mannlose Maschinenlaufzeit nach oben schrauben – erst recht, wenn die Beladung aus maschineneigenen oder externen Palettenspeichern erfolgt. Aus gutem Grund baut der Spezialist für Greifsysteme und Spanntechnik Schunk daher sein Spannturm- und Spannpyramiden-Portfolio seit Jahren konsequent aus. Ausgangs- Markus Michelberger, Head of Sales Clamping Technology, Heinz-Dieter SCHUNK GmbH & Co. Spanntechnik KG, Mengen punkt ist ein umfassender Baukasten aus Basispaletten, Grundprofilen und Aufspannflächen, die mit einer beeindruckenden Vielzahl an Spannmitteln kombiniert und über eine breite Auswahl an Standardspannbacken effizient nutzbar gemacht werden. NEBENZEITEN ELIMINIEREN Das Grundprinzip ist einfach: Je Turmseite lassen sich ein oder im Idealfall sogar mehrere Werkstücke aufspannen, die dann unmittelbar nacheinander bearbeitet werden. Mithilfe moderner CAD/ CAM-Systeme ist es auf diese Weise möglich, selbst kleinste Losgrößen bis hin zu Einzelteilstücken hocheffizient automatisiert zu fertigen. Gerüstet wird anhand werkstückspezifischer Rüstpläne, im Idealfall außerhalb des Maschinenraums an maschineneigenen oder externen Rüstplätzen. Die Beladung der Maschine mit dem Aufspannturm oder der Spannpyramide erfolgt anschließend über maschineneigene Transfersysteme, alternativ per Kran oder Roboter. Unproduktive Nebenzeiten, wie Umspannen, Ausrichten oder die Bestimmung des Nullpunkts werden mithilfe der Türme und Pyramiden also konsequent aus der Maschine verbannt. Wo besonders 76 DER KONSTRUKTEUR 9/2019

WERKZEUGMASCHINEN 01 02 03 flexibel agiert wird oder die Zahl der Türme oder Pyramiden nicht ausreicht, verkürzt das Nullpunktspannsystem Schunk-Vero-S den Werkstück-, Spannmittel- oder Palettenwechsel. SCHWINGUNGSDÄMPFENDE HOHLKÖRPER BAUWEISE Schunk-Kontec-Aufspanntürme sind in der Regel einteilig aufgebaut: Grundplatte und Aufspannsäule sind als Monoblock aus Guss EN-GJL-250 gefertigt und gewährleisten dank ihrer stabilen Hohlkörperbauweise eine hohe Steifigkeit, eine gute Schwingungsdämpfung sowie eine hohe Grundgenauigkeit, sodass sie vor dem Einsatz nicht mehr überfräst werden müssen. Es gibt sie im Standard mit den beiden Grundplattengrößen 400 × 400 mm sowie 500 × 500 mm für alle gängigen Standardmaschinenpaletten Typ DIN 55 201 und JIS 6337- 1980. Daneben sind auch individuelle Schnittstellen möglich. Die Rechtwinkligkeit zur Grundplatte beträgt 0,01 mm auf 200 mm, die Oberflächen sind feinstgefräst und haben eine Rauheit von Ra 1,6. Damit ist eine exakte Positionierung der Spannmittel und Werkstücke gewährleistet. Über eine Zentrierung Ø 50 H6 lassen sich die Spanntürme schnell und präzise auf vorhandenen Maschinentischen montieren. Bei JIS 6337-1980-Grundpaletten (500 × 500 m) sind zudem Distanzplatten und Edge-Locator-Anschlägen verwendbar. 01 Abgestimmt auf Werkstück, Spannmittel und Bearbeitung eröffnen die unterschiedlichen Bauformen der Spanntürme viele Möglichkeiten für Effizienzsteigerungen in der Zerspanung 02 Unabhängig von der Bauform können auch die Aufspannflächen individuell konfiguriert werden 03 Die kompakten, federbetätigten Tandem KSF plus Spannblöcke benötigen keine Medienversorgung und eignen sich damit ideal für Speicherlösungen ZAHLREICHE VARIANTEN Spanntürme und -pyramiden gibt es in einer Vielzahl an Varianten und Bauformen. So umfasst allein das Spannturmprogramm von Schunk fünf Grundprofile: Doppelwinkel mit zwei Spannflächen, Dreiecke mit drei Spannflächen, Würfel beziehungsweise Kreuze mit vier Spannflächen sowie Achtecke mit acht Spannflächen. Eine Sonderform ist die Spannpyramide, die auf 5-Achs-Maschinen eine Mehrfachspannung mit hervorragender Zugänglichkeit ermöglicht und nicht zuletzt aufgrund der zunehmenden Zahl von Maschinen mit Werkstückspeichern stark an Bedeutung gewinnt. Über die Wahl der zum Werkstück und der Bearbeitung passenden Form lassen sich die Störkonturen und damit die Zugänglichkeit für Spindel und

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